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29.01.2012, 11:55

Winnemem Wintu geben nicht auf

Seit mehr als etwa tausend Jahren lebten die Winnemem Wintu entlang des Mc Cloud River,
im nördlichen Kalifornien. Winnemen Wintu bedeudet > Middle Water People < weil dieser Stamm zwischen dem Sacramento – und dem Pit River Fluss lebten. Es war und ist eine sehr traditionelle Gruppe, welche ihre Entstehung sehr stark mit dem Wasser verbindet. Die nahezu wichtigste Ernährungsgrundlage bildete der Lachs, vergleichbar mit der Bedeutung des Bison für andere Stämme. In 1851 trat dieser Stamm per Vertrag ein sehr großes Gebiet an die Regierung ab, im Gegenzug sollten die Winnemem Wintu ein etwa 25 Quadrat – Meilen großes Reservat erhalten. Die Vertragsbedingungen wurden niemals erfüllt und das versprochene Land wurde ihnen gewaltsam von Siedlern und Bergleuten entrissen. Schließlich erhielt der Stamm zum Ende des 19. Jahrhunderts einige Landzuteilungen als Allotments. In den 1930 er Jahren begann die Regierung mit der Errichtung des Shasta – Staudammes. Die etwa 4480 acre Land – Allotments fielen unter jenes Gebiet, welches in der Folge des geplanten Staudammes geflutet werden sollte. Die Regierung versuchte damals die Zustimmung der jeweiligen > Allotees < ( Inhaber der jeweiligen Landzuweisung ) zu erlangen. Da viele Allotees ablehnten bzw. weil viele Allotees bereits verstorben und deren Erben nur schwer aufzufinden waren, trat ein Regierungsgesetz in Kraft ( Central Project – Indian Land Acquisition Act ) , wodurch dieses Land per Gesetz genommen werden konnte.
Dieses Gesetz versprach einen entsprechenden „Landersatz“ wo die Errichtung von Wohnstätten und der Wiederaufbau der Stammeskultur durch Bundesmittel versprochen wurde. Dieser Teil dieses Gesetzes wurde nie erfüllt. Die Winnemem Wintu mussten ihr Land verlassen, in der Folge der Flutung gingen etwa neunzig Prozent ihres Landes im wahrsten Sinne des Wortes unter. Als z. b. die Veteranen dieses Stammes von ihrer Teilnahme vom Zweiten Weltkrieg heimkehrten, erblickten sie an ihrer einstigen Wohnstätte nur noch einen Wasserspiegel. Mit der Flutung gingen traditionelle Wohnstätten als auch Heilige Stätten für immer verloren. Lediglich die Toten eines Friedhofes wurden umgebettet.
Bis in 1985 waren die Winnemem Wintu ein anerkannter Stamm der USA, ein wichtiger Faktor für indianische Stämme, um Bundesmittel zu erhalten. Ohne Begründung und Erklärung stoppte das Innenministerium die bis dahin erfolgte Unterstützung. Die Winnemem Wintu „verschwanden“ beim BIA von der Liste der anerkannten Stämme. Da hiervon auch die gesundheitliche Versorgung des Stammes abhängt, sind die Angehörigen seit Jahren gezwungen, medizinische Hilfe in einer gemeinnützigen Klinik zu suchen, welche eine etwa dreistündige Anreise voraussetzt. Inzwischen gibt es neue Bedrohungen für den Stamm. Es gibt Pläne, den Shasta – Staudamm zu erweitern, was die Flutung und Zerstörung der letzten verbliebenen Kulturstätten der Winnemem Wintu bedeuten würde. Betroffen ist von diesem Erweiterungsplan auch der „Indian Cemetery“ ( Friedhof ) Dieser Friedhof, ohnehin nicht im Besitz des Stammes, wurde dem „ Büro für Landkultivierung“ übereignet. Dieses Büro aber verbietet grundsätzlich Beerdigungen auf „seinem“ Land. Es ist offensichtlich, dass die Regierung besorgt ist, die Winnemem Wintu könnten der Erweiterung des Dammes im Wege stehen. Der Stamm kämpft seit Jahren gegen diese Erweiterung.

