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prairiehuhn

Schüler

  • »prairiehuhn« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 158

Wohnort: Sachsen Elstertrebnitz

Beruf: Feuerwehrmann

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1

15.11.2017, 22:16

Ansichtssache

Mich würde mal interessieren wie hier Hobbyisten es halten wenn sie sich outen in der Öffentlichkeit. Ich habe erlebt das man uns als Spinner, große Kinder dei noch Indianer spielen usw. bezeichnet, obwohl es doch Hobbyisten auch in anderen Sparten gibt. Manche Hobbyisten würden auch öffentlich nicht so auftreten wie z.B. 1813ner oder MA . Wie haltet ihr bei vokalen Angriffen dagegen. Denn es scheint das auch hier eine Art Rassismus greift. ?(

Desperado

Anfänger

Beiträge: 25

Wohnort: Oberbayern, Inntal, Voralpenland

Beruf: Geschichtenerzähler

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2

16.11.2017, 08:28

Für mich als "Außenstehenden", der bisher nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, was ihm hier in Gestalt persönlicher Mitteilung und Darstellung sprich von Mitmenschen begegnet, ist der Spott einer ignoranten Umwelt nicht weniger unverständlich als für euch als Betroffene. Vereinsgründung ist immer noch ein probates Mittel gegen derlei Anfeindung, wenn man bedenkt, was es da so Alles gibt, ist der Versuch, indianische Kultur und Lebensweise authentisch zu verkörpern, geradezu wissenschaftlich. Auf alle Fälle faszinierend, allein was ich hier an Fotographien von Zusammenkünften, Kunsthandwerk und Kochkunst betrachten kann, vermittelt mir einen lebendigen Eindruck, den kein Museum so anschaulich und unmittelbar rüberbringen kann. Ich wüsste nicht, was es dagegen einzuwenden gäbe, und wäre ich an eurer Stelle, würde ich mich auch nicht drum kümmern. Wer lästert zum Beispiel über Mittelalterfeste? Und wie viele Leute spielen irgendwelche vorgegebenen Rollen, und das ihr ganzes Leben lang ohne sich dessen bewusst zu sein?

Lasst euch nicht irre machen. :)

Und was den Rassismus betrifft: Es gibt ihn auch andersrum. In Form von Weißen, die da der Meinung sind, dass nur Indianer selbst das Recht hätten, ein Buch über Indianer zu schreiben. Oder sie selber, weil sie entsprechend "qualifiziert" sind. Mag unglaublich klingen, ist aber leider wahr.

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »Desperado« (28.01.2018, 15:19)


hugo

Profi

Beiträge: 1 467

Wohnort: Marieney/Vogtland

Beruf: Freier Versicherungsmakler

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3

17.11.2017, 11:52

nun ...

... ich habe noch nie ein Geheimis aus meinem Hobby gemacht, weder im Freundeskreis noch bei meinen Kunden. In der Öffentlichkeit gehe ich auch schon mal im vollen Outfit einkaufen, weil ich keine Lust habe mich erst um zu ziehen. Habe keine, gar keine schlechten Erfahrungen gemacht, im übrigen wäre es mir auch egal was andere von mir halten oder denken. In der Geschäftswelt habe ich auch nur positive Erfahrungen gemacht, wenn ich bei einem Geschäftsführer oder Unternehmer bin, er mich irgendwann auf meine Frisur anspricht, weil diese nunmal nicht die tüpische Frisur eines Versicherungsmakler ist. Zeige ich Ihm meistens zwei, drei Bilder vom letzten Camp oder Reenactment. Dann kommt meisten "oh sowas würde ich auch gerne machen, aber ich kann nicht, weil ....", dann kommen viele Gründe warum es nicht geht, meistens fehlt die Zeit. Viele beneiden mich und wären gern mal auf so einem Camp. In meinem Dorf kennen unsern Namen kaum einer, wir sind dort die "Indianer" oder "die aus dem Blockhaus".
In den USA, im Reservat sind wir auch in unseren Outfit unterwegs gewesen. Am Anfang hatte ich Bedenken, ob das eine gute Idee war oder ist. Aber die Erfahrungen die ich dort gemacht habe waren durchweg positiv. Mit den Natives mit denen wir ins gespräch gekommen sind, ging es meistens darum wo wir herkommen und wo her wir diese Kleidung haben. Als Sie dann erfuhren das wir aus Europa sind und deutsche war alles gut. Das wir unsere Sachen selbst gemacht haben fanden Sie auch top, manchmal wollten Sie das uns abkaufen. Die weiße Bevölkerung hat uns eher ignoriert, hatten aber prinzipell kein Problem, waren auch neugierig wer wir sind und woher. Bei den Reenactments, da waren wir machmal sogar die "Stars", was das Outfit betraf, macher von den Amerikanern würden mit Ihren Outfit in Fulda auf der Zeitreise in 18.Jh. keine Einreise bekommen, jedenfalls nicht als Darsteller.

