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highlander

unregistriert

41

21.08.2006, 12:19

RE: Menschenfresserei

sekoh und guten appetit!

kleiner nachtrag zum essen:
es gibt wohl funde in den anasazi- burgen, die zeigen, dass ganze städte von denen von menschenfressern überfallen worden sind.
deshalb wohl auch diese unglaublichen orte, an denen die anasazi ihre siedlungen gebaut haben.
hab aber auch von ner theorie gelesen, das die tolteken aus mittelamerika das mit den anasazi übernommen haben. ich meine unterderückung, und als druckmittel haber die tolteken halt ihren hunger benutzt.

da gibts von GEO EPOCHE- das magazin für geschichte ein heft über die inds in nordamerika. ist allerdings vom oktober 2000. aber da steht ordentlich was drin zu dieser "wir essen die anasazi"- rubrik


lasst es euch schmecken!

FeelingCrowWoman

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42

21.08.2006, 12:43

Hallo,

hier ist der Link dazu von dem Artikel in Geo Epoche, über "Das verschollene Volk", die Anasazi.
Ein sehr interessanter Bericht. :]


http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/706.html?p=1

LG
FeelingCrowWoman ;)



Die beste Art, Konflikte zu lösen,
besteht darin, dem anderen Verständnis
und Respekt entgegen zubringen

Dalai Lama

43

21.08.2006, 21:32

Huhu, Ihr bringt Schauuuuuriges :( :D

.....jo gelle :D ich reit lange auf demselben rum, wenns für mich noch nicht stimmig ist? :D Auf eine mehrtägige Jagd im Winter nimmt man wahrscheinlich Trockennahrung mit + vielleicht kleine Tassen zum Schneeschmelzen (?) aber doch keine großen Kesseln (diese waren erwähnt worden!!!) ..... Vorstellbar wär für mich, daß die Algonkin im Sommer in einer Entfernung von einem u. mehreren Tagesmärschen kleinere Jagdhütten errichteten, in denen sie im Winter übernachten konnten. In einer solchen Behausung könnte ich mir größeres Kochgeschirr vorstellen......
Im nächten Absatz tauchen aber ein alter Mann sowie 2 Frauen auf, im übernächsten sind Kinder + Frauen erwähnt. Daher fragte ich mich, ob diese Beschreibungen zusammen gehören bzw. zu dem Vorigen....... bislang ist es nicht geklärt. ?(

44

21.08.2006, 22:44

Is there Brain before searching ?

Best Regards
LISTEN TO THE ELDERS !
Dad hots fruier nit geweh !

Durus

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45

24.08.2006, 21:13

Hier noch das Vorausgegangene



Aus: Kannibalismus bei den nordamerikanischen Indianern und Eskimo
Herman Schöppl v. Sonnwalden, Verlag für Anmerikanistik
S. 26
...
Während des Verteidigungskrieges der Huronen gegen die Irokesenliga in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde ein irokesischer Kriegsgefangener namens Saouandanancous, obwohl bereits von einer Huronenfamilie an Stelle eines gefallenen Sohnes adoptiert, der
S. 27

...Marter unterzogen. Dies deshalb, weil seine Hände von der vorausgegangenen Tortur so verstümmelt waren, daß er als neuer Krieger unbrauchbar galt. Aufgrund seiner vorhergegangenen Adoption wurde sein Schicksal von den neuen „Anverwandten" aufrichtig beklagt, vor dem Beginn der Pein wurde er gefüttert, getröstet und ihm Mut zugesprochen.

Durus

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46

24.08.2006, 21:37

RE: Menschenfresserei

Zitat

Original von Jela
hallo :)
1000 Dank für eure Antworten :)
......muß nochmals wegen dem Viemont oder Vivemon fragen: *34* stammt von ihm sowie *35* (lt. Fußnote) ....fragt sich nun ob das, was dazwischen steht zu *34* gehört? denn falls nicht, wären die beiden folgenden Absätze, ab: "Einem alten Algonkin und zweien seiner Stammesgenossinnen gelang es, zu entfliehen" ziemlich zusammenhanglos angefügt.

