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21.10.2012, 08:13

Tekakwitha wird "Heilig" gesprochen

Als erste Indianerin wird heute die „Lilie der Mohawk“ Kateri Tekakwitha vom Papst in Rom „Heilig“ gesprochen. Zu diesem Ereignis werden zahlreiche indianische Gäste als auch Künstler erwartet. Wer war Kateri Tekakwitha .

Tekakwitha wurde etwa 1656 in dem Mohawkdorf Ossernenon geboren ( heute im Staat New York gelegen ). Ihr Vater war Kenneronkwa, ein Chief der Mohawk, ihre Mutter war eine Algonkin – Indianerin namens Tagaskouita, die Mutter war früher von den Mohawk entführt und in den Stamm adoptiert worden, schließlich hatte sie Kenneronkwa geheiratet. Als Tekakwitha etwa fünf Jahre alt war, wurde ihr Dorf von einer Pockenepidemie erfasst, ihre Eltern und ein älterer Bruder starben. Das Mädchen überlebte, war aber durch die Krankheit im Gesicht durch starke Pockennarben entstellt und verlor den Großteil ihrer Sehkraft. Ihr Name Tekakwitha bedeudet etwa „ Die Eine, die gegen Dinge stösst“ oder „Die Eine, die ihren Weg ertastet“ . Nach dem Tode ihrer Eltern wurde sie von einem Onkel adoptiert. Die Mohawk zogen nach der Epidemie in ein anderes Dorf. Auch dort schlug das Schicksal erneut zu. In 1666 attackierte französisches Militär mehrere Mohawkdörfer, zerstörte die Wohnstätten und die Wintervorräte. Die Mohawk wurden in einen erzwungenen Friedensvertrag gedrängt. Eine Bedingung dieses Vertrages sah vor, dass sich Jesuiten – Missionare in den Dörfern der Mohawk aufhalten durften. Auf diese Weise traf Tekakwitha im Alter von elf Jahren zum ersten Mal mit drei Jesuitenpatern zusammen, welche das nunmehr neue Dorf der Mohawk, Caughnawaga, besuchten. Obwohl ihr Adoptivvater gegen ein Zusammentreffen mit den Jesuiten war, er hatte bereits eine ältere Tochter an die Jesuiten verloren, blieb Tekakwitha von dem Besuch der Pater stark beeindruckt. In 1675 traf sie in ihrem Dorf den Pater Jacques de Lamberville und begann unter seiner Anleitung, den Katechismus zu studieren. Am Ostersonntag des Jahres 1676 wurde Tekakwitha von Lamberville getauft . Dies war damals sehr ungewöhnlich. Die Taufe wurde für gewöhnlich an Indianern oftmals erst auf dem Totenbett vollzogen oder wenn die Pater von dem wahren Glauben der Bekehrten überzeugt waren, gewöhnlich nicht schon im Alter von zwanzig Jahren, wie es der Fall bei Tekakwitha war. Kateri Tekakwitha, so ihr Taufname, wurde von vielen Angehörigen des Dorfes aufgrund ihres „Übertrittes“ attackiert und missachtet. Auf einen Vorschlag von Lamberville reiste Tekakwitha in 1677 nach Kahnawake. Kahnawake war eine Jesuiten – Mission, südlich von Montreal, wo sich viele andere Bekehrte versammelten. In Kahnawake traf Tekakwitha auf Anastasia Tegonhatsiongo, eine frühere enge Freundin ihrer Mutter, diese Frau wurde Mentorin von Tekakwitha. Ferner lebte sie im Langhaus ihrer älteren Stiefschwester, welche ebenfalls in Kahnawake lebte. In Kahnawake festigte Tekakwitha ihren christlichen Glauben und legte ein Keuschheitsgelübde ab.
Claude Chauchetiere und Pierre Cholenec, zwei Jesuiten – Priester, spielten eine entscheidende Rolle im Leben von Tekakwitha in dem ihr noch etwa zwei Jahren verbleibenden Leben . Beide Priester waren die Ersten, welche eine Biografie über sie schrieben. Von Tekakwitha ist bekannt, dass sie sich der Selbstkasteiung unterzog, um für die eigenen und die Sünden des Dorfes zu büßen. So soll sie ein mit Dornen besetztes Bett genutzt haben, oftmals gefastet haben, sie hat sich selbst gepeitscht oder ließ sich peitschen.
Glühende Kohlen benutzte sie, um sich zu brennen. Die Folgen der überlebten Pockenkrankheit sowie die Selbstkasteiungen blieben nicht ohne Wirkung. Zum Ende des Jahres 1679 erkrankte Tekakwitha, wurde zusehends schwächer. Am 17. April in 1680 war zu erkennen, dass sie sterben würde. Priester Cholenec gab ihr die letzte Ölung. Tekakwitha verstarb an diesem Tage im Beisein einiger Freunde und der beiden Priester. Nach Überlieferung der Priester vollzog sich nur wenige Minuten nach ihrem Tod ein wundersames Ereignis. Tekakwitha hatte zumeist ihren Kopf und ihr Gesicht stark verhüllt, um die Pockennarben zu verbergen. Nun, nur etwa eine Viertelstunde nach ihrem Tod, waren die Pockennarben auf ihrem Gesicht verschwunden , und ein sehr schönes und friedliches Gesicht kam zum Vorschein.
In 1943 wurde das Verschwinden der Pockennarben Tekakwitha`s vom damaligen Papst als ein wirkliches Wunder anerkannt und sie wurde ehrwürdig. In 1980 wurde sie vom Papst als erste Indianerin „Selig“ gesprochen. Im Dezember 2011 anerkannte der Papst das zweite Wunder, verursacht durch Tekakwitha. Dieses Wunder geht auf einen Krankheitsfall eines Halbblutindianers im US – Staat Washington zurück. Der Junge war von allen Ärzten bereits aufgegeben und hatte bereits die letzte Ölung erhalten. Als letzten Versuch hatten die Eltern des Jungen, zusammen mit Freunden und vielen Mitmenschen zu Tekakwitha gebetet.
Auf völlig unerklärliche Weise wich die Krankheit von dem im Sterben liegenden Jungen.

