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charley.emathla

unregistriert

1

18.04.2008, 13:00

Geburt eines Cheyennekindes

Geburt und Kindheit im Stamm der Cheyenne

Ein Cheyenne-Baby, das seinen ersten Schrei ausstieß und seine kleinen dunklen Augen aufschlug, sah sich einem geordneten System von menschlichen Beziehungen, Institutionen und Wertvorstellungen gegenüber-einer Welt, die so eingerichtet war, dass sie die Erhaltung des Stammes sicherte und bis zum Greisenalter ermöglichte, wenn auch nicht garantierte.
Während er Schwangerschaft beachtete die werdende Mutter die entsprechenden Tabus; sie vermied es beispielsweise, irgendeinen ungewöhnlichen Menschen, ein seltsames Tier oder einen fremdartigen Gegenstand allzu lange anzustarren, weil sie fürchtete, ihr Kind könnte dann entstellt zur Welt kommen. Und sie hielt sich an eine Übung, mit der wohl jeder heutige Gynäkologe einverstanden wäre: Sie stand jeden Morgen vor Sonnenaufgang auf und machte einen Spaziergang. Aber sie tat dies, weil sie glaubte, Babys wüchsen in der Morgendämmerung und das Spazierengehen helfe ihnen dabei.
Bei der Geburt, die entweder in einem kleinen eigenen Tipi stattfand, waren ältere Frauen anwesend: die weiblichen Verwandten der Mutter und eine oder zwei weise alte Hebammen. Zur Geburt hockte die Mutter auf einem mit Heu gepolsterten Bisonfell und umklammerte mit den Händen einen vor ihr eingeschlagenen Holzpflock. In manchen Fällen wurde ein Medizinmann hinzugezogen, der in der Nähe saß, Gebete sang und eine Rassel schüttelte.
Nach der Entbindung kitzelte eine Hebamme die Mutter mit einem Finger oder einer Feder am Hals, damit sie die Nachgeburt ausstieß, die dann in einem Säckchen verknotet außerhalb des Lagers an einem Baum gehängt wurde. Sie durfte nicht vergraben werden, weil die Cheyenne glaubten, das könne dem Kind den Tod bringen. Die Frauen fetteten die Haut des Neugeborenen ein und puderten sie mit fein zerstoßenem getrockneten Bisonmist, Holzmehl aus verrotteten Pappelstämmen oder trockenen Sporen des Bovistes. Sobald die Nabelschnur später eingetrocknet war, nähte die Mutter sie in Hirschlederbeutel ein, dem sie die Form einer Schildkröte oder Eidechse gab und der als Amulett am Hals des Kindes hing oder an seiner Kleidung befestigt wurde, um ihm ein langes Leben zu sichern. In den Tagen vor der Geburt tat der werdende Vater Dinge, die sonst für einen Cheyenne als unmännlich gegolten hätten. Er holte seiner Frau Brennholz und Wasser und machte sich häufig Gedanken über die Aussichten für eine problemlose Geburt. Der Stamm freute sich über jedes Neugeborene, vor allem über Jungen, die ja potentielle Krieger waren. Wegen der mit männlichen Beschäftigungen wie Jagd und Krieg verbundenen Gefahren gab es in den Stämmen im allgemeinen mehr Frauen als Männer. Aber alle Kinder waren willkommen. Oft schoss ein Vater, der von der Geburt seines Kindes erfuhr, sein Gewehr ab.
Schon nach einigen Wochen schnürte die Mutter das Baby auf ein Wiegenbrett, ein Holzgestell mit weichem Lederbeutel, dass sie auf dem Rücken tragen konnte. Das Wiegenbrett war ein vielseitig verwendbares Gerät. Es konnte am Sattel eingehakt oder auf ein Schleppgestell gebunden werden; es konnte im Inneren eines Tipis aufgehängt oder an die Bespannung gelehnt werden, wenn die Mutter im Freien arbeitete. In jeder dieser Positionen besaß es einen Vorzug gegenüber den Wiegen oder Kinderwagen der Weißen: Schon lange bevor ein Indianerbaby sitzen konnte, war es imstande seine Umgebung sowie das Kommen und Gehen anderer Leute in aufrechter Körperhaltung zu beobachten. Selbst wenn das Kleinkind nicht auf dem Brett war, befand es sich oft in aufrechter Haltung, denn seine Mutter trug es auch manchmal in einer Deckenschlinge auf dem Rücken, wobei sein Kopf sich etwas höher als ihrer befand.
Die Mutter brachte ihrem Kind viel Zuneigung und Zärtlichkeit entgegen, stillte es nach Belieben. Cheyennekinder wurden oft bis zu ihrem vierten oder fünften Lebensjahr gestillt. Aber das Baby erlitt zumindest ein traumatisches Erlebnis: Die Cheyenne duldeten kein Kindergeschrei. Sie hielten es zu jedem Zeitpunkt für antisozial; außerdem konnte ein weinendes Baby etwaigen Angreifern die Position des Lagers verraten. Falls ein Baby weiterweinte; nachdem seine Bedürfnisse befriedigt waren, hängte seine Mutter es in seinem Wiegenbrett an einen Busch und ließ es sich dort ausweinen. So lernte das Baby, dass Weinen und Schreien zwecklos war. Auf diese Weise tat es den ersten Schritt in Richtung auf strikte Selbstbeherrschung hin, die für das Leben der Indianer charakteristisch war.
Die Kinder wurden schon frühzeitig in das harte Stammesleben integriert, dass sich selbstverständlich zu einem großen Teil im Sattel abspielte. Im Alter von zwei bis drei Jahren ritten die Kinder mit ihren Müttern oder wurden auf einem gutmütigen Pferd im Sattel festgebunden. Mit fünf bis sechs Jahren hatte ein Junge vielleicht schon ein eigenes Pferd, das ihm sein Vater oder Großvater geschenkt hatte, und war ein guter Reiter, der mithelfen konnte, die Pferde zusammenzutreiben. Die gleichaltrigen Mädchen begannen ihren Müttern zu helfen, nach Wurzeln zu graben sowie Brennholz und Wasser zu schleppen.
Die Cheyennekinder wurden ungewöhnlich abgehärtet und lernten, die Extreme eines naturnahen Lebens zu ertragen, indem sie im Hochsommer bei sengender Hitze unterwegs waren und im Winter im Freien arbeiteten und spielten.

