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  • »Morning Star« ist der Autor dieses Themas

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1

30.09.2009, 18:46

Die "Wende" in der DDR

Heute vor zwanzig Jahren teilte der damalige Außenminister Hans Dietrich Genscher den DDR-Flüchtlingen
in der Prager Botschaft mit, dass ihre Ausreise genehmigt sei. Ab diesem Tage war auch dem letzten
DDR - Bürger klar, dass der seit Wochen andauernte innenpolitische Konflikt in der DDR tiefgreifende
Veränderungen zur Folge haben musste.

Persönlich überkamen mich in jenem Herbst sehr wechselhafte, teilweise beängstigende Empfindungen.
Den meisten Bürgern der DDR war durchaus bewusst, dass eine Diktatur wie die DDR ihr System mit allen zur
Verfügung stehenden Mitteln verdeitigen würde - als damaliger Reservist der NVA(nationale Volksarmee)
hatte ich ernsthafte Befürchtungen über die Entstehung bürgerkriegsähnlicher Zustände.Bürgerkrieg heißt,
Soldaten eines Landes werden gezwungen, auf die eigenen Bürger(Landsleute) zu schießen. Ein solches
Szenario war für mich einfach schrecklich. Glücklicherweise ist die DDR in jenem Herbst unblutig ihrem
Ende entgegen gegangen.

Nachfolgend ein Link zum Ereignis, heute vor zwanzig Jahren:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE…-botschaft.html

Gruß Morning Star
Morgen-das ist der erste Tag vom Rest Deines
Lebens

Kiowa_Reenactor

unregistriert

2

30.09.2009, 19:19

kann mich noch gut an diese tage erinnern,ich glaube ich hab auch noch ewig gebraucht um die ex-grenze zu überqueren,hatte da noch bammel das plötzlich doch alles nur n fake ist

Pat69

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3

30.09.2009, 21:19

Ich war bei der Bundeswehr Soldat auf Zeit zu diesem Zeitpunkt. Irgendwie war es eine komische Situation. Ich lernte die ganze Zeit, in der Schule und auch beim Bund, das der Warschauer Pakt, wozu die DDR ja gehörte, die "Bösen" sind. Die Zeit nach dem Mauerfall war komisch. Unser Feindland war nicht mehr wie früher Rotland sondern nun Rosaland.....naja.
Irgendwann 1990 sind wir dann abkommandiert worden die Mauer zu entsorgen. Ich war bei einem Pionierbattalion und fuhr dort lange Zeit LKW.
Der erste Kontakt zu den Soldaten der NVA war mehr als Befremdlich für mich. Ich stellte fast das es auch Menschen sind die meine Sprache sprechen.....
Zum Glück ist das nun Geschichte! ;)

Gruß Pat

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Pat69

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4

30.09.2009, 21:20

Doppelpost....sorry, bin wohl zu Alt! :evil: :P

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pat69« (30.09.2009, 21:20)


bigindiangirl

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5

30.09.2009, 21:51

den kann ich nur zustimmen: Zum Glück ist das nun Geschichte!
und die geschichte sollte man nicht vergessen wohl war, aber ruhen lassen.
wobei teilweise gerade die älter generation sich mit unter ein zurück wünscht-- sei es in ost oder west, gut das unsere kinder damit wenig belastet werden.

HighWolf

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6

01.10.2009, 16:17

Zitat

Original von bigindiangirl
den kann ich nur zustimmen: Zum Glück ist das nun Geschichte!
und die geschichte sollte man nicht vergessen wohl war, aber ruhen lassen.
wobei teilweise gerade die älter generation sich mit unter ein zurück wünscht-- sei es in ost oder west, gut das unsere kinder damit wenig belastet werden.