Dieses zweite anerkannte Wunder durch Tekakwitha ebnete den Weg für Ihre Heiligsprechung, welche bereits in 1884 durch US – amerikanische Katholiken angestrebt wurde.

Morning Star
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21.10.2012, 10:22

Was ist denn in den Vatikan gefahren? 8o

FeelingCrowWoman

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3

21.10.2012, 19:06

Hallo,

hier noch einiges

http://www.katerishrine.com/museum.html

http://www.heiligenlexikon.de/Biographie…Tekakwitha.html

http://www.tekakwitha.org/

1. Tekakwitha - gemalt von Father Chauchetière
2. In diesem Mamorschrein in der Kirche von Kahnawake bei Montreal sollen die Gebeine der indianischen Konvertitin liegen

LG
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Die beste Art, Konflikte zu lösen,
besteht darin, dem anderen Verständnis
und Respekt entgegen zubringen

Dalai Lama

4

21.10.2012, 19:26

Hallo nazgul

Der Vatikan war schon immer bei der Koloniesierung der "neuen Welt" mit dabei. Die Christianiersierung egal welcher Konfession war eine der treibende Kräfte um den Vatikan an der geschäften der Kolonialmächte zu beteiligen. Meistens waren es immer Missionare die mit den Eroberern oder alleine durch die Territorien zogen. Da die Missionare alle schreiben konnten,haben sie oft gute Aufzeichnungen hinterlassen.
Warum der Vatikan Tekakwitha "heilliig gesprochen wird auf:

www.tekakwitha.org/

defizieler und mit mehr Hintergrundfakten erklärt. Wobei hier eine Fehler MorningStar unterlaufen ist.

" Die Taufe wurde für gewöhnlich an Indianern oftmals erst auf dem Totenbett vollzogen oder wenn die Pater von dem wahren Glauben der Bekehrten überzeugt waren,

Die Taufe ist in allen Konfessionen Altersunabhängig. Auch bei den Natives in Nordamerika. Die Taufe wurde jeden Alters durchgeführt. Beispiel Poncahontas wurde auf einen Schiff getauft im judendlichem Alter. Metacom war auch getauft Nach seiner Taufe kam er in einer Schule der Kolonialistenschule. Also deutlich vor dem Totenbett. Da die Taufe ein Fest des Lebens bzw. Eintrit in die in die christliche Gemeinschaft ist,macht es keinen Sinn die Taufe am Totenbett zu machen, es sei den der sterbende will es.Ich denke mal das vielen natives das nicht das Ziel gewesen ist. Vielleicht wird hier es mit der letzten Ölung verwechselt,oder die Prister vor Ort hatten eine eigene Auffassung der Konfession und der Taufe.
Auch Jesus war schon nicht mehr im Kindesalter als er von Johannes getauft wurde. und das letzte Abendmahl war noch weit entfernt.
Auch in der europäischen Geschichte werden Taufen jeden Alters vollzogen. Der erste cristliche römische Kaiser ließ sich im Erwachsen Alter taufen. Ohne dem Tod nahe zu sein. Also warum soll ausgerchnet dort ein Abweichung passiert sein?
Eine derartige Abweichung die natives meist oder oftmals am Totenbett zu taufen würde denn Sinn der Taufe auf den Kopf stellen.

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »huskywolf« (21.10.2012, 19:48)


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21.10.2012, 21:40

Delegation in Rom

Hallo "FeelingCrowWoman"

danke für die ergänzenden Links und die eingestellten Bilder. Das Bild von der Grabstätte war mir bislang nicht bekannt.

