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23.04.2009, 17:59

Sappa Creek 23. April 1875

in den Morgenstunden des 23. April in 1875 attackierte eine Einheit der
>Sechsten Kavallerie< unter Führung von Lieutenant Austin Henely sowie
eine Gruppe von Büffeljägern am Sappa Creek in Nordwestkansas das Camp
der Band von Little Bull (Southern Cheyenne)
Bei dem unprovozierten Angriff verlor fast die Hälfte dieser Band ihr Leben,
erst viele Jahre später wurden Einzelheiten dieses Massakers bekannt.
mehr dazu am Wochenende.

Gruß Morning Star
Morgen-das ist der erste Tag vom Rest Deines
Lebens

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Morning Star« (23.04.2010, 10:12)


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25.04.2009, 08:07

Yellow Body Woman

Zu Beginn der 1870er Jahre machte sich die inzwischen organisierte Häutejagd auf die Büffel
zunehmend in den südlichen Plains bemerkbar. Insbesondere die Kiowa und Comanchen waren über das Eindringen der Weißen in ihre vertraglich zugesicherten Jagdgebiete südlich des Arkansas verbittert. Zusätzlich sorgten weiße Pferdediebe und die schlechte Versorgung bei den neuen Agenturen für weitere Aufregung bei den südlichen Stämmen der Kiowa, Comanchen, Arapahoe und Cheyenne. In 1874 kam es somit zu einem Krieg zur Rettung der Büffel – dem so genannten Red – River Krieg. Insbesondere ist aus dieser Zeit das Gefecht von Adobe Walls bekannt, weiterhin gab es in jenem Jahr jedoch zahlreiche Gefechte und Konflikte. Im September setzte die US Armee fünf Kolonnen in einer Zangenbewegung in Marsch. So griff z.B. General Mackenzie(Bad Hand) Ende September das Kiowalager von Lone Wolf am Palo Duro Canyon an, zerstörte das Lager, die Wintervorräte und ließ etwa 1400 Pferde erschießen. Den ständigen Attacken der Soldaten ausgesetzt, blieb den einzelnen Stämmen keine andere Wahl, sich nach und nach bei ihren Agenturen zu ergeben. Im März in 1875 streckte auch der Großteil der Southern Cheyenne die Waffen, der Krieg war vorbei.
Die Militärbehörden hatten beschlossen, die wichtigsten Anführer dieses Krieges zu bestrafen, von den insgesamt 72 ausgewählten Chiefs und Kriegern aller beteiligten Stämme waren 33 Cheyenne, alle zusammen sollten als Kriegsgefangene nach Florida deportiert werden. Am 06. April wurde damit begonnen, den Verurteilten Fußfesseln anzulegen. In der Nähe befand sich das Lager von White Horse. Als die Frauen Kriegsgesänge anstimmten, machte einer der verurteilten Krieger, Black Horse, einen Fluchtversuch und rannte in Richtung des Lagers. Die Wachen eröffneten sofort ein Gewehrfeuer, mehrere Geschosse flogen in das Lager und verwundeten mehrere Cheyenne. Das Lager geriet in Panik, jeder der konnte, flüchtete in die nahe gelegenen Sandhügel hinter der anderen Flussseite. Dort konnten sich die Cheyenne bis zur Dunkelheit gegen die angreifenden Soldaten verteidigen. In der Nacht flohen etwa 250 Männer, Frauen und Kinder in nördlicher Richtung…