mit besten grüssen

charley emathla
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angelika

unregistriert

2

22.04.2008, 12:14

Das mit den Babys an den Baum hängen ...hört sich hart an......

aber wenn man es so überdenkt im laufe der Jahre hat sich daran nicht viel geändert , nur das man heute nicht die Kinder an den Baum hängt also zumindest nicht in unsere Zeit , aber man lässt sie schreien um ihnen klar zu machen ....
heyy.... es wird nicht bei jedem Pips Geh schmust....

und zu der Zeit war, wie du schon geschrieben hast, die Angst groß das man entdeckt wurde..

wenn man es so liest, hört sich das grauenvoll an, aber es war wichtig gewesen , doch viel haben es später als Misshandlung dar gestellt was garnicht der zweck war und auch nicht die Absicht , den es war einfach wichtig um zu überleben.

sehr schön von dir geschrieben und erklärt

liebe grüße Danica

charley.emathla

unregistriert

3

22.04.2008, 12:54

Zitat

Original von Danica
Das mit den Babys an den Baum hängen ...hört sich hart an......

aber wenn man es so überdenkt im laufe der Jahre hat sich daran nicht viel geändert , nur das man heute nicht die Kinder an den Baum hängt also zumindest nicht in unsere Zeit , aber man lässt sie schreien um ihnen klar zu machen ....
heyy.... es wird nicht bei jedem Pips Geh schmust....

und zu der Zeit war, wie du schon geschrieben hast, die Angst groß das man entdeckt wurde..

wenn man es so liest, hört sich das grauenvoll an, aber es war wichtig gewesen , doch viel haben es später als Misshandlung dar gestellt was garnicht der zweck war und auch nicht die Absicht , den es war einfach wichtig um zu überleben.

sehr schön von dir geschrieben und erklärt

liebe grüße Danica


danke danica... mit dem hast du recht was du schreibst..es hört sich grausam an, aber auch nur grausam in der sogenannten zivilisierten welt und ohren..also wieder beim "weissen mann"*zwinker*...

