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24.09.2011, 15:38

Apachen in den südlichen Plains

Bei den Apachen waren es vornehmlich die Jicarilla, Mescalero und Lipan welche
Plains-Attribute annahmen, jedoch kulturell und religiös typisch "Apache" verhaftet blieben. Die Na-ish-sha (Plains-Apache oder Kiowa-Apache) zählten natürlich hier dazu als typische Vertreter der Plains-Kultur, die aber unabhängig von den übrigen Apachen und erst Jahrhunderte später in die südlichen Plains wanderten. Die vorgenannten Gruppen siedelten sich eigentlich eher in den Randgebieten an und jagten in den Plains die Bisons saisonal, wurden auch teilweise von den Comanche and die Randgebiete gedrängt als diese gegen 1700 in den südlichen Ebenen angelangten. Sprachlich unterschieden sich die Jicarilla, Mescalero, Lipan und Kiowa-Apchen, da sie unterschiedliche Dialekte des Apache sprachen. Mescalero ist ziemlich identisch mit Chiricahua, die Lipan scheinen sich einst von den Jicarilla abgespalten zu haben und Kiowa-Apache weißt die größte Differenzierung dialektisch auf, da es sich sozusagen isolierter entwickelte. Wie oben beschrieben scheinen sich die Kiowa-Apache vor Jahrhunderten von den übrigen Apache-Gruppen, als diese noch im Norden der heutigen USA lebten, abgespalten zu haben, als die Hauptgruppen weiter südlich wanderten. Sie verblieben viel länger im Norden und schlossen sich den Kiowa an. Im 19. Jahrhundert interviewte Älteste der Kiowa und Kiowa-Apache sagten, "dass sie keine Erinnerung daran hätten, wann ihre Stämme nicht zusammen waren" .
Beide Stämme erninnern sich an eine Zeit als sie zusammen im hohen Norden in den Bergen lebten. Das müßte Montana und Wyoming gewesen sein nach modernen Erkenntnissen. Ein Augenzeugenbericht eines "Medicine-Dances" der Kiowa-Apache (Thomas Battey, 1872) läßt darauf schließen das dieser Medicine Tanz starke Ähnlichkeiten und Konzepte aufwies zur Berggeist-Zeremonie der südwestlichen Apachen.
Daher hätten also die K.-Apache trotz langer Isolation von anderen Apachen-Verwandten Apache-typische Religionskonzepte beibehalten, obwohl sie kulturell den Plains zuzurechnen sind. Sie haben niemals den sogenannten Sundance der Kiowa oder anderer Plains-Stämme als Stamm angenommen, waren aber wohl bei den Zeremonien der Kiowa anwesend und im Stammeskreis integriert.
(Quellen: Mooney - Calendar History of the Kiowa Indians; Karl. H. Schlesier - Plains Anthropologist - The Plains Ceremonial called Sundance; M. Boyd - Kiowa - Voices; Thomas E. Mails - The People called Apache; K. Schweinfurth - Prayer on to of the Earth, the spiritual Universe of the Plains-Apache).

Grüße

Lenu

Kiowa_Reenactor

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2

25.09.2011, 02:47

danke dir für die infos

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3

08.10.2011, 21:20

Die Lipan

Hier hat "Lenu" einen interessanten Themenbereich gestartet. Die Plainsapachen ( in ihrer Gesamtheit) finden zumeist weniger Beachtung und werden auch historisch nur als "Fussnote" erwähnt.

Zu den selbst von Historikern immer wieder verkannten oder auch verfälscht beschriebenen Apachen der Plains gehören die Lipan – Apachen. Die Lipan waren die östlichste von allen Apachengruppen. Die Urahnen der Lipan sind vermutlich im vierzehnten Jahrhundert oder noch früher aus Kanada in die südlichen Plains eingewandert. Um 1600 n. C. lebten Gruppen der Lipan im südlichen Colorado, im nord – und nordöstlichen Teil des heutigen New Mexico, im Texas Panhandle
( der Texas - Pfannenstiel ), in Kansas und Nebraska.