LG Hugo
FREUNDE sind wie STERNE am Himmel.
Oft kann man sie nicht SEHEN, aber es ist gut zu WISSEN,
dass es sie GIBT.

Beiträge: 808

Wohnort: Sömmerda

Beruf: Busfahrer

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4

19.11.2017, 10:14

Richtig Hugo , mein Wahlspruch lautet "so blöd wie ich es brauche, kann mir eh keiner kommen".
Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.
Karl Valentin (1882 - 1948 ) Münchner Querdenker und Wortkünstler

Und für das komische bin ich verantwortlich :D

5

20.11.2017, 15:51

Haha... Der ist gut

War immer offen damit, hab immer die volle Packung Resonanz bekommen... Also von augenrollen bis boar ist das cool

... Who Cares....

Geht den steampunkern, napoleonicern etc doch genauso
http://www.history-props.de

Desperado

Anfänger

Beiträge: 25

Wohnort: Oberbayern, Inntal, Voralpenland

Beruf: Geschichtenerzähler

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6

21.11.2017, 11:06

Und den Althippies. :D


Desperados tragen ihre Haare lang und länger, lange bevor Schausteller wie Buffalo Bill diese Haartracht salonfähig machen werden. Ihre Haarpracht hat ebenso wenig etwas mit den gekämmten geschniegelten Haaren von Revolverhelden zu tun, bei derlei Gelichter ist das bloße Angeberei, der Sucht entsprungen, um jeden Preis aufzufallen.


Kein Mensch, der es nicht an den eigenen Haaren erlebt hat, kann sich heute eine Vorstellung davon machen, was es seinerzeit bedeutet hat, ein Langzotteliger zu sein. Du bist stinkender Indsman, verdammter Nigger, verlauster Gypsy und vogelfreier Outlaw in einer Person und wirst von der braven Welt der anständig Sittsamen und Redlichen entsprechend liebevoll behandelt. Der offene Hass, der uns entgegenschlägt von allen Seiten, bestärkt uns im Wissen, mit unserem Erscheinungsbild den wunden Punkt getroffen zu haben und ohne Zweifel auf dem richtigen Weg zu sein. Für dieses unverschämt ärgerlich verwahrloste Zeichen von Aufmüpfigkeit und Aufstand kannst du schon mal erschossen werden, gelyncht oder aufgeknüpft, so du allein unterwegs in die falschen Hände fällst. Die stinkenden Indianer haben lange Zotteln und werden als gefährliche blutrünstige Wilde gehandelt, die Mähne der Desperados gilt demzufolge als offensichtlicher Ausdruck von Verbrüderung mit den entrechteten und ihrer Heimat beraubten Ureinwohnern, und gerät somit zum Zeugnis des Widerstands gegen alles Gezähmte und Zivilisierte schlechthin, das den jungen Leuten im Zuge unterdrückender Disziplinierung mit voller Härte entgegengebracht und von diesen mit wachsender Bewusstseinsentwicklung als freiheitsberaubende Enge erlebt und abgelehnt wird.


So kann man das - denk’ ich - in etwa zusammenfassen, das Gros der Jugend ist der unumstößlichen Meinung, dass ein großer Schritt in Richtung Selbstbestimmung sprich Freiheit dem ganzen festgefahrenen Generationenverein sicher nicht schaden kann. Unsere lang gewachsenen Haare werden über Nacht zur offenen Kampfansage an das weiße Bürgertum der Alten, seine verlogene Doppelmoral, Heuchelei und Engstirnigkeit, seinen zwanghaften Hang zu Ordnung und Regulierung, sowie seinen blinden Gehorsam gegen skrupellose Obrigkeiten und deren willige Handlanger. Vor allem aber sind sie sichtbarer Beleg eines freien, ungebundenen Mannes im Gegensatz zu den gescherten versklavten Leibeigenen, mit Pomade beschmierten Mitläufern und gewellten Honorigen.