liebe grüsse

charley emathla

4

22.04.2008, 17:58

hallo charly .emathla
deine erzählungen sind klasse lese sie gerne.sogar meine frau die keine intresse an indianer hat, :]
gruß curt

charley.emathla

unregistriert

5

22.04.2008, 18:00

Zitat

Original von Mitakuye Oyasin
hallo charly .emathla
deine erzählungen sind klasse lese sie gerne.sogar meine frau die keine intresse an indianer hat, :]
gruß curt


hallöchen curt,

na das höre ich doch gerne*lächel*..und grüss dann bitte auch deine frau unbekannter weise von mir..werde ihr sicherlich wieder einmal einen grund geben hier mitzulesen*zwinker*

grüsse

charley emathla

zschippcher

Fortgeschrittener

Beiträge: 249

Wohnort: Zschippach, jetzt Leipzig

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6

22.04.2008, 18:40

RE: Geburt eines Cheyennekindes

Zitat

Original von charley.emathla
Aber das Baby erlitt zumindest ein traumatisches Erlebnis: Die Cheyenne duldeten kein Kindergeschrei. Sie hielten es zu jedem Zeitpunkt für antisozial; außerdem konnte ein weinendes Baby etwaigen Angreifern die Position des Lagers verraten. Falls ein Baby weiterweinte; nachdem seine Bedürfnisse befriedigt waren, hängte seine Mutter es in seinem Wiegenbrett an einen Busch und ließ es sich dort ausweinen. So lernte das Baby, dass Weinen und Schreien zwecklos war. Auf diese Weise tat es den ersten Schritt in Richtung auf strikte Selbstbeherrschung hin, die für das


diesen beitrag kann man wohl in die kategorie einordnen: alle indianer sind schmerzunempfindlich, edel, total naturverbunden oder andersherum eiskalte, vergewaltigende und skalpierende kannibalen. kurz und knapp, die geschichte mit dem kindergeschrei ist absoluter schwachsinn, ein tausendfach wiederholtes sinnloses klischee.

fangen wir erstmal mit dem gesunden menschenverstand an. die cheyenne lebten im winter in kleineren familienverbänden in waldreicheren geschützteren gegenden und trafen sich im sommer in großen gruppen zur gemeinsamen jagd und zur erneuerung der gemeinschaft auf den ebenen. die plains sind eher baumlos und lediglich in senken, an flüssen und kleinen gewässern finden sich ein paar bäume. im sommer ist es über vierzig grad heiß, es weht eigentlich ständig ein stärkerer wind und relativ plötzlich kommen starke gewitter mit extremen regengüssen, bei denen man kein fünf meter weit sehen kann. die sommerlager sind u.a. aus hygienischen gründen realtiv langgezogen und auch etwas abseits der wasserquelle. da bei einigen hundert menschen ständig kinder geboren werden, würde dies bedeuten, das an den wasserstellen, wo ja die einizgen büsche und bäume wachsen ständig zahlreiche kinder zum ausschreien rumhängen würden, natürlich teilweise hunderte meter von den eltern entfernt und damit außer hörweite, werden sie bei über 40°C gebraten, ähh abgehärtet, und der wind schaukel sie schön herum. bei eventuellen unwetter oder angriffen ist es dann natürlich kaum möglich mal noch schnell die kinder zu holen. an den wasserlöchern wimmelt es im übrigen von zecken und mücken, die sogar durch jeans und in die fußsohlen stechen. blöd nur, das diese neuen "ausschreikinder" immer das lager verraten, obwohl die etwas älteren doch immer so schön ruhig sind. ganz zu schweigen, von dem lärm den hunderte von pferden und kläffenden hunden machen, die zu jedem lager gehören. noch schlimmer sind allerdings die babies, die im winter geboren werden, dran. jetzt gibt es ja genug bäume zum abhängen. allerdings steht man als cheyenne nun vor dem dilemma, sein kind am nächsten baum erfrieren zu lassen und zum absoluten weichei zu erziehen und sich das geheule noch jahrelang anzuhören. naja, wenn die scheiß köter mal schlafen, dann verrät ja doch eventuell das babygeschrei ihr lager und sie werden von der antisozialen brut befreit.

so und jetzt nochmal eine kleine exkursion in die psychologie des kleinkindes. die annahme, das man sich heulen abgewöhnen kann, geht ja wohl davon aus, das kinder grundlos heulen. dem ist allerdings nicht so. schreien ist das erste kommunikationsmittel und zeigt ängste, hunger oder schmerzen an. durch den kontakt mit den eltern bekommt das baby nach und nach sicherheit und erlernt die bewältigung von problemen. kinder, die man schreiend sich selbst überlässt, verlieren dieses sicherheitsgefühl, werden apathisch, ängstlich und leiden häufig unter sozialen störungen. gerade kinder aus heimen und sozialen konfliktfamilien zeigen diese eigenschaften. vom stolzen, selbstbeherrschten und starken krieger ist da allerdings nicht zu sehen.

