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1

13.09.2008, 08:08

ein unmenschliches Gesetz

Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts hatten die Apachen ununterbrochen gegen die spanische Regierung, später gegen Mexiko, gekämpft. Dieser anderthalb Jahrhunderte dauernde Kampf brachte ihnen bedeutenden Landgewinn und sicherte die Alleinherrschaft ihrer Heimat in Arizona und Teilen von Neu Mexico.
Im Jahre 1822 fanden einige Pelztierjäger, diese wurden von den Apachen nicht als Feinde betrachtet und deshalb nicht angegriffen, in New Mexico Kupfererz. Die Lizenz für die Kupferminen auf Apachenland erwarb ein reicher Kaufmann aus dem benachbarten Chihuahua, Don Francisco Manuel Algua. Der Kaufmann wusste jedoch, dass ein Kupferabbau ohne Einwilligung der Apachen unmöglich sein würde. Deshalb bot er dem Volk der Mimbreno – Apachen ein Abkommen an. Algua würde Waren, Pferde und auch Waffen liefern, im Gegenzug erhielt er das Recht, in Santa Rita Kupfer zu gewinnen und freies Geleit für die Versorgungskolonnen. Die Mimbreno unter ihrem Häuptling Juan Jose gingen das Geschäft ein. Und während Algua das Kupfer abbaute, überfiel ein anderer Teil der Mimbrenos, denen dieses Geschäft nicht zusagte, mit den gelieferten Waffen immer wieder südlichere Haziendas und Ranches . Die Überfälle führten schließlich dazu, dass die
Grundbesitzer in der Regierung von Chihuahua ein Gesetz verabschiedeten, welches die Ausrottung der Apachen vorsah. Das Gesetz aus dem Jahre 1837 bot für einen Apachenskalp
einhundert Dollar, für einen Frauenskalp die Hälfte und einen Kinderskalp ein Viertel.
Für die Tötung der Häuptlinge wurden zusätzliche Prämien geboten.
Einhundert Dollar waren damals eine beachtliche Summe, aber die Regierung musste nur wenige Skalpprämien auszahlen, es überwogen die Beträge für Kinder.
Zu jener Zeit hatte der amerikanische Pelzjäger Johnson ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den Mimbreno. Als Johnson von diesem neuen Gesetz erfuhr, rechnete er sich aus, dass eine Jagd auf Apachen mehr einbringen würde als die Pelzjagd von mehreren Jahren. Zunächst stellte er eine eigene Abteilung auf, die Mehrzahl bildeten Trapper aus Missouri, diese brachten ein Feldgeschütz mit. Johnson selbst lud die Mimbreno und ihren Häuptling zu einem Freundschaftsfest ein, wo eine Menge Geschenke verteilt werden würde.
Juan Jose nahm die Einladung an und kam an den für das Fest vorgesehenen Ort.
Nach kurzer Weile entfernten sich Johnson und seine Männer, um die versprochenen Geschenke, Maismehl und Feuerwasser, zu holen. Johnson`s Trapper hatten inzwischen die versteckte Kanone mit Nägeln und Eisenstücken geladen und auf ein vereinbartes Zeichen brachte der erste Schuss der Mehrzahl der Mimbreno statt des Mehles den Tod.
Wen das Feuer der Kanone nicht getötet hatte, wurde von den Gewehren der Skalpjäger niedergeschossen, nach mehreren Stunden waren etwa vierhundert Mimbreno abgeschlachtet und skalpiert worden, tot lagen die Männer, Frauen und Kinder über – und nebeneinander.
Die beste Jagd ihres Lebens, frohlockten die eiskalten Jäger, tausende Dollar an einem einzigen Tag verdient.
Den Apachen blieb dieser Massenmord nicht lange verborgen, Johnson und seine Trapper wurden von allen Apachenstämmen verfolgt, der Mord schrie nach Vergeltung.
Nach dem Tod des Häuptlings Juan Jose wurde bei den Mimbreno ein neuer Häuptling gewählt, es war Mangas Coloradas. Der damals etwa vierzig Jahre alte Mann suchte zunächst die Mörder seines Volkes. Am Gila River gelang es den Apachen nach und nach, die zwei Gruppen der Mordbrenner zu fassen, welche noch im Gebiet der Apachen verblieben waren.
Alle Männer wurden niedergekämpft, ein einziger konnte sich retten, Johnson selbst hatte sich schon vorher aus dem Staube gemacht.
Die verbliebenen Bergleute in Santa Rita verließen fluchtartig die Kupferminen und kehrten nach Chihuahua zurück, es folgte ein jahrelanger Kleinkrieg zwischen den Apachen und Mexikanern, die wenigen amerikanischen Siedler mussten sich schließlich aus der Region zurückziehen. Für etwa zehn Jahre hatten die Mimbreno Ruhe vor dem weiteren Vordringen der Amerikaner.


