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14.07.2005, 14:25

Die Huronen

Ursprünglich eine Konföderation von fünf nordamerikanischen indianischen Ethnien der irokesischen Sprachfamilie, die in der Region zwischen dem Huron-, Erie- und Ontariosee lebten. Die Huronenkonföderation war vermutlich das Vorbild der späteren Irokesenkonföderation. Bereits um 1400 schlossen die Attignawantan und die Attigneenongnahac eine Allianz. Später schlossen sich die Arendahronon (um 1560) und die Tahonaenrat (um 1570) der Konföderation an. Die größte dieser Ethnien, die Attignawantan, dominierten traditionell über die anderen Mitglieder. Zweck des Zusammenschlusses war es, kriegerische Auseinandersetzungen unter den einzelnen Gruppen zu verhindern. Im frühen 17. Jahrhundert, als die ersten französischen Siedler und Missionare in diese Gegend vordrangen, befanden sich die Huronen auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Etwa 20 000 Huronen lebten in etwa 25 Dörfern an der Georgian Bay, einem Arm des Huronsees. Die Huronen hatten in einem Dorf ein Versammlungszentrum eingerichtet; jedes Dorf entsandte Abgesandte, die dann gemeinsam über Fragen von Krieg und Frieden sowie den Handel mit anderen Ethnien oder den Europäern entschieden.

Die meisten der Huronensiedlungen bestanden aus großen Langhäusern, die als Gemeinschaftsunterkünfte dienten. Sie waren zwischen 45 und 55 Meter lang und aus stabilen Holzgerüsten gebaut. Die größeren dieser Siedlungen, in denen mehr als 1 000 Menschen lebten, waren zu Festungen ausgebaut. Die Huronen waren sesshafte Bauern, die vor allem Mais, Bohnen, Kürbis, Tabak und Sonnenblumen pflanzten und Fischfang betrieben. Um 1615 begannen die französischen Missionare mit der Errichtung von Jesuitenmissionen in den Dörfern. Zwischen 1634 und 1640 schrumpfte die Bevölkerungszahl durch Pockenepidemien und andere Krankheiten auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Größe.

Die Konföderation der Huronen setzte sich ausschließlich aus Indianern der ethnischen Großfamilie der Irokesen zusammen. Ihre Kultur wies große Übereinstimmungen mit der der Irokesen auf, obgleich die beiden Verbände verfeindet waren. Zwischen 1648 und 1650 wurden die Huronen im Zuge wiederholter Einfälle und Angriffe des Irokesenbundes, vor allem der Seneca, zahlenmäßig stark dezimiert und nach Westen abgedrängt. Dort versuchten sie zunächst, sich bei den Tionontati, einer verwandten Ethnie, anzusiedeln, zogen jedoch dann gemeinsam mit diesem Volk weiter in westlicher Richtung und ließen sich schließlich in der Gegend nieder, in der sich heute die Millionenstadt Detroit befindet. Als die Huronen 1723 schließlich in den Irokesenbund aufgenommen wurden, bildeten sie nur noch eine vergleichsweise kleine Gruppe. Einige Nachkommen der früheren Konföderationsmitglieder organisierten sich im Wyandot und erlangten im frühen 19. Jahrhundert im Bereich des Bundesstaates Ohio ein gewisses Maß an Bedeutung. Heute leben etwa 1 000 Huronen in Jeune Lorette in der Nähe von Quebec, etwa 900 im Wyandotte-Reservat in Oklahoma und eine kleine Zahl in Sandwich in der kanadischen Provinz Ontario.

Das ist mal eine kurze Info zu den Huronen!

Liebe Grüße von Holger
Quelle: unbekannt

2

15.07.2005, 15:22

Filmempfehlung zum Thema:

Black Robe

Provinz Quebec, 1634. Der junge Jesuitenpater Laforge bricht bei einbrechendem Winter mit mehreren Booten auf, 1500 Meilen nach Westen, um das Gebiet der Huronen zu missionieren. Nie hat man im Film die Wildnis, die Indianer, die Strapazen und eine derart hoffnungslose Mission derart packend und großartig dargestellt gesehen.

Der Hollywood-Außenseiter Bruce Beresford verfilmte dies historisch überlieferte Ereignis akribisch genau und realistisch mit mir unbekannten Darstellern.

Den Namen Lothaire Bluteau, der den Laforge spielt, sollte man sich wohl merken. Der einzige Name, der mir im Vorspann bekannt vorkam, war ...

Musik: Georges Delerue.

"Black Robe" ... das ist die schwarze Kutte des Jesuitenpaters ...

Meiner Meinung nach Prätikat: Sehr Wertvoll, Super Spitzenklasse!

Grüße von Hugo

Irokese

unregistriert

3

15.07.2005, 15:54

Auch von mir etwas zum Thema!

Der Spießrutenlauf:

Wenn die Krieger der Huronen, Delawaren, Ottawas und viele andere der Ikokesenfamilie von Ihren Kämpen Gefangene mitgebracht wurden, wurden diese heftig geschlagen. Die Frauen und Kinder bildeten eine Gasse und schlugen mit Ruten und Stöcke auf die Gefangenen ein. Sie fielen immer wieder auf den Boden, mussten aber wieder auf die Beine um durch die Gasse zu rennen. Die jüngeren von den Gefangenen waren flink und konnten dieser Art Folter schneller entfliehen. Sie wurden dann meistens Sklaven. Aber die Älteren und Schwachen wurden so oft von der schlagenden Menge getroffen, das sie fast verbluteten. Anschließend erwartete Sie der Feuertod.

4

18.07.2005, 23:27

Der Spießrutenlauf,

ist bei Black Robe, Den Mann den Sie Pferd nannten und in Tecumseh auch zu sehen. War eine wohl sehr verbreitet dieses Ritual.

Grüße von Holger

5

19.07.2005, 11:31

Die Clans bei den Huronen

Die Huronen waren in Clans aufgeteilt, von denen jeder von einem Clan-Häuptling geführt wurde; alle Clan-Häuptlinge eines Dorfes zusammen bildeten die Ratsversammlung, die mit dem Häuptling des Dorfes zivile Angelegenheiten regelte. Dörfer bestanden aus einzelnen Bands. Jede von ihnen besaß einen Band-Häuptling und einen Band-Rat, der sich aus Dorf-Häuptlingen zusammensetzte und zuständig für Probleme der gesamten Band war. Alle Bands zusammen bildeten die Huronen - Nation. Eine Ratsversammlung aller Band-Häuptlinge des Stammes behandelte Fragen, die den gesamten Stamm betrafen. Frauen waren bei den Huronen wie bei fasst allen Irokesen - Stämmen sehr einflussreich, Clan-Matronen hatten die Aufgabe, die politischen Führer auszuwählen.

Grüße von Holger

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01.11.2005, 18:06

Unterkünfte der Huronen.

Die Huronen lebten ja wie schon erwähnt im Nordöstlichen Waldland.
Sie hatten also keine Tipis sondern feste Bauten.
Anbei mal eine Wohnhütte und ein Lagerhaus der Huronen.

Grüße von Holger
»hugo« hat folgende Dateien angehängt:
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