„ Beedi Yalumina ! Winnemem Wintu“ ( Never give up )


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29.01.2012, 13:01

Hallo Morning Star,

vielen Dank für deinen Beitrag und Bemühungen. ;) :)

Hab natürlich hier wieder was bei zusteuern ;)

Winnemem Wintu Lawsuit Against The US Government

http://www.youtube.com/watch?v=dlVuDeEsZ98

Winnemem Wintu Endangered Sacred Sites

http://www.youtube.com/watch?v=T5ZTx7GZmqE

Bild von Shasta Damm
Bild von Winnemem Spiritual Leader and Tribal Chief Caleen Sisk-Franco

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04.02.2012, 11:40

Kriegstanz gegen einen Damm

Hallo "FeelingCrowWoman"

danke sehr für die bildhaften Ergänzungen zum Thema :)

Bereits vor dem Jahre 2000 wurden Stimmen laut, den Shasta – Damm zu erhöhen, welches die Größe der momentanen Wasseroberfläche dieses Dammes etwa verdoppeln würde. Diese Erhöhung wäre mit der Flutung von gewaltigen Landschaftsflächen verbunden. Für die Winnemem Wintu würde es die unwiderrufliche Zerstörung der etwa noch vierzig vorhandenen Kulturstätten bedeuten, ein Verlust, welcher die Fortdauer der immer noch traditionellen Lebensweise dieses Stammes ein jähes Ende bereiten würde. Als die Winnemem Wintu von diesen Plänen hörten, waren sie bestürzt und wussten zunächst nicht, was zu tun wäre. Caleen Sisk – Franco, spirituelle Führerin und gleichzeitig Stammeshäuptling, suchte Rat bei den Vorfahren und Spirits. Nach langen Gebeten wussten die Winnemem Wintu, dass sie sich wehren müssen. In 2004 wurde nach mehr als einhundert Jahren ein Kriegstanz inszeniert. In 1887 war dieser Tanz zuletzt durchgeführt worden. Damals wehrte sich der Stamm gegen die Errichtung einer Fischzuchtanlage am Mc Cloud River. Diese Anlage hätte verheerende Auswirkungen für die Lachse gehabt. Etwa ein Jahr nach dem damaligen Tanz wurde diese Anlage durch eine Flut zerstört. Unter heutigen Bedingungen ( in 2004 ) musste ein solches Vorhaben ( Tanz ) natürlich angemeldet und von der entsprechenden Behörde genehmigt werden. Da ein Feuer entzündet werden sollte und die Tänzer ihrer traditionellen Waffen ( Pfeil und Bogen, Lanzen ) tragen würden, lehnte die Behörde ab. „Wir erlauben nicht das Tragen traditioneller Waffen“
Die Winnemem Wintu reagierten mit indianischem Humor. „Wenn wir keine traditionellen Waffen tragen dürfen, heißt dieses, dass wir moderne Waffen tragen dürfen“ ?
Ein damaliger Presseartikel konfrontierte die Behörde, ob sie nicht zwischen einer Gruppe traditioneller Indianer und Terroristen unterscheiden könne. Schließlich erkannte die Behörde die Nichtigkeit seiner Einwände und genehmigte das Event. Am Abend des 12. September begannen die Winnemem Wintu ihren Kriegstanz. Für vier Tage brannte ununterbrochen das Feuer, es wurde getanzt, gesungen, getrommelt und gebetet. Die Spirits antworteten auf ihre Weise. Täglich kreiste ein Fischadler über dem Tanzgrund und einmal ließ er eine Feder fallen, welche genau im Tanzkreis landete. Ein Bald Eagle zirkelte geraume Zeit über den Tänzern, er flog immer wieder hin und her, als würde er das Ereignis beobachten. Nach vier Tagen ununterbrochener Aktivität wurden die Teilnehmer langsam müde. Gleichzeitig bemerkten alle Teilnehmer jedoch ein Wiederaufleben von innerer Stärke.
Das Ereignis wurde von vielen Gästen besucht, Indianer, Weiße, Reporter und von Umweltschützern. Dieser Kriegstanz war keine Kriegserklärung an die USA, er war eine Botschaft und ein Versprechen an die gesamte Welt, dass sich die Winnemem Wintu gegen einen Ausbau des Shasta – Dammes wehren werden.

Das Projekt zur Damm – Erhöhung ist mittlerer Weile heftig umstritten , nicht nur von Indianer und Umweltschützern, weil es langfristig mehr Schaden als Nutzen einbringen würde.