wahr ist, das die kinder durch die schnürung in den babytragen und durch das herumtragen weniger schreien. diese erkenntnis hatten übrigens auch wir schon immer, wenn wir kinder fest einwickelten. dies wird übrigens schon länger wieder in europa praktiziert und nennt sich heute neudeutsch "pucken". naja, das solls erstmal gewesen sein. ich finds traurig, das hier teilweise so ein mist verbreitet wird und das andere da noch drauf einsteigen.

mfg.

andré

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »zschippcher« (22.04.2008, 18:41)


charley.emathla

unregistriert

7

22.04.2008, 18:53

RE: Geburt eines Cheyennekindes

Zitat

Original von zschippcher

Zitat

Original von charley.emathla
Aber das Baby erlitt zumindest ein traumatisches Erlebnis: Die Cheyenne duldeten kein Kindergeschrei. Sie hielten es zu jedem Zeitpunkt für antisozial; außerdem konnte ein weinendes Baby etwaigen Angreifern die Position des Lagers verraten. Falls ein Baby weiterweinte; nachdem seine Bedürfnisse befriedigt waren, hängte seine Mutter es in seinem Wiegenbrett an einen Busch und ließ es sich dort ausweinen. So lernte das Baby, dass Weinen und Schreien zwecklos war. Auf diese Weise tat es den ersten Schritt in Richtung auf strikte Selbstbeherrschung hin, die für das


diesen beitrag kann man wohl in die kategorie einordnen: alle indianer sind schmerzunempfindlich, edel, total naturverbunden oder andersherum eiskalte, vergewaltigende und skalpierende kannibalen. kurz und knapp, die geschichte mit dem kindergeschrei ist absoluter schwachsinn, ein tausendfach wiederholtes sinnloses klischee.

fangen wir erstmal mit dem gesunden menschenverstand an. die cheyenne lebten im winter in kleineren familienverbänden in waldreicheren geschützteren gegenden und trafen sich im sommer in großen gruppen zur gemeinsamen jagd und zur erneuerung der gemeinschaft auf den ebenen. die plains sind eher baumlos und lediglich in senken, an flüssen und kleinen gewässern finden sich ein paar bäume. im sommer ist es über vierzig grad heiß, es weht eigentlich ständig ein stärkerer wind und relativ plötzlich kommen starke gewitter mit extremen regengüssen, bei denen man kein fünf meter weit sehen kann. die sommerlager sind u.a. aus hygienischen gründen realtiv langgezogen und auch etwas abseits der wasserquelle. da bei einigen hundert menschen ständig kinder geboren werden, würde dies bedeuten, das an den wasserstellen, wo ja die einizgen büsche und bäume wachsen ständig zahlreiche kinder zum ausschreien rumhängen würden, natürlich teilweise hunderte meter von den eltern entfernt und damit außer hörweite, werden sie bei über 40°C gebraten, ähh abgehärtet, und der wind schaukel sie schön herum. bei eventuellen unwetter oder angriffen ist es dann natürlich kaum möglich mal noch schnell die kinder zu holen. an den wasserlöchern wimmelt es im übrigen von zecken und mücken, die sogar durch jeans und in die fußsohlen stechen. blöd nur, das diese neuen "ausschreikinder" immer das lager verraten, obwohl die etwas älteren doch immer so schön ruhig sind. ganz zu schweigen, von dem lärm den hunderte von pferden und kläffenden hunden machen, die zu jedem lager gehören. noch schlimmer sind allerdings die babies, die im winter geboren werden, dran. jetzt gibt es ja genug bäume zum abhängen. allerdings steht man als cheyenne nun vor dem dilemma, sein kind am nächsten baum erfrieren zu lassen und zum absoluten weichei zu erziehen und sich das geheule noch jahrelang anzuhören. naja, wenn die scheiß köter mal schlafen, dann verrät ja doch eventuell das babygeschrei ihr lager und sie werden von der antisozialen brut befreit.