Zu dieser Zeit lagerte die Band von Little Bull am Canadian, nur etwa 25 Meilen entfernt.
Die Band hatte den Winter außerhalb der Reservation verbracht und war auf dem Weg nach Darlington (Reservationsagentur der Cheyenne/Arapahoe) Am nächsten Morgen trafen einige Flüchtlinge aus White Horse´s Lager bei Little Bull ein. Diese erzählten, dass die Soldaten in der Agentur die Cheyenne töten. Daraufhin entschloss sich Little Bull, mit etwa zwanzig Zelten nach Norden zu ziehen, um sich den Northern Cheyenne anzuschließen. Die Armee hatte bald Kenntnis von dieser Gruppe, welche zu Gray Beard`s Leuten gehörte. Von Fort Wallace wurde die H – Kompanie der Sechsten Kavallerie ausgesandt, um die Band abzufangen.
Um die Soldaten zu verwirren, teilte sich die Gruppe nochmals auf, Little Bull hatte sein Lager mit zwölf Zelten (etwa 70 Personen) inzwischen am Nordarm des Sappa Creek errichtet, ein schwer zu findender, aber schlecht zu verteidigender Lagerort. Die verfolgende Kavallerie von Lieutenant Henely stieß in der Nähe auf eine Gruppe Büffeljäger, welche sich bereit erklärten, gegen einen Beuteanteil die Truppe zum Lagerplatz zu führen. Am frühen Morgen des 23. April griffen die Soldaten und Büffeljäger das Lager ohne jede Vorwarnung an und nahmen die Cheyenne unter Kreuzfeuer. Einigen gelang es jedoch, über das Steilufer hinter dem Fluss zu entkommen, dort befanden sich die Pferde. Die weitreichenden Gewehre der Büffeljäger hatten jedoch schon viele Frauen und Kinder getötet. Little Bull und Dirty Water versuchten, mit den Soldaten zu verhandeln. Als ein Sergeant auf die beiden zuging, wurde dieser jedoch von White Bear erschossen. White Bear hatte in der Nähe des Flussbettes versteckt gelegen und in Unkenntnis der Sachlage ( ist ungeklärt ) auf den Sergeant gefeuert.
Unmittelbar danach wurde Little Bull und Dirty Water von Soldaten erschossen. Nach weiteren Salven auf das Lager begannen die Soldaten, den flüchtenden Cheyenne nachzusetzen.
White Bear stand nun auf und feuerte den Soldaten nach, erst jetzt wurden die Soldaten auf ihn aufmerksam und erschossen ihn (White Bear hatte wahrscheinlich seinen Fehler bemerkt und suchte den Tod) Das Lager wurde vollständig zerstört. Es ist bekannt geworden, dass sich
Frauen den Angreifern entgegen geworfen haben, um anderen die Flucht zu ermöglichen, sie wurden erschlagen. Selbst Kleinkinder wurden erschlagen und in die brennenden Tipis geworfen. Es gab ähnliche „Übergriffe“ wie am Sand Creek. Der offizielle Bericht der Armee verzeichnete neunzehn getötete Männer und acht getötete Frauen und Kinder, anderen Quellen zufolge werden diese Angaben genau umgedreht angegeben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren hier mehr Opfer zu beklagen und mit Sicherheit überwogen hierbei die Frauen und Kinder…