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04.02.2012, 19:43

Hallo Morning Star,

hab hier noch was bei zusteuern ;) :)

1880 War Dancers
Winnemem War Dance
Winnemem War Dance
Traditional Winnemem Wintu Territory

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11.02.2012, 11:36

Die > Coming of Age Ceremony <

Hallo "FeelingCrowWoman"

immer wieder faszinierend, deine Hilfe zu genießen :)

Eine der wichtigsten Heiligen Stätten ist für die Winnemem der > Puberty Rock < . Der in der Stammessprache bezeichnete > Kokospom < ist jener Ort, wo der Stamm seit Jahrtausenden eine Pubertäts – Zeremonie für die heranwachsenden Mädchen durchführte. In einer mehrtägigen Zeremonie wurden dort die Mädchen symbolisch in die Welt der erwachsenen Frauen aufgenommen. Diese > Coming of Age Ceremony < war zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die damalige US – Politik zum Erliegen gekommen. Erstmals in 2006 wurde diese Zeremonie ( Balas Chonas in Wintu ) wieder durchgeführt. Es war das Jahr als Marine, die Tochter von Caleen Cisk – Franco, durch diese Zeremonie in die Reihe der Frauen aufgenommen werden sollte. Die Winnemem sahen sich zur Durchführung der Zeremonie mit einigen Problemen konfrontiert. Der Puberty Rock liegt am Mc Cloud River, welcher den Shasta – Stausee speist. Die Stätte gehört dem US. Forest Service. Während der mehrtägigen Zeremonie wohnen das oder die Mädchen in einer dazu errichteten Hütte, welche aus Zedernrinde gebaut wird. Am letzten Tage dieser Zeremonie schwimmen alle teilnehmenden Mädchen symbolisch über den Fluss, um dort von den sie erwartenden Stammesfrauen in der „neuen Welt der erwachsenen Frauen“ begrüßt zu werden. Um den ungestörten Ablauf zu sichern, ersuchten die Winnemem den US. Forest Service ( als Eigentümer ) , den entsprechenden Flussabschnitt, etwa 250 Meter lang, für die Dauer der Zeremonie für die Öffentlichkeit zu sperren. Dieses wurde abgelehnt, der Forest Service veranlasste nur eine „freiwillige Schließung“ des Flussabschnittes. Da kein direktes Verbot bestand, diesen Teil des Flusses auch während der Zeremonie zu besuchen und zu befahren, kam es in 2006 zu beschämenden Störungen während des Ereignisses. Mehrere Hausboote lagerten in nächster Nähe zur Rindenhütte. Täglich befuhren Motorboote die Passage und störten den Ablauf der Zeremonie. Mehrfach wurden die Winnemem dabei von diesen Bootsinsassen verbal beschimpft und beleidigt. Viele dieser Störenfriede waren betrunken und riefen den Winnemem zu, der Fluß würde auch ihnen gehören. Bei einer Gelegenheit passierte ein solches Motorboot die Rindenhütte, wobei eine Frau auf dem Boot ihre Brüste entblößte, in Richtung der Rindenhütte. Die Präsenz dieser Boote stellten neben der Störung auch eine Gefahr für Marina dar, weil sie am letzten Tag den Fluss durchschwimmen musste…

In 2010 fand eine weitere Zeremonie für zwei Mädchen statt. Wieder lehnte der Forest Service die Sperrung des Flussabschnittes ab, obwohl es seit 2008 durch ein Gesetz ( Farm Bill ) sogar mühelos die rechtliche Möglichkeit gehabt hätte, dieses zu tun. Man teilte den Winnemem mit, man könne den Flussabschnitt nicht sperren, weil die Winnemem keinen anerkannten Stamm der USA darstellen. Demgegenüber steht die Tatsache, dass der Forest Service selbst die Winnemem als der „eingeborene Stamm“ des Mc Cloud River anerkennt.
Nachdem es wieder Störungen durch Motorboote gab, wurde der Flussabschnitt in 2010 schließlich am letzten Tage gesperrt, als die zwei Mädchen den Fluss durchschwammen.

Im Sommer 2010 war noch eine weitere Balas Chonas Zeremonie für Marisa Sisk geplant. Marisa soll als nächste Führerin der Winnemem ausgebildet werden. Aufgrund der Gefahren der letzten zwei durchgeführten Zeremonien hat Caleen Cisk – Franco ( Stammes – Chief ) dieses Ereignis jedoch verschoben. Möglicher Weise findet es in diesem Jahr statt, sofern eine Sperrung des Flussabschnittes während seiner Dauer erwirkt werden kann.