so und jetzt nochmal eine kleine exkursion in die psychologie des kleinkindes. die annahme, das man sich heulen abgewöhnen kann, geht ja wohl davon aus, das kinder grundlos heulen. dem ist allerdings nicht so. schreien ist das erste kommunikationsmittel und zeigt ängste, hunger oder schmerzen an. durch den kontakt mit den eltern bekommt das baby nach und nach sicherheit und erlernt die bewältigung von problemen. kinder, die man schreiend sich selbst überlässt, verlieren dieses sicherheitsgefühl, werden apathisch, ängstlich und leiden häufig unter sozialen störungen. gerade kinder aus heimen und sozialen konfliktfamilien zeigen diese eigenschaften. vom stolzen, selbstbeherrschten und starken krieger ist da allerdings nicht zu sehen.

wahr ist, das die kinder durch die schnürung in den babytragen und durch das herumtragen weniger schreien. diese erkenntnis hatten übrigens auch wir schon immer, wenn wir kinder fest einwickelten. dies wird übrigens schon länger wieder in europa praktiziert und nennt sich heute neudeutsch "pucken". naja, das solls erstmal gewesen sein. ich finds traurig, das hier teilweise so ein mist verbreitet wird und das andere da noch drauf einsteigen.

mfg.

andré


vielen dank für deinen beitrag dazu...aber MIST ist das garantiert nicht, ja und andere haben ebend einen andere meinung und auffassung als du und werden sicherlich net deins(kommentar) als mist bezeichnen..eher anders*grins*...aber jeder hat seine meinung und die ist frei...wenn das wörtchen MIST net wäre...

8

22.04.2008, 19:05

Da kann ich Andre`nur beipflichten .

Als Quelle kommt ja wohl nur Time Life "Die Indianer" in Frage.Da stehen diese fragwürdigen Aussagen nämlich drin.
Und nicht nur in diesem Buch sondern im größten Teil dieser deutschsprachigen Trivialliteratur zum Thema Indianer ,wird der größte Blödsinn geschrieben .
Um tief in diese Thematik (indianistik) einzudringen ,kommt man nicht drumherum sich mit englischsprachiger Literatur zu beschäftigen .

Gruß
Andy

9

22.04.2008, 20:46

RE: Geburt eines Cheyennekindes

Hallo Charley,

zunächst einmal vielen Dank für die Arbeit, die Du Dir mit dem Artikel gemacht hast. Ich finde ihn sehr informativ und interessant.

Was die Behandlung von Kleinkindern betrifft, so gibt es unterschiedliche Aussagen.
Ich stimme zu, dass die Darstellungen von Weißen über indianische Kultur sehr mit Vorsicht zu genießen sind. Hier wurden mehr Vorurteile und Unwahrheiten dargestellt als realistische Beschreibungen, sieht man von Personen wir Grinell oder Schultz ab. Gerade Ethnologen wie Hassrick sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Ich habe mich im Studium mit der Kinderziehung der Lakota und Crow befasst und darüber eine Arbeit geschrieben. Deshalb ein paar Anmerkungen.

Sicher konnte das Geschrei eines Kindes in einer gefährlichen Situation die Menschen in Gefahr bringen. Ob die Methode des "Ausschreien lassens" aber angewandt wurde möchte ich als ausgebildeter Psychotherapeut aber bezweifeln!
Die Darstellung von Andre stimmt: Lässt man ein Kind "ausschreien", so schadet es - einfach dargestellt - seinem Urvertrauen und es wird wie beschrieben ängstlich und mißtrauisch. Ich glaube kaum, dass Cheyenne änglstliche und mißtrauische Erwachsene erziehen wollten.

Die Lakota sollen den Kindern angeblich die Nase zugehalten haben um ihnen das Schreien abzugewöhnen. Ich weiß nicht ob das stimmt, die Methode ist aber sicher eher geeignet als das "Ausschreien", da Kinder zu diesem Frühen Zeitpunkt Verhalten sehr schnell klassisch konditionieren.
Hier von einem traumatischen Erlebnis zu sprechen, halte ich für nicht gerechtfertigt.

In der weißen Gesellschaft schlug man Kinder nach der Geburt auf den Po, bzw. entfernte in ettlichen Kulturen die Vorhaut bei Buben, eine bedeutend traumatischeres Erlebnis.

Bei der Aussage wie hart das indianischen Lebens kommt für mich wieder der damalige weiße Größenwahn zutage, der grundsätzlich alle anderen Kulturen als primitiv und schelchter betrachtete.