Einige der geflüchteten Krieger hatten sich im Norden den Northern Cheyenne angeschlossen, manche waren auch in den Süden zurückgekehrt. In den letzten Septembertagen in 1878 erreichten die geflohenen Cheyenne aus Darlington unter Dull Knife und Little Wolf diese Region in Nordwestkansas. Little Wolf, welcher nicht nur der Träger des Heiligen Bündels gewesen ist, war bei diesem Rückmarsch der strategische Führer, wogegen Dull Knife Vorzüge als Taktiker aufwies. Little Wolf hatte den Kriegern befohlen, Zivilisten nur in Notwehr zu töten. Aber einige wenige Krieger der Southern Cheyenne trugen einen solchen Zorn und Schmerz in ihren Herzen, dass sie mehrere Krieger überreden konnten, die Opfer vom Sappa Creek zu rächen. Dieser Schmerz und Zorn um die getöteten Verwandten kostete in nur zwei Tagen neunzehn Siedlern das Leben.

Anmerkung:
Die heutige Beitragsüberschrift benennt eine junge Cheyennefrau, welche an jenem Tag am
Sappa-Creek im Flussbett getötet wurde

Morning Star
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Lebens

FeelingCrowWoman

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3

25.04.2009, 13:06

Hallo Morning Star,

man kann nur immer wieder schreiben, vielen herzlichen Dank, für deine Recherchen und schöne Ausarbeitung,
für das besagte Thema.
Nochmals Danke, war/ist wieder ein Genus, dieses zu lesen. ;) :)

Hier bisserl was über General Mackenzie.

Ranald Slidell (Bad Hand) Mackenzie
http://www.tshaonline.org/handbook/onlin…es/MM/fma7.html

Dieses Bücher kennst bestimmt ?

http://www.amazon.de/Cheyennes-Dark-Wate…40566205&sr=8-1

http://www.amazon.de/Massacre-Cheyenne-H…40656485&sr=8-1

Freu mich auf weitere interessante Themen und Ausführungen. :)

LG
FeelingCrowWoman

Passend zum Thema:

Digging in at Sappa Creek ( von Howard Terpning )
»FeelingCrowWoman« hat folgende Datei angehängt:
  • 1.jpg (126,2 kB - 95 mal heruntergeladen - zuletzt: 28.02.2014, 11:40)



Die beste Art, Konflikte zu lösen,
besteht darin, dem anderen Verständnis
und Respekt entgegen zubringen

Dalai Lama

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16.05.2009, 08:12

Die Beutestücke des Lieutenant Henely

Zwei Tage nach der Attacke auf das Camp trafen Siedler aus der Region am Sappa Creek ein.
Sie fanden das völlig zerstörte und ausgebrannte Lager. Diese Siedler berichteten von mehr als vierzig Toten, zumeist Frauen und Kinder. Weitere Siedler setzten die Zahl der getöteten
Cheyenne noch höher an. Die Angaben dieser zwei Siedlergruppen sind jedoch nicht historisch verbürgt, bilden aber ein Indiz dafür, dass die offiziellen Angaben der Armee ebenfalls unrichtig sind. Die Toten hatte man an Ort und Stelle liegengelassen, wohl hatte man sich jedoch noch die Zeit genommen, das Lager und die Toten zu plündern.
Lieutenant Henely hatte für sich die Kriegshaube von White Bear sowie den Silbergürtel einer jungen Cheyennefrau, welche tot im Flussbett lag, als Kriegsbeute beansprucht.
Einige Zeit später traf Henely in Fort Lyon ein, er war mittlerer weile nach Arizona abkommandiert und machte in Fort Lyon Station. Dort zeigte er seine Beutestücke einer gebürtigen Cheyennefrau, welche in der Nähe mit einem Rancher verheiratet war.
Mrs. Prower erkannte sowohl die Kriegshaube von White Bear, welche zwei Büffelhörner trug, als auch den Silbergürtel der Cheyennefrau Yellow Body Woman.
In ihrer Bestürzung führte die Cheyennefrau eine traditionelle Trauerzeremonie durch.
Anschließend prophezeite sie Lieutenant Henely einen unnatürlichen Tod voraus. Henely wurde nach Arizona abkommandiert und ertrank dort im Juli des Jahres 1878, die Beutestücke vom Sappa Creek hatten ihm kein Glück gebracht.

Nachfolgend eine Textpassage hierzu aus >Pioneer History of Kansas<
Anmerkung: der obige Text bezieht sich auf andere Quellen und ist nicht als Übersetzung
des englischen Textes anzusehen

Morning Star

Textpassage:
>Mrs John Prower, of Las Animas, Colorado, until recently the wealthy widow of John Prower, the pioneer cattleman of the upper Arkansas, is a full-blooded Cheyenne woman.
When Lieutenant Henely arrived at Fort Lyon, before leaving for Arizona, he had among his effects some of the paraphernalia of a Medicine man of the Cheyenne tribe who had been killed in the fight. Medicine men are held in almost sacred consideration by all Indians. When Mrs.Prower saw these relics she `took on` and went through the mourning ceremonies of the tribe. She kept up the crooning and wailing for three days and nights. Her mourning ended, she refreshed herself and made a prediction that the man who is responsible for the death of the medicine man will die within a year. By a strange fatality her prediction was in part verified. Henely was drowned in Arizona Juli 11, in 1878. Although not strictly within the limits of her prophecy, it would be hard to convince this untutored squaw that the Great Spirit had not intervened ultimately to avenge the death of the Medicine man<
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23.04.2010, 08:10