Richtg, allerdings muß man sagen, das der Ost-West Konflikt nach wie vor geschürt wir, und die Verlockung doch sehr groß für viele ist, das für bahre Münze zu nehmen...statt sich ernsthaft Gedanken zu machen;)

prairiehuhn

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7

02.10.2009, 22:37

RE: Die "Wende" in der DDR

die geschichte besteht im wesentlichen aus zwei teilen 1.euphorie,2.ernüchterung.meiner meinung nach nie wieder irgenteine diktatur.und es gibt viele die sagen demokratie funktioniert nie.
jetzt diktiert gott-geld.
idealismus ist die von der wirklichkeit abweichende denkweiße.
ein ideal ist der zustand der nie erreicht werden kann.
die ostdeutschen waren reservationsindianer mit russischer sprachvorgabe.im westen hat man vergessen die sprache zu bewahren.
hut ab bei den ,,natives".
das ,,sozialistische experiment" ist für gescheitert erklärt wurden.es war nie einer,sondern stalinismus unter sowjetrussischer diktatur.
gans krass vermisse ich das gemeinsame,die soziale sicherheit.

Kiowa_Reenactor

unregistriert

8

03.10.2009, 14:05

auch wenn ich mir jetzt ne menge feinde mache,so muß ich doch mal meine eigene meinung loswerden.

wann werden diejenigen endlich mal wach,die in der ddr lebten?
soziale sicherheit? alles schön und gut,aber in meinen augen war das mehr ein zufriedenes leben,jetzt muß jeder sein leben in die eigenen hände nehmen.
ich bin mit sicherheit keiner der die mauer im kopf noch hat,aber jetzt nach 20 jahren immer noch jammern ist wohl der falsche weg,wie pia schon schrieb,es ist geschichte.
es liegt doch an jedem selbst wieweit derjenige sich anderen öffnet,es ist immer einfacher in der vergangenheit zu schwelgen als der tagtägliche kampf ums überleben.

es sind auf beiden seiten positive wie negative erlebnisse/erfolge zu verzeichnen,nur weil ich nun auch zu der hartzer gruppe gehöre mache ich keinen anderen dafür verantwortlich,sondern nur mir selber.

Caribu Will

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9

03.10.2009, 14:26

hey kio,

kann dir nur voll und ganz zustimmen.

das leben hinter "der mauer" als soziale sicherheit zu vermissen, ist schon sehr befremdlich für mich. 8o 8o 8o

old man

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10

03.10.2009, 14:31

RE: Die "Wende" in der DDR

Zitat

Original von prairiehuhn
. . . das ,,sozialistische experiment" ist für gescheitert erklärt wurden.es war nie einer,sondern stalinismus unter sowjetrussischer diktatur.
gans krass vermisse ich das gemeinsame,die soziale sicherheit.



Bei dieser Aussage/Argument/Behauptung wird leider EINES völlig verkannt:

Es handelte sich keineswegs nur um ein "Experiment".

Es war schlicht und ergreifend nichts weiter, als die Umsetzung der Forderung von Marx und Engels, (Komministisches Manifest) nach der
"Diktatur des Proletariats".

Diese wurde zunächst von Lenin begonnen und dann von Stalin fortgesetzt und wesentlich verschärft.
In China hat Mao diese Thesen noch einmal verschärft und sind sie bis dato nach wie vor wirksam.

Ebenso in Nordkorea und Kuba.

Es wird ferner verkannt, daß derartige Ideologien NUR durch eine Diktatur durchgesetzt werden können!

Die Demokratie kann derartiges niemals durchsetzen, es wäre dann nämlich keine Demokratie mehr!

Je mehr in einer Demokratie durch den Staat geregelt /reglementiert werden muß, um so mehr nähert man sich einer "Demokratur".

Die demokratische Regierungsform ist die einzige Regierungsart, die dem Menschen ein erhebliches Maß an persönlicher Freiheit gewährt.
Bei allen Mißständen, die es leider immer wieder zu beklagen gibt.

Eine vollständige persönliche Freiheit eines jeden einzelnen würde die Anarchie bedeuten, und die ist noch schlimmer als eine Diktatur!

old man
je mehr ich weiß, desto weniger weiß ich!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »old man« (03.10.2009, 14:33)


zschippcher

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11

03.10.2009, 21:44

Zitat

Original von Kiowa_Reenactor
wann werden diejenigen endlich mal wach,die in der ddr lebten?
... aber jetzt nach 20 jahren immer noch jammern ist wohl der falsche weg...