Morning Star
Morgen-das ist der erste Tag vom Rest Deines
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2

13.09.2008, 10:36

RE: ein unmenschliches Gesetz

Kennst du die British Scalp Proclamation von 1744 der Regierung von Massachusetts ? Skalpiert habe auch schon die Skythen laut Herodot 440 v. Chr.

http://www.danielnpaul.com/BritishScalpP…ation-1744.html
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Kiowa_Reenactor

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3

13.09.2008, 12:11

tipi
es ging doch dabei garnicht ums skalpieren,es ging im grunde darum die gegend zu "säubern" udn vor allem wie verlockend es doch für viele hunter war,sich so das geld zu verdienen.
es ist ebenso wie in der heutigen politik,keiner der betroffenen wird direkt mit dem in verbindung kommen der sowas ausgesprochen hat und somit sind sie kaum angreifbar.
nach wie vor-bei geld hört die freundschaft

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4

13.09.2008, 13:08

Skalpieren

Hallo Tipidancer,

mir sind mehrere solche Gesetze oder Erlasse von Staaten und Gouverneuren bekannt, man denke nur mal an den Zeitraum des
siebenjährigen Krieges.

Bezüglich der Apachen weiß man ja, dass diese ursprünglich fast nie
Skalps genommen haben, wenn überhaupt, ein oder zwei Stück aus
rituellen Gründen.

Letztlich wurde aber immer wieder mit dem Finger auf die bösen skalpierenden Indianer gezeigt, aber wer - frage ich - hat aus dem Nehmen eines Skalpes ein Geschäft gemacht ?


Kiowa Reenactor, bezüglich Deines Beitrages noch ergänzend :
der eine Trapper, welcher der Rache der Apachen entkommen konnte,
wurde Jahre später Oberbürgermeister von Los Angeles.

Gruß Morning Star
Morgen-das ist der erste Tag vom Rest Deines
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5

13.09.2008, 16:49

Kio,
hab ich etwas anderes gesagt ? Der Skalp ist doch hier eher als eine Art Document für getötete Feinde zu sehen, für den man Geld kassiert, das der Skalp in der Indianischen Bevölkerung einen anderen Stellenwert einnimmt ist wieder eine andere Sache. Ich wage zu behaupten das auch Weiße Weiße in den Kämpfen skalpiert haben da es doch einfacher ist ein paar Haare durch die Gegend zu tragen als andere Beweise für das töten und säubern einer bestimmten Gegend von Feinden.
http://www.earlyamerica.com/review/1998/scalping.html


Tipidancer
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6

13.09.2008, 20:38

Hallo Morning Star,

wie immer, vielen Dank für deine gut und interessante Ausführung.

Hat nicht der Film auch was damit zu tun (von der Handlung her) ?????
Kenne diesen Film zwar nicht, aber wenn ich dass da so lese.