Flucht in den Norden

Wie bereits weiter oben geschildert, flohen die überlebenden Cheyenne nach dem Angriff auf das Lager am Sappa Creek zum Teil nach Norden, um sich den Northern Cheyenne anzuschließen. Unter diesen Cheyenne war auch Black Hairy Dog mit seiner Frau. Der Krieger war der Sohn von Stone Forehead ( auch Rock Forehead ), welcher zu dieser Zeit der Hüter der Heiligen Pfeile ( Mahuts ) war. Stone Forehead`s kleine Gruppe hatte sich aus Angst vor Repressalien der Armee dazu entschlossen, ebenfalls nach Norden zu gehen. Nun, in Kansas, schlossen sich dieser Gruppe einige Fliehende vom Sappa Creek an. Alle zusammen wurden von Soldaten verfolgt. An einem Tag bemerkten die Cheyenne in der Ferne eine Staubwolke, es war die sie verfolgende Kavallerie. Zunächst wurde eine alte, und oftmals erfolgreiche Taktik genutzt. Man zerstreute sich in vielen kleine Gruppen, um keine Spuren zu hinterlassen und vereinigte sich später wieder an einem vorher bestimmten Ort. Kurze Zeit nach dieser Taktik waren ihnen dieses Mal die Soldaten erneut auf den Fersen. Die Pferde der Cheyenne befanden sich nach dem Winter in einem noch schlechten Zustand und somit bestand keine Chance, den Soldaten durch Flucht zu entkommen. Stone Forehead ordnete seine Gruppe an, von den Pferden zu steigen und an den Lassos zu halten. Auf sein Geheiß trugen alle Cheyenne ihre Bisonroben so, dass die Haarseite nach außen zeigte. Nachdem auch er selbst seine Bisonrobe angelegt hatte, nahm er das Bündel der Heiligen Pfeile und umkreiste damit vier Mal seine Gruppe. Währenddessen sang er:

My weapon I use
Skin of rattle snake,
Skin of bull snake,
I use water snake.

Die Soldaten waren nur noch etwa eine halbe Meile von den Cheyenne entfernt. Die Plains war dort völlig baumlos und ohne jegliche Deckung. Die Pferde der Cheyenne in ihren verschiedenen Farbtönen hätten bemerkt werden müssen. Plötzlich zogen die Soldaten jedoch in einer anderen Richtung weiter. Nachdem die Cheyenne noch eine Weile abgewartet hatten, zogen sie weiter nordwärts. Nach dem Glauben der Cheyenne hatte der Hüter der Heiligen Pfeile die Gruppe für kurze Zeit in Bison verwandelt. Die Soldaten hatten somit nicht die Cheyenne, sondern eine Gruppe von Bison beobachtet. Unbeschadet erreichte die Gruppe und die Mahuts den Norden. Etwa ein Jahr später kehrten viele Cheyenne wieder in den Süden zurück, um wieder mit ihren Verwandten zusammen zuleben. Stone Forehead verblieb im Norden und verstarb dort im Folgejahr, etwa achtzig Jahre alt. Black Hairy Dog, sein Sohn, wurde der neue Hüter der Heiligen Pfeile.

Der ungleiche Kampf am Sappa Creek bezeichnet das letzte Gefecht im Red – Riverkrieg. In der amerikanischen Geschichte findet es zumeist nur als Fußnote Erwähnung. In der Stammesgeschichte der Cheyenne ist dieses Geschehen jedoch unvergessen.

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