(farbliche Kennzeichnung von mir) :D




Ich glaube, hier hat der Verfasser (Sonnwalden) entweder einen Schreibfehler begangen oder was weis ich? Jedenfalls dürfte es sich in jedem Fall um den gleichen Pater Barthelemy Vimont handeln. Den findet man zumindest in den Jesuitenberichten.

Das Buch von Parkmann "Die Jesuiten in Nord-Amerika im Siebzehnten Jahrhundert". Reprographischer Nachdruck der Originalausgabe Stuttgart 1878. Wyk auf Föhr, 1987,
liegt mir leider nicht vor. Vielleicht hats ja jemand und könnte sich die ganze Sache mal anschauen!?

Durus

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47

24.08.2006, 22:15

Schimpft mal nicht alzusehr auf die Iros. Die Franzosen haben die mit Ihnen teilweise verbündeten Irokesen zu solchen Gewalttaten angehalten, haben selber an Marteurungen teilgenommen bzw. diese selbst durchgeführt. Es wird ihnen sogar nachgesagt, dass sie sich in Brasilien an kannibalischen Mahlzeiten beteiligt haben.

Es gibt einen Bericht aus dem Jahr 1884 von vier englischen Seeleuten.
Ihr Schiff war gesunken und die vier konnten sich in ein Beiboot retten.
Am 19. Tag nach Verbrauch aler Vorräte, tötete der Kapitän Thomas Dudley den kranken Schiffsjungen Richard Parker. Bis sie geborgen wurden,lebten die drei Männer von dem Blut, Herz und der Leber des Jungen.

Kannibalismus aus Hunger (Flugzeugabsturz in den Anden 1972) oder krankhafter sexueller Befriedigung reicht bis in unsere Zeit. Da brauchen wir ja gar nicht bis nach Amerika zu gucken > Rothenburg.

Und... ist Organhandel soviel anders als Kannibalismus? Wenn ich lebenden Menschen ohne ihr Einverständnis oder unter Ausnutzung einer Zwangslage eine Niere oder ein Auge oder sonstwelche Organe rausschneide um sie dann einem anderen gut Zahlendem wieder einzusetzen? Das ist für mich auch barbarisch. Womit ich den Barbaren damit sicherlich Unrecht tue.

Um die Sitten der amerikanischen Völker oder auch anderer Naturvölker zu beurteilen, sollte man m.M. die Lebensumstände sehr genau kennen und verstehen lernen.

Beste Grüße

von

Durus Mater

48

25.08.2006, 00:53

Zitat

Original von Durus Mater
Hier noch das Vorausgegangene



Aus: Kannibalismus bei den nordamerikanischen Indianern und Eskimo
Herman Schöppl v. Sonnwalden, Verlag für Anmerikanistik
S. 26
...
Während des Verteidigungskrieges der Huronen gegen die Irokesenliga in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde ein irokesischer Kriegsgefangener namens Saouandanancous, obwohl bereits von einer Huronenfamilie an Stelle eines gefallenen Sohnes adoptiert, der
S. 27

...Marter unterzogen. Dies deshalb, weil seine Hände von der vorausgegangenen Tortur so verstümmelt waren, daß er als neuer Krieger unbrauchbar galt. Aufgrund seiner vorhergegangenen Adoption wurde sein Schicksal von den neuen „Anverwandten" aufrichtig beklagt, vor dem Beginn der Pein wurde er gefüttert, getröstet und ihm Mut zugesprochen.



Danke Durus Mater :)

Dann wurde der Gute also zuerst einer Folter unterzogen, dabei Hände verstümmelt ....(zuvor od. anschließend?) adoptiert ....u. am Ende doch noch zu Tode gemartert.

49

25.08.2006, 01:00

RE: Menschenfresserei

Zitat

Original von Durus Mater

Zitat

Original von Jela
hallo :)
1000 Dank für eure Antworten :)
......muß nochmals wegen dem Viemont oder Vivemon fragen: *34* stammt von ihm sowie *35* (lt. Fußnote) ....fragt sich nun ob das, was dazwischen steht zu *34* gehört? denn falls nicht, wären die beiden folgenden Absätze, ab: "Einem alten Algonkin und zweien seiner Stammesgenossinnen gelang es, zu entfliehen" ziemlich zusammenhanglos angefügt.