So ist in Berichten von Weißen im 18. und 19. Jahrundert zu lesen, dass: "Die Indiaer deshalb gewalttätig seien, weil sie als Kinder nicht geschlagen würden.." Allein diese Aussage zeigt die Verbohrtheit und Dummheit weißer "Zeitzeugen"!

Mann muss sich mal das Leben eines Kindes einer Magd auf einem Bauernhof in Deutschland um 1840 ansehen. Eiskalte Schalfkammern, möglicherweise Hunger, keine medizinische Versorgung, Prügel, Kinderarbeit von früh bis spät, kaum Zuwendung...

Dagegen erlebten Kinder der Plainsindianer eine Zuwendung, Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit die weiße Kinder der damaligen Zeit kaum erlebt haben dürften.

Alleine die erzwungene frühe Reinlichkeit weißer Kinder richtete erheblichen psychischen Schaden an. Weiße Kinder wurden geschlagen, und wenn sie Pech hatten mit sechs oder acht Jahren zur Arbeit gezwungen, an reiche Bauern verliehen und waren dort allem ausgeliefert...

Indianerkinder waren nie alleine, auch nicht in der Nacht, Angst als Erziehungsmittel war nicht bekannt, ebensowenig psyhicher Druck in Form von Schuldgefühlen. Dies alles hat bei Indainern zu einer bedeutend stabileren und weniger gewalttätigen Persönlichkeitsstruktur geführt als bei vielen Weißen.

Das Leben eines weißen Farmerkindes war sicher harter und traumtischer als das eines Kindes der Plainsiindianer.

Leonard Littel Finger, Nachkomme des Lakota Häuptlings Big Foot sagte mir einmal: "Meine Vorfahren hatten ein gutes Leben, warum müssen weiße Historiker und Ethnologen dieses gute Leben schlecht machen?"

Viele Grüße

Bruno

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Bruno« (22.04.2008, 20:49)


10

22.04.2008, 21:07

Hallo Bruno, André und alle anderen,

sehr schön geschrieben und sehr interessant. Dem kann ich eigentlich nichts hinzufügen, außer, dass mich besonders die Erzählungen von Plenty Coups und Pretty Shield (niedergeschrieben von Frank B Linderman) begeistert haben, in denen das Aufwachsen der Crow-Jungen und -Mädchen sehr schön beschrieben wurde. Ganz besonders betont wurde die stetige Hingabe und Zuwendung der älteren "Erzieher" (Väter und Mütter, Großeltern, Onkel und Tanten - wobei letztere in einem weitgefassten Sinne zu verstehen sind). Von Isolation i.S.v. "Bestrafung" oder als erzieherische Maßnahme keine Spur.

Alles Gute!!!
Maik

11

22.04.2008, 21:16

RE: Geburt eines Cheyennekindes

Hallo Maik,

vielen Dank für Deinen Hinweis auf die Bücher von Frank B. Lindermann. Er interviewte Pretty Shield und Plenty Coups. Ich habe bei meiner damaligen Arbeit auf diese Aussagen bzgl. Crow Kindererziehung zurückgegriffen.

Viele Grüße

Bruno

charley.emathla

unregistriert

12

23.04.2008, 07:17

Zitat

Original von maiki81
Hallo Bruno, André und alle anderen,

sehr schön geschrieben und sehr interessant. Dem kann ich eigentlich nichts hinzufügen, außer, dass mich besonders die Erzählungen von Plenty Coups und Pretty Shield (niedergeschrieben von Frank B Linderman) begeistert haben, in denen das Aufwachsen der Crow-Jungen und -Mädchen sehr schön beschrieben wurde. Ganz besonders betont wurde die stetige Hingabe und Zuwendung der älteren "Erzieher" (Väter und Mütter, Großeltern, Onkel und Tanten - wobei letztere in einem weitgefassten Sinne zu verstehen sind). Von Isolation i.S.v. "Bestrafung" oder als erzieherische Maßnahme keine Spur.

Alles Gute!!!
Maik


moin andre...

ich hatte einmal das vergnügen in jüngeren jahren dieses von herrn lindemann zu lesen. war damals sehr begeistert und kommt der sache ja auch wirklich am nächsten, denn duie mussten es ja schliesslcih am besten wissen.


beste grüsse

charley emathla

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »charley.emathla« (23.04.2008, 07:18)


charley.emathla

unregistriert

13

23.04.2008, 07:27

RE: Geburt eines Cheyennekindes

Zitat

Original von Bruno
Hallo Charley,

zunächst einmal vielen Dank für die Arbeit, die Du Dir mit dem Artikel gemacht hast. Ich finde ihn sehr informativ und interessant.