...ich glaube, viele leute aus der ddr sind wacher als mancher altbundesbürger, der tatsächlich glaubt, die individuelle soziale situation liegt in der verantwortung jedes einzelnen. es gibt jährlich genügend untersuchungen, die belegen, welche personengruppen warum arm sind und teilweise über vergangene und zukünftige generationen nicht aus diesem moloch rauskommen. eine demokratie ist nicht dafür da, den verantwortlichen in der wirtschaft in den arsch zu kriechen, sondern den menschen, die diese demokratie tragen im bedarfsfall unter die arme zu greifen. wenn sich außerdem manche menschen mehr oder weniger nostalgisch an vergangene tage und damit oft auch beispeilsweise an die jugend erinnern, dann hat das doch nichts jammern zu tun. also ich verstehe unter jammern jedenfalls was anderes. in der ddr hatten die leute hundert probleme und persönliche beschränkungen, was sie aber tatsächlich nicht hatten, ist die angst um die wirtschaftliche existenz und tatsächlich gab es im angesicht der täglichen diktatur im kleinen auch mehr solidarität unter den leuten. das anzusprechen, ist ja nicht verwerflich und daher verstehe ich teilweise die extrem negativen reaktionen mancher personen aus der westlichen besatzungszone nicht. wohl neidisch, oder was? ;)

bigindiangirl

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12

03.10.2009, 22:31

dazu möchte ich auch ein paar worte schreiben,
ich stamme auch aus den wie immer noch so schön gesagt wird "neuen " bundesländern, wo bei ich meinen kindern immer vermittelt habe, eigentlich sind das nur bundesländer egal ob alt oder neu, denn sonst wird es nie was in den köpfen mit dem gedanken an ein gesamtes deutschland,
zum anderen: jeder, egal wo er geboren wurde erinnert sich an seine jugend und an wie man so schön sagt "alte" zeiten, jedoch sollte dabei nicht vergessen werden das wir hier und heute leben, ich sehe es genau wie kio, jeder ist für sich selbst verantwortlich und alles kann man nicht dem staat in die schuhe schieben, jedoch wäre -wenn es ein sozialstaat ist- schon ein bisschen mehr, ich will es vorsichtig ausdrücken, menschlichkeit angebracht, denn wer noch nie hartz 4 hatte, kann sich das leben damit nicht vorstellen, und sicher trauern durch diesen finanziellen engpass so manche leute der ehemaligen ddr nach, jedoch wird all zu leicht vergessen, das da auch nicht alles gold war was geglänzt hat und viele sachen eingeschränkt waren bzw. unmöglich.

old man

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13

03.10.2009, 23:28

hallo bigindiangirl,

möchte Dir da vollkommen zustimmen.

Dennoch bitte ich, eine Bemerkung machen zu dürfen, zu deiner nachfolgend zitierten Aussage:
". . . denn wer noch nie hartz 4 hatte, kann sich das leben damit nicht vorstellen,. . . "

und dies nun an ALLE hier im Forum:

mir fällt durchaus negativ auf, daß es zumeist Bürger aus der alten DDR sind, die offenbar dieses "Hartz IV/AlGe 2" alleine auf sich münzen.

Tatsächlich aber sind es mindestens ebenso viele, wenn nicht sogar wesentlich mehr, alte und junge "Wessis" die genauso davon betroffen sind.
Das heißt also, daß ALLE Bundesbürger gleichermaßen darunter zu leiden haben.

Es gibt hier keine Unterschiede!
Um aber dieses Thema etwas gerechter zu diskutieren, müßten wir hier so einiges auf den Tisch legen, was mit Sicherheit den "alten DDRlern" überhaupt nicht gefallen würde.

Warum lassen wir das nicht einfach jetzt und hier im Forum ruhen, wo es um unser aller gemeinsames Hobby geht???!!!

Dieses ständige immer wieder gegeneinander Aufrechnen bringt uns doch nicht weiter. Vielmehr zementiert es die inzwischen recht "künstlichen" Kluften.