Apachen - Blutige Rache
http://www.amazon.de/Apachen-Blutige-Rac…45744555&sr=1-1

noch was über die Apachen
http://www.accessgenealogy.com/native/apache/

LG
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7

13.09.2008, 21:01

Film

Hallo FeelingCrowWoman,

der DEFA - Spielfilm >Apachen> hatte die Ereignisse in und um Santa Rita beinhaltet, der ansich gut gemachte Film verzerrte in vielen Details
die historische Wahrheit, z.B. war der im Film dargestellte Apache Nana
zur Zeit der Handlung erst etwa dreißig Jahre alt.

Ein Jahr später folgte diesem Film dann > Ulzana< ebenfalls ein Kapitel
der Apachenkonflikte

Gruß Morning Star
Morgen-das ist der erste Tag vom Rest Deines
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8

20.09.2008, 08:09

Mangas Coloradas

Wie bereits geschildert, wurde Mangas Coloradas nach der Ermordung von Juan Jose zum neuen Häuptling der Mimbreno gewählt. Der über zwei Meter große Mann war etwa um das Jahr 1795 geboren worden und hatte sich bereits als Stellvertreter des obersten Häuptlings durch eine der Apachen – Tradition widersprechende Handlung einen Namen gemacht,
Auch bei den Apachen konnte ein Mann mehrere Frauen haben. Mangas Coloradas hatte sich aber eine gefangen genommene mexikanische Frau namens Carmen ausgesucht, welche er zur Ehefrau nehmen wollte. Das war aber gegen die Gewohnheiten und Moral der Apachen und die zwei indianischen Frauen protestierten dagegen. Entweder würde er die Mexikanerin nur als Nebenfrau betrachten oder die Brüder der beleidigten Indianerinnen verteidigten die Ehre dieser Beiden in einem Zweikampf. Mangas wählte den Zweikampf und gewann mit dem Messer an einem Tag mehrere Duelle. Als Erster in der Geschichte der Apachen – Stämme heiratete er eine Mexikanerin. Diese schenkte ihm drei Söhne und drei Töchter.
Während sich der Mimbreno gegenüber den Mexikanern feindlich verhielten, gewährte er den amerikanischen Truppen freies Geleit, als diese im Krieg gegen Mexico ihr Gebiet querten.
Nach diesem, von 1846 bis 1848 dauernden Krieg streckten nach und nach die Amerikaner ihre Hände nach dem Land der Apachen, unter ihnen auch Goldsucher. Mangas Coloradas hatte mit den Amerikanern in 1852 noch einen Friedensvertrag geschlossen. Als er einmal versuchte, die Goldsucher mit einer List aus Pinos Altos zu vertreiben, wurde er von diesen an einen Baum gebunden und bis zur Bewusstlosigkeit ausgepeitscht. Von nun an kämpfte Mangas gegen die Amerikaner, ihm war jedoch bewusst, dass die Mimbreno allein den Feind nicht besiegen konnten. Deshalb verheiratete er seine Töchter mit den Häuptlingen der Mescalero – Apachen, der Weißberg – Apachen und der Chiricahua – Apachen. Somit waren alle Stämme auch verwandtschaftlich verbunden. Aber gerade sein Schwiegersohn Cochise von den Chiricahua wollte zunächst Frieden mit den Amerikanern halten, er erlaubte ihnen die Durchfahrt des strategischen Apachenpasses sowie die Errichtung von Fort Buchanan.