Was die Behandlung von Kleinkindern betrifft, so gibt es unterschiedliche Aussagen.
Ich stimme zu, dass die Darstellungen von Weißen über indianische Kultur sehr mit Vorsicht zu genießen sind. Hier wurden mehr Vorurteile und Unwahrheiten dargestellt als realistische Beschreibungen, sieht man von Personen wir Grinell oder Schultz ab. Gerade Ethnologen wie Hassrick sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Ich habe mich im Studium mit der Kinderziehung der Lakota und Crow befasst und darüber eine Arbeit geschrieben. Deshalb ein paar Anmerkungen.

Sicher konnte das Geschrei eines Kindes in einer gefährlichen Situation die Menschen in Gefahr bringen. Ob die Methode des "Ausschreien lassens" aber angewandt wurde möchte ich als ausgebildeter Psychotherapeut aber bezweifeln!
Die Darstellung von Andre stimmt: Lässt man ein Kind "ausschreien", so schadet es - einfach dargestellt - seinem Urvertrauen und es wird wie beschrieben ängstlich und mißtrauisch. Ich glaube kaum, dass Cheyenne änglstliche und mißtrauische Erwachsene erziehen wollten.

Die Lakota sollen den Kindern angeblich die Nase zugehalten haben um ihnen das Schreien abzugewöhnen. Ich weiß nicht ob das stimmt, die Methode ist aber sicher eher geeignet als das "Ausschreien", da Kinder zu diesem Frühen Zeitpunkt Verhalten sehr schnell klassisch konditionieren.
Hier von einem traumatischen Erlebnis zu sprechen, halte ich für nicht gerechtfertigt.

In der weißen Gesellschaft schlug man Kinder nach der Geburt auf den Po, bzw. entfernte in ettlichen Kulturen die Vorhaut bei Buben, eine bedeutend traumatischeres Erlebnis.

Bei der Aussage wie hart das indianischen Lebens kommt für mich wieder der damalige weiße Größenwahn zutage, der grundsätzlich alle anderen Kulturen als primitiv und schelchter betrachtete.

So ist in Berichten von Weißen im 18. und 19. Jahrundert zu lesen, dass: "Die Indiaer deshalb gewalttätig seien, weil sie als Kinder nicht geschlagen würden.." Allein diese Aussage zeigt die Verbohrtheit und Dummheit weißer "Zeitzeugen"!

Mann muss sich mal das Leben eines Kindes einer Magd auf einem Bauernhof in Deutschland um 1840 ansehen. Eiskalte Schalfkammern, möglicherweise Hunger, keine medizinische Versorgung, Prügel, Kinderarbeit von früh bis spät, kaum Zuwendung...

Dagegen erlebten Kinder der Plainsindianer eine Zuwendung, Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit die weiße Kinder der damaligen Zeit kaum erlebt haben dürften.

Alleine die erzwungene frühe Reinlichkeit weißer Kinder richtete erheblichen psychischen Schaden an. Weiße Kinder wurden geschlagen, und wenn sie Pech hatten mit sechs oder acht Jahren zur Arbeit gezwungen, an reiche Bauern verliehen und waren dort allem ausgeliefert...

Indianerkinder waren nie alleine, auch nicht in der Nacht, Angst als Erziehungsmittel war nicht bekannt, ebensowenig psyhicher Druck in Form von Schuldgefühlen. Dies alles hat bei Indainern zu einer bedeutend stabileren und weniger gewalttätigen Persönlichkeitsstruktur geführt als bei vielen Weißen.

Das Leben eines weißen Farmerkindes war sicher harter und traumtischer als das eines Kindes der Plainsiindianer.

Leonard Littel Finger, Nachkomme des Lakota Häuptlings Big Foot sagte mir einmal: "Meine Vorfahren hatten ein gutes Leben, warum müssen weiße Historiker und Ethnologen dieses gute Leben schlecht machen?"