(farbliche Kennzeichnung von mir) :D




Ich glaube, hier hat der Verfasser (Sonnwalden) entweder einen Schreibfehler begangen oder was weis ich? Jedenfalls dürfte es sich in jedem Fall um den gleichen Pater Barthelemy Vimont handeln. Den findet man zumindest in den Jesuitenberichten.

Das Buch von Parkmann "Die Jesuiten in Nord-Amerika im Siebzehnten Jahrhundert". Reprographischer Nachdruck der Originalausgabe Stuttgart 1878. Wyk auf Föhr, 1987,
liegt mir leider nicht vor. Vielleicht hats ja jemand und könnte sich die ganze Sache mal anschauen!?


Ja, anzunehmen daß derselbe gemeint ist: *Vimont". Doch mir ging es auch um die Schilderungen ...ob denn nun eine Jagdgruppe oder ein Clan überfallen wurde.....

50

25.08.2006, 01:33

Zitat

Original von Durus Mater
Schimpft mal nicht alzusehr auf die Iros. Die Franzosen haben die mit Ihnen teilweise verbündeten Irokesen zu solchen Gewalttaten angehalten, haben selber an Marteurungen teilgenommen bzw. diese selbst durchgeführt. Es wird ihnen sogar nachgesagt, dass sie sich in Brasilien an kannibalischen Mahlzeiten beteiligt haben.

Es gibt einen Bericht aus dem Jahr 1884 von vier englischen Seeleuten.
Ihr Schiff war gesunken und die vier konnten sich in ein Beiboot retten.
Am 19. Tag nach Verbrauch aler Vorräte, tötete der Kapitän Thomas Dudley den kranken Schiffsjungen Richard Parker. Bis sie geborgen wurden,lebten die drei Männer von dem Blut, Herz und der Leber des Jungen.

Kannibalismus aus Hunger (Flugzeugabsturz in den Anden 1972) oder krankhafter sexueller Befriedigung reicht bis in unsere Zeit. Da brauchen wir ja gar nicht bis nach Amerika zu gucken > Rothenburg.

Und... ist Organhandel soviel anders als Kannibalismus? Wenn ich lebenden Menschen ohne ihr Einverständnis oder unter Ausnutzung einer Zwangslage eine Niere oder ein Auge oder sonstwelche Organe rausschneide um sie dann einem anderen gut Zahlendem wieder einzusetzen? Das ist für mich auch barbarisch. Womit ich den Barbaren damit sicherlich Unrecht tue.

Um die Sitten der amerikanischen Völker oder auch anderer Naturvölker zu beurteilen, sollte man m.M. die Lebensumstände sehr genau kennen und verstehen lernen.

Beste Grüße

von

Durus Mater


wenns nicht aus Hunger geschieht, dann betracht ichs als schwarze Magie, wozu für mich auch Organhandel zählt. Falls Hunger + Überlebenswille dazu trieben, dann wars barbarisch - u. mörderisch obendrein. Ich denk aber, das wird seltener vorgekommen sein. Ich vermute die rituelle Variante als die verbreitetere, doch nicht unter allen Völkern ......auch daß gleichzeitig ganz mitfühlende Menschen lebten, die sehr human handelten, kann ich mir vorstellen.