Erst im Jahre 1861 wurde Cochise einer Kindesentführung beschuldigt, für welche er nicht verantwortlich gewesen war, als die damit verbundenen Ereignisse eskalierten, war auch Cochise ein geschworener Feind der Amerikaner. Gemeinsam mit Mangas wurden Wagenkolonnen attackiert, der Postverkehr zum Stillstand gebracht und die Goldgräberstadt Pinos Altos angegriffen, welche nach einigen Stunden erobert war. Da im selben Jahr der amerikanische Bürgerkrieg ausbrach, gelang es den vereinten Stämmen, die Soldaten aus Arizona zu drängen. Im Juli 1862 kam es am Apache Pass zu einem Gefecht mit den Blauröcken des aus Kalifornien marschierenden Star Chief Carleton, in dessen Verlauf wurde
Mangas in die Brust getroffen. Cochise wollte seinen Schwiegervater unbedingt retten und ließ den Häuptling in ein mehr als hundert Meilen entferntes Dorf in Mexico tragen. Dort lebte ein mexikanischer Wunderarzt. Cochise übergab diesem Arzt Mangas mit folgenden Worten > Mach ihn gesund, wenn er stirbt, wird diese Stadt sterben<
Einige Wochen später erholte sich Mangas in seinen Bergen, hier hörte er von der Gefangennahme der Mescalero bei Bosque Redondo und der gnadenlosen Jagd der Blauröcke auf alle Apachen. Mangas war fast siebzig Jahre alt, der jahrelange Kampf hatte ihn ermüdet, er wünschte sich endlich Frieden für sein Volk. Im Januar 1863 näherte sich seinem Lager ein Mexikaner mit weißer Fahne und teilte ihm mit, Soldaten wären in der Nähe und wollten Friedensverhandlungen führen. Obwohl ihn seine Krieger warnten, entschloss sich Mangas, zu den Soldaten zu gehen. Als das Soldatenlager erreicht war, hisste ein Captain eine weiße Fahne, kaum waren Mangas begleitende Krieger verschwunden, wurde der Mimbreno festgenommen und in das alte Fort Mc Lean am Mimbres River gebracht, wo zur selben Zeit General West eintraf. Mangas, der sein Vertrauen bereits bereut hatte, weigerte sich, mit dem General zu sprechen. Für die Nacht waren zwei Soldaten als Wache für Mangas eingeteilt.
General West stammelte den zwei Soldaten zu, den Apachen am Morgen lieber tot zu sehen.
Die „Wächter“ machten nachts ein Feuer, erhitzten darin ihre Bajonette und hielten diese dem Häuptling an Füße und Beine. Der Mimbreno sagte den Wachen in Spanisch, er sei kein Kind, mit dem man herumspielen kann, daraufhin richteten die Posten ihre Gewehre auf Mangas und schossen auf ihn. Gleich danach schossen sie auch ihre Pistolen auf den am Boden liegenden Mann ab, ein Soldat skalpierte Mangas, der andere Soldat trennte seinen Kopf ab, kochte ihn, trennte das Fleisch ab, um die Trophäe zu Ausstellungszwecken nach dem Osten verkaufen zu können. Die Leiche warf man in einen Graben. Im offiziellen Bericht hieß es, der Häuptling wäre auf der Flucht erschossen worden. So starb nach Juan Jose auch Mangas Coloradas durch Verrat der Weißen…

