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prairiehuhn

Schüler

  • »prairiehuhn« ist der Autor dieses Themas

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1

15.11.2017, 22:16

Ansichtssache

Mich würde mal interessieren wie hier Hobbyisten es halten wenn sie sich outen in der Öffentlichkeit. Ich habe erlebt das man uns als Spinner, große Kinder dei noch Indianer spielen usw. bezeichnet, obwohl es doch Hobbyisten auch in anderen Sparten gibt. Manche Hobbyisten würden auch öffentlich nicht so auftreten wie z.B. 1813ner oder MA . Wie haltet ihr bei vokalen Angriffen dagegen. Denn es scheint das auch hier eine Art Rassismus greift. ?(

Desperado

Anfänger

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Beruf: Geschichtenerzähler

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2

16.11.2017, 08:28

Für mich als "Außenstehenden", der bisher nur vom Fernsehen oder aus der Zeitung kennt, was ihm hier in Gestalt persönlicher Mitteilung und Darstellung sprich von Mitmenschen begegnet, ist der Spott einer ignoranten Umwelt nicht weniger unverständlich als für euch als Betroffene. Vereinsgründung ist immer noch ein probates Mittel gegen derlei Anfeindung, wenn man bedenkt, was es da so Alles gibt, ist der Versuch, indianische Kultur und Lebensweise authentisch zu verkörpern, geradezu wissenschaftlich. Auf alle Fälle faszinierend, allein was ich hier an Fotographien von Zusammenkünften, Kunsthandwerk und Kochkunst betrachten kann, vermittelt mir einen lebendigen Eindruck, den kein Museum so anschaulich und unmittelbar rüberbringen kann. Ich wüsste nicht, was es dagegen einzuwenden gäbe, und wäre ich an eurer Stelle, würde ich mich auch nicht drum kümmern. Wer lästert zum Beispiel über Mittelalterfeste? Und wie viele Leute spielen irgendwelche vorgegebenen Rollen, und das ihr ganzes Leben lang ohne sich dessen bewusst zu sein?

Lasst euch nicht irre machen. :)

Und was den Rassismus betrifft: Es gibt ihn auch andersrum. In Form von superschlauen Leuten, die da der Meinung sind, dass nur Indianer selbst das Recht hätten, ein Buch über Indianer zu schreiben. Oder sie selber, weil sie regen Kontakt haben zu Natives der Gegenwart und deshalb entsprechend "qualifiziert" sind. Mag unglaublich klingen, ist aber leider wahr. Und entsprechend arrogant und herablassend sind diese elitären Schwätzer obendrein. Es genießt eben nicht jeder das Privileg, die indianischen Menschen vor zehn Generationen persönlich zu kennen. Mehr fällt mir dazu nicht ein. (Was ich ansonsten dazu zu sagen habe, findet ihr bei "Auf einmal wollen sie alle Indianer sein".)

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Desperado« (16.11.2017, 10:45)


hugo

Profi

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3

17.11.2017, 11:52

nun ...