Nach ersten Pressemeldungen waren heute mindestens etwa 1500 Natives aus den USA und Kanada auf dem Petersplatz in Rom präsent, um der Heiligsprechung von Kateri Tekakwitha sowie weiteren sechs Personen persönlich beizuwohnen. Selbst das Weiße Haus hatte eine kleine Delegation nach Rom entsandt, in dieser Delegation befand sich Schwester Kateri Mitchell, eine gebürtige Mohawk. Schwester Mitchell ( sie ist Nonne ) hatte entscheidenden Anteil an der Herbeiführung des zweiten anerkannten Wunders durch Kateri Tekakwitha in 2006 ( im Erstbeitrag der kurz geschilderte Krankheitsfall des Jungen im US - Staat Washington )

Gruß Morning Star
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28.10.2012, 17:55

RE: Delegation in Rom

Unter den zahlreichen Gästen aus Amerika anlässlich der Heiligsprechung von Tekakwitha befand sich auch die Familie Finkbonner aus dem US - Staat Washington.
Der Sohn, Jake Finkbonner, bzw. dessen wundersame Heilung ist für die Römisch - Katholische Kirche das zweite. anerkannte Wunder, bewirkt durch Kateri Tekakwitha.

Jake Finkbonner hatte sich in 2006 an der Lippe verletzt und wurde daraufhin von einem wohl selten auftretenden "fleisch -fressenden" Bakterium erfasst. Als es zu erkennen war, dass ihm kein Arzt mehr helfen konnte, wurde in buchstäblich letzter Minute die Hilfe von Kateri Tekakwitha erfleht. Von keinem Mediziner erwartet, wich die Krankheit von dem Jungen.

Gleichwohl hatte die Krankheit den Jungen stark gezeichnet, so war z.B. der Mund entstellt. Jake musste sich deshalb bislang 29 Operationen unterziehen, weitere werden wohl folgen.

Gleichwohl seiner Berühmtheit fühlt sich Jake als nichts Besonderes, aber er glaubt, dass er ohne die Hilfe von Kateri Tekakwitha nicht mehr am Leben wäre.

Der Link zeigt die Familie Finkbonner. Der Vater ist vom Stamm der Lummi, während die Mutter mexikanischer Herkunft ist.

http://www.mcclatchydc.com/2012/10/18/17…lic-church.html

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28.10.2012, 20:53

Hallo MorningStar

Denke daran,das bei deiner hier aufgeführten Glorifizierung, dieses Thema, in Kanada, gerade bei den dortigen Eingeborenen sehr umstritten ist. Dabei ist nicht die Heiligsprechung gemeint.
Es wäre gut der Gemeinde auch diesen Aspekt der Geschichte nicht vor zuenthalten.
Alle Natives sehen es nicht so.

8

02.11.2012, 20:37

Für die Aufsehen erregende, nicht unumstrittene Heiligsprechung Tekakwithas hatte US-Präsident Barack Obama eine eigene Delegation nach Rom geschickt. Zahlreiche Indianer aus den USA und Kanada wohnten der Zeremonie bei, darunter der kanadische Bürgerrechtler Wilton Littlechild, der sich für bessere Lebensbedingungen für die indigenen Völker einsetzt.
Viele Nachfahren der nordamerikanischen Ureinwohner verehren Tekakwitha als "Lilie der Mohawk", viele Menschen pilgern zu den Andachtsstätten. Doch zahlreiche Indianer, die nicht katholisch sind, sehen die Verehrung und Heiligsprechung Tekakwithas kritisch:

Das Christentum sei den Indianern vom "Weißen Mann" aufgedrängt worden, und es sei an der Zeit, wieder zu den eigenen kulturellen und spirituellen Wurzeln zurückzufinden – so äußerten sich Ureinwohner in US-Medien. Einige Indianervertreter äußerten sich auch kritisch zu der Heiligsprechung, weil sie die Missionierung als Teil der europäischen Kolonialgeschichte sehen.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »huskywolf« (02.11.2012, 20:46)


9

13.11.2012, 20:52

Nachtrag zur Heiligsprechung

Das letzte Indianer-Internat wurde erst 1996 geschlossen

In kirchlichen Internaten kamen im 20. Jahrhundert mehr als 50 000 Indianer-Kinder ums Leben. Rund 250 000 Indianer im Alter von sieben bis 15 Jahren wurden aus ihren Dörfern geholt und in diese "christlichen" Wohnschulen gesteckt. Die indianischen Eltern konnten sich dagegen nicht wehren. Und falls sie ihre Kinder vor dem Zugriff der Kirchen versteckten, drohte ihnen Haftstrafe. Damit die Kirchen Freiraum für die Umerziehung der Indianer in die Tradition der Weißen hatten, wurden die Indianer gezwungen, ihre Vormundschaft aufzugeben. In den Schulen sind nach Archiv-Unterlagen der Regierung bis zu 65 Prozent der Kinder gestorben. Mord, Vergewaltigung, Misshandlungen, Sterilisation und medizinische Versuche sind nur einige der Grausamkeiten, von denen überlebende Indianer berichten. Sogar deutsche Mediziner kamen 1936 nach Kanada, um den Kirchen bei ihren "Versuchen" zu helfen. All dies ist dokumentiert und wird inzwischen auch nicht mehr dementiert. Das letzte Indianer-Internat der Kirchen wurde erst 1996 in Saskatchewan geschlossen.

Ralf Böhm, Berlin 13.02.2010

Ein Nachwort warum die Natives in vor allem in Kanada ,der christlichen Religion sehr kritisch gegenüberstehen.

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