Wir sind "ein Volk" und müssen es auch gemeinsam angehen, um die Probleme zu überwinden!

old man
je mehr ich weiß, desto weniger weiß ich!

prairiehuhn

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14

06.10.2009, 20:33

Zitat

Original von Caribu Will
hey kio,

kann dir nur voll und ganz zustimmen.

das leben hinter "der mauer" als soziale sicherheit zu vermissen, ist schon sehr befremdlich für mich. 8o 8o 8o

was mich befremdet,ist die arbeitslosikeit,die kindermorde,die drogen,ein herrn zumwinkel und seine kumpels.

prairiehuhn

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15

06.10.2009, 20:43

RE: Die "Wende" in der DDR

Zitat

Original von old man

Zitat

Original von prairiehuhn
. . . das ,,sozialistische experiment" ist für gescheitert erklärt wurden.es war nie einer,sondern stalinismus unter sowjetrussischer diktatur.
gans krass vermisse ich das gemeinsame,die soziale sicherheit.



Bei dieser Aussage/Argument/Behauptung wird leider EINES völlig verkannt:

Es handelte sich keineswegs nur um ein "Experiment".

Es war schlicht und ergreifend nichts weiter, als die Umsetzung der Forderung von Marx und Engels, (Komministisches Manifest) nach der
"Diktatur des Proletariats".

Diese wurde zunächst von Lenin begonnen und dann von Stalin fortgesetzt und wesentlich verschärft.
In China hat Mao diese Thesen noch einmal verschärft und sind sie bis dato nach wie vor wirksam.

Ebenso in Nordkorea und Kuba.

Es wird ferner verkannt, daß derartige Ideologien NUR durch eine Diktatur durchgesetzt werden können!

Die Demokratie kann derartiges niemals durchsetzen, es wäre dann nämlich keine Demokratie mehr!

Je mehr in einer Demokratie durch den Staat geregelt /reglementiert werden muß, um so mehr nähert man sich einer "Demokratur".

Die demokratische Regierungsform ist die einzige Regierungsart, die dem Menschen ein erhebliches Maß an persönlicher Freiheit gewährt.
Bei allen Mißständen, die es leider immer wieder zu beklagen gibt.

Eine vollständige persönliche Freiheit eines jeden einzelnen würde die Anarchie bedeuten, und die ist noch schlimmer als eine Diktatur!

old man

ich stimme dem voll zu. aber im osten musste man eben erst mal verstehen lernen,was demokratie der brd ist.was marktwirtschaft ist.das was in den jahrzehnten entstanden ist,hätte man zu ddr-zeiten in1000jahren nicht vollbracht. andere nennen die demokratur auch demokratismus.

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16

06.10.2009, 22:55

Hintergründe

Dieses Thema ist von mir eröffnet wurden, um die polit-dramatischen Ereignise der DDR und in Folge auch der
BRD in den Jahren 1989/90 zu schildern. Nach dem Mauerfall stand die damalige BRD vor gewaltigen,
innerpolitischen Problemen. Diese führten bereits im Sommer des Jahres 1990 zur Wirtschafts-und
Währungsreform. (Der DDR-Bürger bekam damit u.a. die harte D-Mark in die Hand) Wäre diese Reform nicht erfolgt,
hätte das zu möglicherweise dramatischen Zuständen in der BRD erfolgt. Ohne "Westmark" währen damals etwa
eine Million Menschen aus der DDR in den Westen übergesiedelt. Der Wohnungsmarkt war zu jener Zeit jedoch
in der BRD erschöpft und hätte zu Zuständen vergleichbar mit dem Ende des zweiten Weltkrieges geführt(bezogen auf
den Wohnungsmarkt) Dieses mögliche Szenario war für die Regierung Kohl`s, mit Blickrichtung auf künftige
Wählerstimmen, beängstigend. Die "Vollprofi-Politiker" der BRD haben es seinerzeit aber verstanden, diese Reform
so darstellen zu lassen, als wäre sie "nur" für die DDR erforderlich. Während die Wirtschafts-und Währungsreform
insgesamt für beide Staaten nützlich war, führte die ebenfalls durch die BRD angestrebte "zu früh erfolgte"
Wiedervereinigung beider Länder zu den bis heute sichtbaren Zuständen der "neuen" Bundesländer.