... ich habe noch nie ein Geheimis aus meinem Hobby gemacht, weder im Freundeskreis noch bei meinen Kunden. In der Öffentlichkeit gehe ich auch schon mal im vollen Outfit einkaufen, weil ich keine Lust habe mich erst um zu ziehen. Habe keine, gar keine schlechten Erfahrungen gemacht, im übrigen wäre es mir auch egal was andere von mir halten oder denken. In der Geschäftswelt habe ich auch nur positive Erfahrungen gemacht, wenn ich bei einem Geschäftsführer oder Unternehmer bin, er mich irgendwann auf meine Frisur anspricht, weil diese nunmal nicht die tüpische Frisur eines Versicherungsmakler ist. Zeige ich Ihm meistens zwei, drei Bilder vom letzten Camp oder Reenactment. Dann kommt meisten "oh sowas würde ich auch gerne machen, aber ich kann nicht, weil ....", dann kommen viele Gründe warum es nicht geht, meistens fehlt die Zeit. Viele beneiden mich und wären gern mal auf so einem Camp. In meinem Dorf kennen unsern Namen kaum einer, wir sind dort die "Indianer" oder "die aus dem Blockhaus".
In den USA, im Reservat sind wir auch in unseren Outfit unterwegs gewesen. Am Anfang hatte ich Bedenken, ob das eine gute Idee war oder ist. Aber die Erfahrungen die ich dort gemacht habe waren durchweg positiv. Mit den Natives mit denen wir ins gespräch gekommen sind, ging es meistens darum wo wir herkommen und wo her wir diese Kleidung haben. Als Sie dann erfuhren das wir aus Europa sind und deutsche war alles gut. Das wir unsere Sachen selbst gemacht haben fanden Sie auch top, manchmal wollten Sie das uns abkaufen. Die weiße Bevölkerung hat uns eher ignoriert, hatten aber prinzipell kein Problem, waren auch neugierig wer wir sind und woher. Bei den Reenactments, da waren wir machmal sogar die "Stars", was das Outfit betraf, macher von den Amerikanern würden mit Ihren Outfit in Fulda auf der Zeitreise in 18.Jh. keine Einreise bekommen, jedenfalls nicht als Darsteller.

LG Hugo
FREUNDE sind wie STERNE am Himmel.
Oft kann man sie nicht SEHEN, aber es ist gut zu WISSEN,
dass es sie GIBT.

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4

19.11.2017, 10:14

Richtig Hugo , mein Wahlspruch lautet "so blöd wie ich es brauche, kann mir eh keiner kommen".
Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.
Karl Valentin (1882 - 1948 ) Münchner Querdenker und Wortkünstler

Und für das komische bin ich verantwortlich :D

5

20.11.2017, 15:51

Haha... Der ist gut

War immer offen damit, hab immer die volle Packung Resonanz bekommen... Also von augenrollen bis boar ist das cool

... Who Cares....

Geht den steampunkern, napoleonicern etc doch genauso
http://www.history-props.de

Desperado

Anfänger

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6

21.11.2017, 11:06

Und den Althippies. :D

hedgehog

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7

25.11.2017, 15:06

Just my 50 Cents.......

Hier greift übrigens in keiner Art und Weise Rassismus, da es sich bei uns nicht um eine andere "Rasse" handelt oder wir als solche wahrgenommen werden.........
Man sollte vorsichtig mit der Verharmlosung solcher Begriffe sein


Inhaltlich dazu:
Es gibt, je offener man damit umgeht, meiner Erfahrung nach keine Probleme.
Man kann den Leuten bei öffentlichen Veranstaltungen recht schnell erklären, warum man so auch durch n Edeka latscht oder in den Baumarkt muss, bei privaten Lagern ist es ne Frage, wie gut man sich und sein Hobby erklären kann.
Ich hatte da noch nie "Anfeindungen", ganz im Gegenteil werden Einkaufstouren in Klamotte durchaus oft sehr viel länger und sehr viel gesprächsreicher.

numutua

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8

11.12.2017, 19:23

Ich gehe im Outfit ebenfalls einkaufen oder in die Stadt oder ins Restaurant, außer Blicke von belächelnd bis anerkennend habe ich noch nichts negatives gehört - Blicke kann man mit fragenden Blicken beantworten, dann drehen sich die Dummen rum.
Wenn dir einer dumm kommt, gib ihm die Chance auch wieder dumm zu gehen.
Die Intelligenten fragen dann und bekommen eine vernünftige Antwort.
Wie halt auf öffentlichen Treffen oder Veranstaltungen.
Außer meinem Nachbarjungen (8) beim Nachbarschaftgrillen hat mir auch noch keiner gesagt ich solle mir was anziehen über meinen "Popolappen" - Mittlerweise ist er alt genug und ich nehme ihn mit zum Hobby
Am besten finde ich die Frage auf Stadtfesten an uniformierte Schützenbrüder zu welchem Stamm sie gehören.
Die Gesichter sind immer Gold wert

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