Die Bezeichnung Lipan leitet sich von dem Wort > Ipa –n`de < ab und wird zumeist mit der Benennung > das hellgraue Volk < übersetzt ( light gray people ) Die Lipan selbst nennen sich > Tindi < ( Volk der Berge ) Es gibt jedoch bezüglich des Namensursprungs sehr verschiedene Meinungen.

Während die Lipan zumeist in Verbindung mit Texas Erwähnung finden, wird ihre Rolle in der Geschichte von New Mexico oftmals übersehen. Die ersten Indianer, welchen der spanische Conquistador Coronado außerhalb von New Mexico begegnete, waren Lipan. Coronado nannte sie Querechos und bewunderte ihre Hundetravois, ihre Fähigkeiten der Bisonjagd sowie die beeindruckenden Unterkünfte, das Tipi. Gruppen der Lipan lebten zu dieser Zeit entlang des Canadian River und den Nebenflüssen und waren eng mit den Jicarilla verbunden. Entgegen den weit verbreiteten Ansichten einiger Historiker waren diese östlichen Apachen keine Feinde der Pueblo – Indianer. Die verschiedenen Apachengruppen unterhielten nahe Handelsbeziehungen zu verschiedenen Pueblo – Dörfern, darunter Taos.
Die Spanier hassten diese frei lebenden Apachen und versuchten, die Pueblo –Indianer von ihnen fernzuhalten. In den Augen der Spanier waren die Apachen Unruhestifter, weil immer wieder einzelne Pueblo aus den Missionen zu ihnen flohen. Mit diesen entflohenen Missions – Pueblos gelangten auch einige der ersten Pferde zu den Apachen. Gelegentliche Konflikte zwischen Apachen und Pueblo entstanden während Dürre – und somit Hungerperioden oder wenn ein Pueblodorf zu stark mit den Spaniern kooperierte. Demgegenüber wurden die Pueblo immer wieder von den Faraones ( eine Untergruppe der Mescalero ) , welche im zentralem New Mexico lebten, attackiert. Der Zusammenhalt zwischen den Pueblo und den Lipan wurde auch während der Revolte in 1680 dokumentiert, in diesem Aufstand der Pueblo gegen die Spanier waren die Lipan mit den Pueblo verbündet. Entgegen einer weiteren verbreiteten Annahme bestand zwischen den Spaniern und Lipan zunächst keine Feindschaft.
Im sechzehnten Jahrhundert hatte sich ein durchaus friedlicher, wechselseitiger Handel entwickelt. Diese friedliche Beziehung schlug in Feindschaft um, als der damalige spanische Gouverneur etwa 1627 Sklavenexpeditionen in die Plains entsandte. Damals wurde eine friedliche Gruppe Lipan samt ihres zum Glauben konvertierten Chiefs umgebracht. Als um 1700 die Comanchen in die südlichen Plains einwanderten, suchten die östlichen Apachen Frieden mit den Spaniern. Es sollte etwa ein halbes Jahrhundert dauern, bevor es den Comanchen gelang, die östlichen Apachen von ihrem Land zu drängen. Die Lipan suchten erst um das Jahr 1740 Hilfe bei den spanischen Missionen von Texas. Bis etwa 1787 gelang es ihnen jedoch, ihre Jagdgründe in den Llano Estacado gegen die Comanchen zu verteidigen.
Nach dieser Zeit leisteten die Lipan für beinahe ein Jahrhundert Widerstand in Texas, und New Mexico. Dabei suchten sie immer weiter südlich Schutz, bis nach Mexico hinein. Da sowohl Comanchen als auch Mexikaner als ihre Feinde betrachtet wurden, kämpften die Lipan auf Seiten der Texaner während ihres Kampfes um Unabhängigkeit. Gleichwohl dieser Hilfe wurden die Gruppen der Lipan später gezwungen, sich in Reservationen anzusiedeln. Ähnlich wie bei den westlichen Apachen ergaben sich nicht alle Gruppen der Lipan. Einige Gruppen flohen nach Mexico, wo sie immer wieder sowohl von Mexikanern als auch Amerikanern attackiert wurden. Noch in 1905 wurden einige Lipan von Mexiko zur Mescalero Reservation in New Mexico gebracht, wo bereits ab den 1870 er Jahren viele Lipan Zuflucht suchten und deren Nachkommen noch heute dort leben. Zwei weitere Gruppen der Lipan leben heute in Texas. Die Lipan Apache Band of Texas wurde erst in 2009 vom Staat Texas als Stamm anerkannt und kämpft derzeitig um bundesstaatliche Anerkennung.