Morning Star
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9

20.09.2008, 15:23

Hallo Morning Star,

vielen Dank wieder für deinen ausführlichen Bericht und Ausarbeitung.
War wieder sehr interessant, alles zu lesen.
Mangas Coloradas Kopf ( Schädel ) befindet sich in Washington, im Smithsonian Institut (Museum für Anthropologie und Naturwissenschaften).

LG
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27.09.2008, 08:22

ein Chiricahua muss handeln

Als Chochise die Lieblingstochter von Mangas Coloradas heiratete, glaubte der Häuptling der Mimbreno, durch die Heirat die Chiricahua – Apachen als weitere Verbündete im Kampf gegen die Amerikaner gewonnen zu haben. Cochise erfüllte seinem Schwiegervater aber gerade diesen Wunsch jedoch vorerst nicht. Er versuchte zunächst, friedlich mit den weißen Amerikanern auszukommen. Dieser Friede war den Amerikanern sehr wichtig, führte doch eine wichtige Route durch das Land der Chiricahua, auf welcher die Postkutschen von Saint Louis nach Kalifornien fuhren. Auf dem Gebiet der Apachen lag der strategisch so wichtige Apache – Pass, dort befand sich auch die Hauptstation der ganzen Postkutschenlinie, wer den Pass beherrschte, kontrollierte den ganzen Trail. Mit Cochise`s Erlaubnis in 1855 errichteten die Amerikaner einige Meilen unterhalb des Passes das Fort Buchanan. Am Pass befand sich noch eine kleine Farm eines Iren, John Ward. Seine Frau, eine Mexikanerin, war früher von Apachen entführt worden und hatte einen Sohn, dessen Vater ein Apache war.
Die Frau war später freigelassen worden und fand auf der Farm ein neues Zuhause. Im Jahre 1861 war Ward einmal nicht auf seiner Farm und während seiner Abwesenheit holten sich einige Coyotero – Apachen den Jungen und ein paar Stück Vieh. Ward forderte nach seiner Rückkehr die Hilfe des Kommandanten von Fort Buchanan. Der Kommandant beauftragte den jungen Leutnant Bascom mit der Suche nach dem Jungen. Bascom, ein Absolvent einer Militärakademie, sah in dem Befehl eine günstige Gelegenheit, Karriere zu machen. Er schickte Cochise eine Aufforderung, zum Apache – Pass zu kommen. Als dieser, nichts ahnend im Lager der Kavallerie mit einigen Verwandten eintraf, beschuldigte ihn Bascom der
Entführung des Jungen. Cochise erklärte dem Leutnant in aller Ruhe, das nicht die Chiricahua den Jungen entführt hätten, sondern einige Coyotero. Bascom ignorierte jedoch die Worte und erklärte Cochise für verhaftet. Dieser schlitzte jedoch blitzschnell mit dem Messer die Zeltwand auf und flüchtete, während ein Bruder und zwei Neffen von Cochise gefangen blieben. Obwohl der Chiricahua – Häuptling bei der Flucht angeschossen wurde, griff er noch am selben Abend eine Postkutsche an und nahm einige Männer gefangen, um diese Bascom zum Austausch mit seinen Verwandten anzubieten. Bascom bestand aber darauf, den Jungen und das Vieh ebenfalls zu erhalten. Cochise belagerte die Soldaten und bot dem Leutnant nochmals den Austausch der Gefangenen an, als dieser erneut ablehnte, brachte Cochise seine Gefangenen um. Bascom antwortete seinerseits, indem er die drei Chiricahua hängen ließ.
Ab diesem Zeitpunkt übertrugen die Chiricahua ihren bisherigen Hass gegen die Spanier und Mexikaner auf die Amerikaner. Ein Vierteljahrhundert lang sollten sie und andere Apachen einen ununterbrochenen Kleinkrieg gegen die Amerikaner führen. Cochise, der von den Weißen, die ihn kannten, als freundlich und sein Äußeres sehr ordentlich und sauber, eingeschätzt wurde, begann einen jahrelangen blutigen Krieg, nach dem Mord an Mangas Coloradas wurde er zu dessen Nachfolger gewählt. Als ihn der erste indianische Kommissar für indianische Angelegenheiten, Ely Parker, in 1871 zu Gesprächen nach Washington einlud, lehnte er dieses ab, erst etwa ein Jahr später gelang es dem General Howard, mit Hilfe von
Thomas J. Jeffords (Beitrag >Film – Der gebrochene Pfeil<) mit Cochise einen Friedensvertrag zu schließen, dieser Vertrag wurde von den Chiricahua bis zum Tode von Cochise in 1874 eingehalten. Keinem anderen Häuptling der Apachenstämme gelang es danach wieder, so viele Krieger zu vereinen, wie es Mangas Coloradas und Cochise vermochten. Unter Cochise kämpfte auch der bis zum Tode des vorbenannten Häuptlings eher weniger bekannte Krieger Geronimo, damals etwa 45 Jahre alt.


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27.09.2008, 11:27

Hallo Morning Star,

kann nur wieder mich wiederholen, eine sehr gute Zusammenfassung der Ereignisse von damals.
VIELEN DANK, für deine Ausführungen, sind immer Klasse zu lesen.

Hier noch was dazu

http://www.desertusa.com/magfeb98/feb_pap/du_apache.html
http://www.desertusa.com/ind1/Cochise.html

LG
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