Klar, versuch ich zu verstehen........ Manche waren vl mehr einer dualistischen Anschauung ausgeliefert - andere weniger?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jela« (25.08.2006, 17:56)


manfred

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51

22.03.2014, 13:28

Falls jemand den Artikel nicht kennen sollte "An Examination of Prisoner-Sacrifice and Cannibalism at the St. Lawrence Iroquoian Roebuck Site" von J. B. Jamison. The Roebuck Site is datiertA. D. 1390 +- 100 Jahre Den würde ich sehr empfehlen.
Manfred

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52

22.03.2014, 17:25

Was ist lange haltbar verdirbt nicht (auch nach Wochen sengender Hitze, oder eisiger Kälte) muß nicht getragen werden , läuft von allein, kann mit wenigen Notwendigkeiten am Leben gehalten werden und somit lebende Frischware----> ein Mensch, Tierhaltung kann komplizierter sein ;)
Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.
Karl Valentin (1882 - 1948 ) Münchner Querdenker und Wortkünstler

Und für das komische bin ich verantwortlich :D

El Mocho

unregistriert

53

26.09.2014, 15:55

Kannibalismus u. Übertreibungen

Bei all den genannten Stämmen gab es wohl die Sitte, mit der Verspeisung des Feindes, dessen Tapferkeit in sich aufzunehmen. Trotzdem muss man berücksichtigen, dass z.B. die Jesuiten-Missionare ein Interesse daran hatten, ihre Schützlinge - die Huronen - in einem besseren Licht darzustellen, als sie es bei den Irokesen taten. Deswegen sollte man auch das Buch von Sonnwalden (obwohl ich es auch zuhause habe) durchaus kritisch lesen.

Und wenn wir über diesen rituellen Kannibalismus diskutieren, muss klar sein, dass keinem der bisher erwähnten Stämme Menschenfleisch gar als Nahrungsquelle diente. Auch wenn dies in manchen Horrorstories über gewisse Stämme so dargestellt wird.

Denn vor allem was die Kriege der Irokesen gegen die Huronen angeht, stützt sich Sonnwalden auf die Berichte der Jesuiten-Missionare. Gleichfalls zu Übertreibungen neigten die texanischen Kolonisten, wenn sie über die angeblich "kannibalistischen Greueltaten" der Karankawa berichteten. Dabei waren sie es, die diesen Stamm fast bis zur Gänze ausrottet haben. Denn es sind durchaus Überlebende dieser Ethnie bei der Atakapa-Ishak Nation in Louisiana und in Texas zu finden. Auch wenn sie bei Sonnwalden und anderen Historikern schon längst als ausgestorben gelten. Nähere Informationen hierzu: http://www.texasindians.com/karank.htm

Und auch wenn dieser rituelle Kannibalismus nicht so richtig zu dem Klischeebild des "edlen Indianers" passen will, so sollte man bedenken, dass der "edle Indianer" ein Entwurf des Philosophen Rousseau ist, der nachweislich nie in seinem Leben irgendwelchen Kontakt zu der indigenen Bevölkerung Nordamerikas hatte.

Wollte eigentlich damit zum Ausdruck bringen, dass man die indigene Bevölkerung Nordamerikas nicht dafür verantwortlich machen kann, wenn sich die Europäer in kontinuierlichen Abständen falsche Vorstellungen über die Indianer machen. Sie waren weder edel noch grausam, sondern Menschen wie wir, mit ihren Fehlern und Schwächen.

Ergänzend dazu, noch ein paar Erläuterungen zu den Konflikten, die die Mahican und Mohawk während des 17. Jahrhunderts miteinander austrugen: Als indigener Handelspartner der niederländischen Kolonialmacht hatte die Konföderation der Mahican ein richtiges Pelzhandelsmonopol in ihren Händen. Natürlich wollten die Mohawk, die den Mahican darüber hinaus Tribut zahlen mussten, dieses Verhältnis zu ihren Gunsten umkehren. Auch deswegen, setzten sie den Kannibalismus, als Teil ihrer psychologischen Kriegsführung mit ein. Dies erzielte sogar den von den Mohawk gewünschten Effekt. Schloss doch die niederländische Kolonialmacht alsbald ein Handelsabkommen mit den Mohawk selbst ab.

Auf diese Ereignisse ist auch der Name, der den Mohawk gegeben wurde letztendlich zurückzuführen. Aber in späteren Zeiten sollten die Mahican und Mohawk oft gemeinsam gegen ihre Feinde ins Feld ziehen, nicht zuletzt gegen die französische Kolonialmacht.

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »El Mocho« (26.09.2014, 22:05)


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