Morning Star
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09.10.2011, 19:41

Gut rechercierter Bericht ,Morning Star . =)

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10.10.2011, 07:19

Die Lipan sind vermutlich auch die Mysteriösen Padoucas, die immer mal in der Literatur erscheinen
Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.
Karl Valentin (1882 - 1948 ) Münchner Querdenker und Wortkünstler

Und für das komische bin ich verantwortlich :D

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10.10.2011, 20:46

Padouca

Hallo "obercoyote"

mit der Bezeichnung > Padoucas < wurden vermutlich die Plains - Apachen ( alle dazugehörigen Stämme ) gemeint. George Bird Grinnell hat sich einmal speziell mit dieser Benennung befasst und die verschiedenen Berichte von Entdeckern, Reisenden, Militärs usw. unter die Lupe genommen und miteinander verglichen. Grinnell kam letztlich zu der Vermutung, dass es sich bei den Padoucas um Apachen handelte. Letztliche Gewissheit konnte jedoch auch Grinnell nicht nachweisen.

Eine ähnliche Auffasung dazu vertritt auch die Autorin K. P. Schweinfurth in ihrem Buch > Prayer On Top Of The Earth <

Hier noch ein Link, worin der damalige Artikel von Grinnell nachzulesen ist : > Who were the Padouca < ( Wer waren die Padouca )

http://www.archive.org/stream/whowerepad…inrich_djvu.txt

Gruß Morning Star
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7

12.10.2011, 18:34

RE: Padouca

schon Recht aber ich meine das die Lipan wirklich diese ominösen Reiter gewesen sein könnten, das man die Bezeichnung allg. für Plains-Apachen nennt , hat sich eingebürgert
Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.
Karl Valentin (1882 - 1948 ) Münchner Querdenker und Wortkünstler

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Desperado

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8

15.11.2017, 11:20

Aus meinem Buch, handelt im Neunzehnten Jahrhundert

Die Lipa in ihren Gotahs entlang der Flüsse und auf den versteckten Plateaus der Hochebenen von Texas und seiner nächsten Umgebung nennen sich alle "Leute". Da gibt es die Hochgrasleute, die Leute-der-grünen-Berge und die Leute-der-Lava-Betten, die Wildgansleute, Wolfsköpfe-Leute und Sonnenotterleute, die Leuchtender-Sturm-Leute und die Feuerleute, die Ohne-Wasser-Leute und die Großes-Wasser-Leute, die Kleiner-Lendenschurz-Leute und die Viele-Halsketten-Leute, die Mit-rotem-Schlamm-bemalten-Leute und die Rote-Haare-Leute, die Zu-Pulver-machen-Leute und die Stein-an-den-Kopf-gebunden-Leute. Die sich so nennen, weil sie je einen flachen Stein an den Schläfen mit sich herumtragen unter ihrem roten Bandana, das sie wie die Mescalero zum Turban binden, um sie für die Jagd mit der Schleuder stets griffbereit zu haben. Ansonsten sind die Lipa von Kopf bis Fuß in Leder gekleidet, das mit Perlen geschmückt ist, viele tragen ihre Haare auf der linken Seite kurz und auf der andern lang, damit die Mähne sie nicht behindert beim Pfeilschuss, sie sind hervorragende Bogenschützen und außergewöhnlich begabte Fährtenleser. Die Natagés, aus denen die Mescalero hervorgegangen sind, gelten bei Vielen bis heute als die "wahren, echten Apache". Spanier und Pocken haben das Volk der Lipa dahingerafft, Mitte der Achtziger gab es Ihrer grade mal noch Fünfzehnhundert, etwa ein Viertel davon Krieger, nicht nur die rot bemalten Jumano sind inzwischen ausgelöscht und für immer verschwunden.

dye
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