Deshalb nennen sie uns landauf landab die „langzotteligen Teufel“.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Desperado« (28.01.2018, 11:17)


hedgehog

Fortgeschrittener

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Beruf: Student, ausgebildeter Erzieher

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7

25.11.2017, 15:06

Just my 50 Cents.......

Hier greift übrigens in keiner Art und Weise Rassismus, da es sich bei uns nicht um eine andere "Rasse" handelt oder wir als solche wahrgenommen werden.........
Man sollte vorsichtig mit der Verharmlosung solcher Begriffe sein


Inhaltlich dazu:
Es gibt, je offener man damit umgeht, meiner Erfahrung nach keine Probleme.
Man kann den Leuten bei öffentlichen Veranstaltungen recht schnell erklären, warum man so auch durch n Edeka latscht oder in den Baumarkt muss, bei privaten Lagern ist es ne Frage, wie gut man sich und sein Hobby erklären kann.
Ich hatte da noch nie "Anfeindungen", ganz im Gegenteil werden Einkaufstouren in Klamotte durchaus oft sehr viel länger und sehr viel gesprächsreicher.

numutua

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Beiträge: 38

Wohnort: 58710 Menden

Beruf: Projektmanager, Maschinenbautechniker

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8

11.12.2017, 19:23

Ich gehe im Outfit ebenfalls einkaufen oder in die Stadt oder ins Restaurant, außer Blicke von belächelnd bis anerkennend habe ich noch nichts negatives gehört - Blicke kann man mit fragenden Blicken beantworten, dann drehen sich die Dummen rum.
Wenn dir einer dumm kommt, gib ihm die Chance auch wieder dumm zu gehen.
Die Intelligenten fragen dann und bekommen eine vernünftige Antwort.
Wie halt auf öffentlichen Treffen oder Veranstaltungen.
Außer meinem Nachbarjungen (8) beim Nachbarschaftgrillen hat mir auch noch keiner gesagt ich solle mir was anziehen über meinen "Popolappen" - Mittlerweise ist er alt genug und ich nehme ihn mit zum Hobby
Am besten finde ich die Frage auf Stadtfesten an uniformierte Schützenbrüder zu welchem Stamm sie gehören.
Die Gesichter sind immer Gold wert

BlancCoyot

Anfänger

Beiträge: 7

Wohnort: NRW

Beruf: Postbeamter

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9

10.02.2018, 18:22

habe mir das hier mal durchgelesen und meine Erfahrungen sind relativ posetiv.In der Siedlung wo ich wohne weiß jeder was ich Hobbymäßig mache für die Bewohner dort ist es eigendlich ganz normal wenn ich im Outfit ,sei es jetzt in indianischer Tracht oder in der Kleidung um 1800 mit Dreispitz unterwegs bin.Die fragen dann nur ob es wieder los geht zu einem Lager.Auf meiner Arbeit (Post) werde ich nur als Indianer oder Häuptling bezeichnet,auch da kennen alle mein Hobby alleine schon über Face Book durch die Bilder.Einkaufen war ich allerding hier noch nicht im Outfit,bis jetzt brauchte ich das auch nicht anders wenn ich auf einem Lager bin und einkaufen müsste.Ich weiß noch wo ich einmal Gast in Hundsdorf auf dem Counzil war (2005) da war es von der Lagerleitung nicht erwünscht im Outfit einkaufen zu gehen,das lag aber so glaube ich an den Dorfbewohnern die das wohl nicht gerne gesehen haben....so hat man es mir mal erzählt,ob es stimmt kann ich nicht sagen,jedenfalls wenn hier in meiner Nähe ein Lager stattfindet und ich müsste im Outfit einkaufen gehen wäre es für mich kein Problem.Gut es gibt immer wieder Leute die einen belächeln und meinen ob nun wieder Karneval wäre.In der Karnevalszeit würde man eher nicht so auffallen :thumbsup:,naja mir wärs eh egal weil ich dazu stehe und mir die historische Darstellung riesen Spaß macht und für mich die pure Erholung vom Alltag ist. ^^
" Du musst die Dinge mit dem Auge in Deinem Herzen sehen,nicht mit dem Auge in Deinem Kopf! "

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