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11.02.2012, 13:05

Hallo Morning Star,

auch hier kann ich wieder was mit einbringen. ;) :)

Public Interference -- Winnemem Coming of Age Ceremony, 2006

http://www.youtube.com/watch?v=RiB72fudb5I

Puberty Ceremony

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25.02.2012, 17:23

Das Lachs - Bündnis

Die Schöpfungsgeschichte der Winnemem erzählt davon, dass die Menschen einst aus einer Quelle des Mc Shasta – Berges hervor sprudelten. Diese Menschen waren hilflos und ohne menschliche Stimme. Es war Nur ( der Lachs ) der sich um diese Menschen kümmerte und ihnen seine eigene Stimme gab. Als Dank dafür gelobten die Winnemem, sich immer um „Nur“ zu kümmern und für ihn zu sprechen. Dieses Bündnis hatte für Jahrtausende Bestand.
Mit der Ankunft von Siedlern, Bergleuten und Goldsuchern wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Gleichgewicht der Fischbestände in den Gewässern Kaliforniens erheblich beeinträchtigt. Die Fischbestände gingen drastisch zurück. Zu Beginn der 1870 er Jahre gründete die US – Regierung deshalb die ersten Fischzuchtanlagen, um diesen Misstand entgegen zuwirken. Die erste solche Anlage entstand in 1872 am Mc Cloud River. Die Winnemem waren unglücklich darüber, dass man ihren Lachs einsperrte. Immerhin war es dem Lachs jedoch weiterhin möglich, nach Jahren aus dem Pazifik „nach Hause“ , in den Mc Cloud River, zurückzukehren. Die Betreiber der Fischzuchtanlage begannen damit, Fischeier in verschiedene Länder zu exportieren, wo die Aufzucht des Chinook – Lachses jedoch aufgrund der ungünstigen Lebensräume oftmals misslang. Eine erfolgreiche Exportierung und Ansiedlung des originalen Mc Cloud River - Lachses gelang damals im Rakaia – River in Neuseeland. Die Winnemem wussten davon jedoch nichts. Als während des Zweiten Weltkrieges der Shasta – Staudamm errichtet wurde, war es den Lachsen unmöglich, an ihren Geburtsort zurück zukehren. Der Mc Cloud – Lachs musste sich entweder mit den Lachsen des Sacramento – River kreuzen oder er würde in diesem Teil Kaliforniens aussterben. Das Bündnis war gebrochen. Eine uralte Prophezeiung der Winnemem sagt aus : Wenn es keine Lachse mehr gibt, wird es auch keine Menschen mehr geben.
Der Kampf um den Erhalt des Lachses ist somit gleich dem Kampf um das Überleben der Winnemem selbst. Nachdem die Winnemem ihren Kampf um die Errichtung des Staudammes verloren hatten, „kämpften“ sie in den letzten Jahren gegen eine geplante Erweiterung dieses Dammes. Nach ihrem Kriegstanz in 2004 meldete sich ein Professor aus Neuseeland bei den Winnemem. So erfuhr der Stamm, dass die originalen Nachfahren ihre Mc Cloud River –Lachse in Neuseeland überlebt hatten. Nach einigen Jahren Vorbereitung reiste eine Gruppe von Winnemem in 2010 nach Neuseeland, um dort am Rakaia – River eine viertägige Zeremonie abzuhalten. Die Winnemem fanden dabei die Unterstützung des Maori – Stammes von Neuseeland. Während dieser Zeremonie entschuldigten sich die Winnemem bei „Nur“ für ihr Misslingen oder Versäumnis, den damaligen Bau des Staudammes nicht verhindert zu haben. Gleichzeitig gelobten die Winnemen, ihren Lachs wieder nach Hause zu holen. Die Spirits der Lachse signalisierten den Winnemem während der Zeremonie die Akzeptanz der Entschuldigung als auch ihre Bereitschaft, in den Mc Cloud River zurück zukehren. In der Folge des Besuches in Neuseeland haben die Winnemem mit den entsprechenden Behörden in Neuseeland verhandelt, einer Rückkehr von Fischeiern steht von Seiten Neuseelandes nichts mehr im Wege. Gleichzeitig fanden auch in Kalifornien entsprechende Gespräche mit den Behörden statt, insbesondere mit der National Oceanic and Atmospheric Administration sowie dem Bureau of Reclamation. Beide Behörden haben ihr grundsätzliches Interesse und Einverständnis zur Wiederansiedelung der Lachse in den Mc Cloud River bekundet. Eines der größten Probleme ist diesbezüglich die Überwindung des Shasta – Staudammes für die Lachse, wenn sie vom McCloud River in den Pazifik zurückkehren wollen oder umgekehrt. Die Winnemem erarbeiten derzeitig in „Feldarbeit“ Möglichkeiten, wie dieses Problem zu lösen wäre. Gerade in den letzten Jahren gab es hierzu Neuentwicklungen. So genannte „Fischleitern“ ermöglichen den Lachsen ein Überwinden von Hindernissen auf ihrem Weg.
Noch in diesem Frühjahr sollen die Ergebnisse dieser Feldarbeit den Behörden vorgelegt werden.