Viele Grüße

Bruno



moin bruno...

danke dir für deinen kommentar zu dem bericht.
er sollte ja auch informativ und vllt auch eion bissrel provokant rüberkommen.vllt wollte ich ja damit auch einige diskussionen wecken und locken*lächel*...ist mir ja auch bestens gelungen...

sehr interessant!! finde ich bei dir deine anmerkung das du dich als studium mit dieser thematik auseinander gesetzt hast und sogar eine arbeit geschieben wurde.

das die indioanischen kinder ganz anders erzogen wurden als kinder von weissen, das liegt ja auch auf der hand...das mit dem farmersskindern und einem kind aus einem stamm..finde ich ein guter vergleich und gebe dir da auch 100% recht.

mit vorsicht zu geniessen sind leider sehr viele darstellungen des indianischen lebens und der kultur aus der sicjht der "weissen", sie prägen auch viel die litereatur in diversen buchläden..-.denn wie heisst es leider so schön:"der sieger schreibt dien geschichte"!...

aber zum glück wissen wir es besser, es gibt auch literatur von "weissen" die die wahrheit versuchen rauszufinden und sie dann aufschreiben(oder es kommen die first nations selber zu wort) was ja noch besser ist.

beste grüsse

charley emathla

14

23.04.2008, 20:23

RE: Geburt eines Cheyennekindes

Hallo Charley,

wie die Geschichte der Indianer von weißen "Historikern" verfälscht wurde, habe ich in einem Artikel für das Magazin für Amerikanistik dargestellt: Weiße und Indianre - weiße Indianer in den Kolonien Nord-Amerikas.

Leider wird das Stereotyp vom "grausamen Wilden" in den USA und Kanada noch immer gepflegt, schließlich muss man ja einen Völkermord rechtfertigen...

Viele Grüße

Bruno

charley.emathla

unregistriert

15

24.04.2008, 08:47

RE: Geburt eines Cheyennekindes

Zitat

Original von Bruno
Hallo Charley,

wie die Geschichte der Indianer von weißen "Historikern" verfälscht wurde, habe ich in einem Artikel für das Magazin für Amerikanistik dargestellt: Weiße und Indianre - weiße Indianer in den Kolonien Nord-Amerikas.

Leider wird das Stereotyp vom "grausamen Wilden" in den USA und Kanada noch immer gepflegt, schließlich muss man ja einen Völkermord rechtfertigen...

Viele Grüße

Bruno


moin bruno..du sagst es, das wort völkermord. das können glatt die amis für sich alleine beanspruchen, vor allem war es ein geplanter..(meine meinung)

oh du hast einen beitrag im magazin für amerikanistik verfasst?..das ist ein gutes blatt, hatte selbst mal das vergnügen dieses magazin einige jagre uzu lesen und besitzen.
gibt es das eigentlich überhaupt noch undn kannst du mir da vllt weiterhelfen es wieder zu bekommen?...würe mich sehr freuen drüber bruno! ;)

beste grüsse charley emathla

16

24.04.2008, 08:53

andy, du hast noch etwas ganz wichtiges vergessen....wikipedia die mutter aller quellen...was dort geschrieben steht ist ein muss für den indianistik hobbyisten...nicht zu vergessen hanta yo

;) ;) ;) lothar

17

02.05.2008, 22:17

Hallo Charley,

entschuldige, dass ich Dir erst jetzt antworte.

Das Magazin für Amerikanistik ist zu beziehen über:

Verlag für Amerikanistik
P.O. Box 1332
35931 Wyk auf Foehr

Es lohnt sich auf alle Fälle.

Viele Grüße

Bruno

Kiowa_Reenactor

unregistriert

18

03.05.2008, 00:49

bruno
der charley wird dies nicht mehr lesen können,er wollte umgehend gelöscht werden-naja wer mit kritik nicht leben kann......

FeelingCrowWoman

Mitglied des Rates

Beiträge: 2 790

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Beruf: Altenpflege

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19

03.05.2008, 08:44

@ Kiowa_Reenactor

sorry, wenn ich dich da korrigieren muss.
Aber charley.emathla kann dies schon lesen -----> als Gast, dieser Bereich ist öffentlich zugänglich.

LG
FeelingCrowWoman ;)



Die beste Art, Konflikte zu lösen,
besteht darin, dem anderen Verständnis
und Respekt entgegen zubringen

Dalai Lama

Kiowa_Reenactor

unregistriert

20

03.05.2008, 08:49

lach
achja,aber das wird er nicht tun,da sich hier ja soviel "linke" leute aufhalten.
mich hat er ja in seinen "clan" auch gelöscht,weil ich anscheinend nicht zu ihm stand in der schwere :D

dye
dye
dye
dye