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01.11.2008, 08:22

als das Kriegsbeil begraben wurde

Die Herkunft der Irokesen ist weitgehend unbekannt, erwiesen ist jedoch, dass die Kultur der Irokesen zumindest schon seit zweitausend Jahren im heutigen Ontario und in einem Teil von Quebec vorhanden war. Stämme der Irokesen lebten beim Kommen der Europäer verstreut am St. – Lorenz – Strom als auch im Raum des heutigen Quebec und der Metropole Montreal.
Schon in den ältesten Zeiten hat es zwischen den zahlreichen, irokesisch sprechenden Gruppen und ihren Algonkinnachbarn Fehden gegeben, deren eigentlicher Ursprung ebenfalls nicht mehr nachzuweisen ist. Nach einem blutigen Krieg mit den Algonkin und dem ihn verbündeten irokesischen Volk der Huronen kam im sechzehnten Jahrhundert das Ereignis.
Um die Kriege untereinander zu vermeiden und zu beenden, ergriffen zwei große Männer die Initiative und riefen zur Gründung eines Bundes der Irokesen auf, eines Bundes, in welchen jedes Mitglied gleiche Rechte zum Wohle aller haben sollte. Einer dieser beiden Männer, mit Namen Dekanawida(Zwei Flüsse fließen ineinander), war von Geburt wahrscheinlich Hurone,
während Hiawatha(Er macht Flüsse), wohl von Geburt ein Mohawk gewesen ist. Dekanawida ist als Schöpfer der Verfassungsgesetze des Irokesenbundes zu betrachten, während Hiawatha den endgültigen Zusammenschluss des Bundes bewirkt hat. Das wahrscheinliche Jahr der Gründung des Bundes ist 1570, ihm gehörten die Mohawk, Cayuga, Oneida, Onondaga sowie die Seneca an. Im Jahre 1722 kamen noch die Tuscarora dazu. Die Gründung des Bundes hat tiefen Einfluss auf die Weißen genommen – die Formulierung der Verfassung der USA ist zugegebenermaßen von der Verfassung des Irokesenbundes beeinflusst und mitgestaltet worden. Der Forscher und Staatsmann Morgan sah im Irokesenbund ein Vorbild zur Veredlung der menschlichen Gesellschaft überhaupt. Etwas Großartiges an diesem Bund war die Hochschätzung der Frauen, hier herrschte das Mutterrecht. Die von Dekanawida bei der Gründung gesprochenen Worte sind überliefert:

„Ich, Dekanawida, und die beigeordneten Häuptlinge graben nun den höchsten Tannenbaum aus und legen in die entstandene Vertiefung alle unsere Kriegswaffen. Ja, in die Tiefe der Erde legen wir sie, wo Wasserströme nach unbekannten Richtungen hin fließen. Wir begraben sie, so dass niemand sie mehr sieht, und pflanzen den Baum wieder ein. Damit wird der Große Friede gegründet“.

Von diesem Vorgang stammt die Redensart >Das Kriegsbeil begraben< als auch der irokesische Titel >Tannenbaumhäuptling<, welcher nichts anderes zu bedeuten hat als Friedenshäuptling.



Morning Star
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Durus

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01.11.2008, 19:23

Danke Morning Star!

Die heutigen Irokesen spalteten sich wahrscheinlich zwischen 1700 und 700 v.u.Z. von den Cherokee ab. Zwischen 800 u. 1000 u.Z. lassen sich die ersten typisch irokesischen Kulturelemente feststellen. In dieser Periode wurde auch mit dem Feldbau begonnen.

Übrigens hat auch Friedrich Engels Anleihen für seine Theorien aus dem irokesischen "Staatsaufbau" und dem "Gesetz des großen Friedens" genommen.

Letzlich enthalten/enthielten sowohl die BRD als auch die damalige sozialistische DDR in ihrem System irokesische Elemente.

BG
Durus

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Durus« (02.11.2008, 18:39)


FeelingCrowWoman

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02.11.2008, 08:39

Hallo Morning Star,

wieder ein sehr interessantes Thema. Vielen Dank

Hier wieder was dazu, zum nachlesen.
http://www.indianerwww.de/indian/irokesen.htm
http://www.indianerwww.de/indian/hiawatha.htm

http://www.biographi.ca/009004-119.01-e.php?&id_nbr=163

LG
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02.11.2008, 18:27

Da hab' ich doch tatsächlich etwas gelesen, was ich noch nicht wußte:

"Die Irokesen waren in Hälften aufgeteilt."

Wohl weil sie ganz ja nicht in den Topf passten!? ;)

BG
Durus

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05.12.2008, 20:53

Fußnote der Geschichte

Hallo,

lese zur Zeit gerade ein mir von Durus empfohlenes Buch in Romanform,
das Buch wird noch an anderer Stelle behandelt. In diesem Buch ist im
Nachwort eine bemerkenswerte Feststellung beinhaltet, ich zitiere:

Eine Fußnote der Geschichte, die nicht einer gewissen Ironie entbehrt:
Interessanterweise zogen Karl Marx und Friedrich Engels, die Theoretiker der kommunistischen Gesellschaftslehre, in ihren Schriften die Organisationsform der
Irokesen zur Stützung ihrer Gesellschaftstheorie heran – nicht jedoch ohne die ausgeprägte
Stellung der Frau als Verirrung zu kritisieren. Wie die Geschichte gezeigt hat, vermochte sich
die Liga der sechs Irokesennationen mehr als zweieinhalb Jahrhunderte mit großem Erfolg zu behaupten. Auch nach der Eroberung des Indianerlandes durch die Weißen erlebte die Gesellschaftsform der Irokesen nicht ihren Untergang, sondern sie ging vielmehr mit ihren
Grundgedanken in die amerikanische Demokratie über. Die kommunistische Herrschaft der Ostblockstaaten musste dagegen schon nach weniger als achtzig Jahren ihre Bankrotterklärung abgeben und fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen – eben weil ihr das starke demokratische Fundament fehlte, das den Bund der Irokesen in seinem Innern so nachdrücklich bestimmt hat.
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