Gruß Morning Star
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07.10.2009, 22:13

RE: Hintergründe

habe gestern in meinem Text einen Schreibfehler, den ich korrigieren muß.

Ich habe geschrieben: Wirtschafts-und Währungsreform (sorry)

Richtig muß es heißen: Wirtschafts-und Währungsunion

Heute vor 20 Jahren feierte die DDR ihren 40. und somit letzten Geburtstag.
Während Honecker mit seinen Ehrengästen feierte, demonstrierten an
vielen Orten der Republik Tausende gegen die Zustände. Im Oktober jenen
Jahres verfolgte man täglich die Nachrichten, wie viele DDR-Bürger den Staat
wieder verlassen hatten.

Gruß Morning Star
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18

09.10.2009, 19:33

"Wir sind das Volk"

Am 09.Oktober 1989 kam es in Leipzig zur bis dahin größten, ungenehmigten Massendemonstration der DDR.
Die schon bekannte Montagsdemonstration erreichte an diesem Tage eine neue Dimension. Nach einem
Friedensgebet in der Nikolaikirche zogen etwa 70000 Menschen friedlich durch die Innenstadt. Viele von
ihnen trugen brennende Kerzen als Zeichen der Gewaltfreiheit in ihren Händen. Erstmals ertönte bei dieser
Demo der Ruf: "Wir sind das Volk" Mit den Demonstranten zog die Angst durch die Stadt. Erich Mielke,
Minister für Staatssicherheit(ein Stalin der DDR), hatte befohlen, die "Ordnung" mit allen zur Verfügung
stehenden Mitteln zu verteidigen. Neben einem Großaufgebot von Polizeikräften standen an mehreren
Punkten der Stadt gepanzerte Fahrzeuge bereit. Egon Krenz, Stellvertreter von Honecker gab an jenem
tage glücklicherweise keinen Einsatzbefehl. Das von vielen befürchtete Blutbad blieb aus. Die DDR war
nach diesem Abend nicht mehr dieselbe.

Über diesen historischen Tag berichtet u.a. folgender Link.

http://www.euractiv.de/wahlen-und-macht/…-oktober-002195

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19

18.10.2009, 10:16

Honecker`s Rücktritt

Am18. Oktober in 1989 trat Erich Honecker offiziell von seinem Amt zurück. Dieser Rücktritt war bereits am
Vortage parteiintern vollzogen worden. Von der bereits seit Tagen geplanten Aktion wusste Honecker nichts.
Als Nachfolger wurde sein Stellvertreter, Egon Krenz, eine willenlose Marionette der SED, eingesetzt.
Krenz versprach in seiner Antrittsrede Reformen, allerdings innerhalb der bestehenden Ordnung. Wie wir
heute wissen, gelang es auch ihm nicht, das "sinkende Schiff" (die DDR) zu retten.

Über die damaligen Ereignisse jener Tage informiert ein nachfolgender Link, während man in dem zweiten
Link die Rücktrittsrede von Honecker hören kann. Selbst in dieser letzten Rede seiner Regierungszeit konnte
es der Diktator nicht unterlassen, seine "Untertanen" zu belügen.

http://www.welt.de/news/article4878101/V…-gezwungen.html

www.youtube.com/watch?v=ibUj-H2AmvM

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20

07.11.2009, 08:09

Wir sind "ein" Volk

Übermorgen jährt sich der Fall der Mauer zum zwanzigsten Mal. Aus diesem Anlass heraus sollen heute einmal ein paar wesentliche Fakten erläutert werden, welche ursprünglich zur
unterschiedlichen Entwicklung von BRD und DDR geführt haben.