„When there are no more salmon, there will be no more Winnemem people“
( uralte Prophezeiung der Winnemem )


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27.02.2012, 19:07

Eine prima Zusammenfassung und Übersicht über die Wintu und ihre derzeitige Situation. Danke Morningstar dafür, - und auch Feeling Crow für die entsprechenden Links. Die Wintu sind ein sehr interessantes Volk und bewundernswert für ihren starken Willen ihre Kultur zu erhalten und zu leben.

Grüße

Lenu

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31.03.2012, 21:30

Unterstützerbrief aus Oregon

Die Winnemem planen in diesem Jahr eine Coming of Age Ceremony für die 16 - jährige Marisa. Diese Zeremonie soll vom 30. Juni bis 03. Juli stattfinden. Derzeitig bemühen sich die Winnemem um eine Sperrung des entsprechenden Flussabschnittes während dieser Zeremonie durch die entsprechende Behörde ( Forest Service ) Bislang ist diese Behörde offenbar nicht gewillt, den Flussabschnitt für die Öffentlichkeit zu sperren. Unterstützung fanden die Winnemem erst unlängst durch den Brief einer Gruppe aus Oregon, geschrieben wurde der Brief von einem Mitglied dieser Gruppe . Diese Frau hat den Winnemem erlaubt, ihren Brief auf ihrer Homepage zu veröffentlichen, mit der Bedingung, nur ihre Initialen zu verwenden - R. K.

In ihrem Brief an die Behörde ( Forest Service ) berichtet diese Frau darüber, dass sie als willkommener Gast die letzten zwei Zeremonien besucht und Teilelemente dieser Zeremonie miterleben durfte. Ebenso wird die mehrfache Störung während dieser Events durch Zivilpersonen ( u.a. jene Frau, welche im vorbeifahrenden Boot provokativ ihre Brüste entblößte ) erwähnt.

Die Unterstützerin weist in ihrem Brief darauf hin, dass die USA die Deklaration der Rechte indigener Völker unterschrieben haben und nach Artikel 12 dieser Deklaration diesen indigenen Gruppen das Recht zusteht, entsprechende traditionelle Zeremonien an entsprechenden Stätten ( ohne Störung ) durchzuführen.

Am Ende des Briefes appelliert die Unterstützerin an die hier vorhande Verantwortlichkeit des Forest Service, die Vorsätze der UN - Deklaration entsprechend umzusetzen
( Der Textinhalt des Briefes ist hier nur sinngemäß wiedergegeben )

Der Brief ist unter folgendem Link einsehbar :

http://www.winnememwintu.us/2012/03/22/910/

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12.05.2012, 12:58

Gesuch der Winnemem ignoriert

Für diesen Sommer ist eine weitere > Coming Of Age Ceremony < für die 16 - jährige Marisa Sisk geplant.
Um einen ungestörten Ablauf dieser viertägigen Zeremonie zu gewährleisten, hatten die Winnemem bei der
entsprechenden Behörde ( Forest Service ) ein Gesuch eingereicht, den entsprechenden Flussabschnitt
am Mc Cloud - River für die Dauer der Zeremonie für die Öffentlichkeit zu sperren. Als Frist für die Beantwortung
dieses Gesuches war der 1. Mai gesetzt worden. Leider wurde dieses Gesuch von der Behörde ignoriert.
Nach einem Besuch der Winnemem bei der Behörde wurde ihnen mündlich mitgeteilt, eine Sperrung des
Flussabschnittes wäre nur für einen von der US - Regierung anerkannten Indianerstamm möglich. Die Winnemem
sind jedoch nur vom Bundesstaat Kalifornien als Stamm anerkannt. Da den Winnemem nur noch wenige Wochen
bis zur geplanten Zeremonie verbleiben, wollen sie in den nächsten Wochen mit mehreren Aktionen auf ihr Anliegen
aufmerksam machen. So soll in Kürze ein weiterer "Kriegstanz" als auch Meetings am 31. Mai und 01. Juni durchgeführt
werden. Die Winnemem erhalten inszwischen die Fürsprache von Angehörigen anderer Stämme als auch von
nichtindianischen, amerikanischen Bürgern.

Bei der letzten durchgeführten Coming Of Age Ceremony war es zu mehreren Störungen durch undisziplinierte, teilweise
auch betrunkene Besucher gekommen. Einige dieser Besucher beleidigten die Winnemem mit ihren Zurufen, wie
z.B. "Fat Indians" oder “It’s our river too, dude!”

Die Winnemem sind fest entschlossen, weiterhin für eine ungestörte Zeremonie zugunsten von Marisa zu kämpfen.

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