Wie allgemein bekannt, hat Gesamtdeutschland in 1945 den zweiten Weltkrieg verloren, der für die später gegründeten Teilstaaten zu sehr unterschiedlichen Konsequenzen geführt hat.
Bis 1947 verhandelten die vier Siegermächte gemeinsam über Reparationsforderungen gegen Deutschland. Damals wurde von einer Gesamtsumme von 20 Milliarden Dollar ausgegangen.
Die UDSSR, Hauptgeschädigte des Hitler – Angriffkrieges, sollte , nach eigenen Vorstellungen, die Hälfte dieser Summe bekommen. In 1947 entwickelte sich der „Kalte Krieg“. Die Westmächte waren fortan nicht mehr an einem Verhandlungsergebnis zugunsten der UDSSR interessiert. Die Gespräche führten demzufolge in eine Sackgasse mit gegensätzlichen Auswirkungen für die Westzonen einerseits und die Ostzone andererseits.
Den Westmächten ging es nun darum, in Gestalt der Bundesrepublik ein starkes Bollwerk gegen den Kommunismus zu schaffen, sie reduzierten daher ihre Reparationsforderungen stufenweise und kassierten insgesamt nur 0,5 Milliarden Dollar von den Westzonen. Demgegenüber flossen der Bundesrepublik im Rahmen des >Marshall – Plans< zwischen 1948 und 1951 insgesamt 1,7 Milliarden Dollar als Wiederaufbauhilfe zu. Das war das 3,5 fache der Gesamtsumme geleisteter Reparationen. Die UDSSR hingegen verringerte ihre Forderungen nicht und hielt sich an ihre „Ostzone“ DDR. Nach westlichen Berechnungen beliefen sich Reparationen der DDR bis Ende 1953 auf 13 Milliarden Dollar. Die Zahlung von 0,5 Milliarden Dollar der „Westzonen“ BRD(welche insbesondere durch Demontage von industriellen Anlagen erfolgte) führte zu teilweise dramatischen Problemen in der BRD.
Die Zahlung von 13 Milliarden Dollar Reparationszahlungen haben die Wirtschaft der DDR
buchstäblich in die Knie gezwungen. Berücksichtigt man, dass der BRD im Rahmen des Marshall – Plans das Dreieinhalbfache des Reparationsbetrages als Wiederaufbauhilfe zugeflossen ist, so wird noch deutlicher, wie unterschiedlich die Vorraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten in Ost und West gewesen sind. Vergrößert wurde dieser Unterschied zusätzlich durch bessere Industriestrukturen der BRD und durch die Bodenschätze im Ruhrgebiet.

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Flächengröße und dem Bevölkerungsanteil in Ost und West ist also festzustellen, dass die BRD 4 % und die DDR 96 % der Reparationen des gemeinsam verlorenen Krieges bezahlt haben.

Die Bundesrepublik, von der „Ammenflasche“ des Marshall – Plans genährt, konnte in den fünfziger Jahren immer weiter aufblühen und aus dem einmal erreichten Wachstumstempo heraus ständig höhere Ziele anpeilen und realisieren. Die DDR hat als „Faustpfand“ der UDSSR die Kriegsschulden Deutschlands fast vollständig allein bezahlen müssen. Auch nach der offiziellen Beendigung der Reparationszahlungen im Jahre 1953 war sie weiterhin(als Dauerfolge des Ausblutens) und zusätzlich benachteiligt. Als freiwilliges ? Mitglied des Comecon wurde sie einem Wirtschaftsverbund angegliedert, der aus verschiedenen Gründen ohnehin wesentlich schlechtere Voraussetzungen für ein Wirtschaftswachstum bot als die EG
Auch die Tatsache, dass bis zum Mauerbau in 1961 Millionen DDR – Bürger die ausgeblutete und weiter ausblutende DDR verließen, hat einerseits das „Wirtschaftswunder“ der BRD gestärkt, andererseits die wirtschaftliche Situation der DDR verschlechtert. Für die BRD war zu dieser Zeit jeder „Neuzugang“ willkommen. Nach dem Mauerbau wurden in der BRD
infolge dieser fehlenden Neuzugänge die Gastarbeiter angeworben…


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