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21.12.2014, 19:28

Grastänzer in den 1910ern

Habe dieses - ziemlich grandiose - Foto eines Hidatsa (?) Grastänzers gefunden, Fort Berthold Reservation in North Dakota, dürfte irgendwann in den frühen 1910ern gewesen sein. Man beachte besonders die Flöte mit Vogelkopfschnitzerei und den Spiegel.

Ciao, Jens
»Quillshirt78« hat folgende Datei angehängt:
Fragt man einen Mandan, so sind Orcas jenseits der Berge....!

FeelingCrowWoman

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2

21.12.2014, 19:36

@ Quillshirt78

danke :)

hier kann man's größer ansehen

http://www.bonhams.com/auctions/19421/lot/1144/



Die beste Art, Konflikte zu lösen,
besteht darin, dem anderen Verständnis
und Respekt entgegen zubringen

Dalai Lama

harty

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3

23.12.2014, 12:52

Sehr schönes Bild, danke für's reinstellen. :thumbsup:
harty

4

24.12.2014, 08:55

Foto eines Hidatsa (?)

@Jens ja ??
gros ventres = Astina
gros ventres =Hidatsa
Die beide sind verwecheslt worden von den "trappeur Français"
"Les trappeurs français ont confondu le signe désignant les Atsinas (les
mains déplacées le long du torse) et signifiant la faim avec le signe
des Minatari Hidatsa qui désignait les tatouages que les hommes
arboraient sur la poitrine."
Pierre

ohne jäger kein wild /ohne gerber kein leder
ohne färber kein bunter stoff

5

24.12.2014, 15:54

Am Hinterkopf sieht man noch die Halsbustle der Omaha Tänzerm, leider erkennt man nicht ob er auch eine Back-Bustle trägt.
»Tipidancer« hat folgende Dateien angehängt:
LISTEN TO THE ELDERS !
Dad hots fruier nit geweh !

6

25.12.2014, 00:39

@ pierre

Alors, je ne sais trop... Aber weil das Foto auf Fort Berthold gemacht wurde, liegt der Schluss irgendwie nahe, dass er ein Gros Ventre de la Riviere war, also Hidatsa. Sicher bin ich mir nicht, daher das Fragezeichen 8|

Ciao, Jens
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Desperado

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7

11.11.2017, 09:50

Grastanz again

Hallo!

Ein kleiner Auszug dazu aus meinem Buch sei mir als Einstand - hoffentlich - erlaubt. Es handelt im Achtzehnten Jahrhundert, der Erzähler ist weiß, aber als "stinkender Indianerfreund" geächtet.

Den Minniconjou verdanke ich es, der indianischen Seele auf eine Weise nahe gekommen zu sein, wie ich sie selbst in dem geteilten Leid der Präriekriege nicht erfahren habe können. Ritt ich damals als verwirrter Geist durch die Wogen derer, die in einem brausenden Sturm gegen die Übermacht der Blauröcke brandeten und mit dem Todesmute der Verzweiflung ums nackte Überleben kämpften, so komme ich nun als jeder Hoffnung Beraubter zu den Hoffnungslosen. Blue Grama ist mein Bett und Needle-and-Thread, umspielt vom Duft der Purple Prairie Clover, getröstet von den Farben von Dotted Blazingstar und Smooth Fleabane, im Schatten der Trembling Aspen raste ich, Saskatoon-Berries, Choke Cherry und Serviceberry sind mein täglich Brot, die klein gehackte Prairie Turnip heilt meine Beulen und Schrammen. Es ist mein letzter Ritt in das schwindende Grasmeer der Prärie, man wird nicht jünger, der Stacheldrahtzäune und undurchdringlichen Felder aber werden immer mehr mir rasender Geschwindigkeit und verschlingender Unersättlichkeit.

Am Cheyenne River haben sie sich versammelt unter ihrem Häuptling Spotted Elk alias Big Foot, um dort ihren Grastanz abzuhalten, um in Form dieser traditionellen Zeremonie Teil des überall zelebrierten Geistertanzes zu werden und ihr Los in die Hand des Großen Geheimnisses zu befehlen, ihr Schicksal bedingungslos höheren Mächten anzuvertrauen und deren übernatürliche Hilfe anzurufen mit der Gewissheit, dem sicheren Untergang geweiht und endgültig verloren zu sein, sollte diese ausbleiben, so es ihrem Schöpfer und ihren Beschützern gefällt und wonach es aller Wahrscheinlichkeit nach aussieht, soweit kein gewaltiges und umwälzendes Wunder geschieht, das zu erwarten jede Vorstellungskraft übersteigt. Denn Indianer sind weder Traumtänzer noch Fantasten, sie pflegen lediglich betend zu sterben.

Der zweite Geistertanz ist von düsterer Art als der vergangener Tage des Hoffens, es ist der letzte gemeinsame Tanz derer, die ihre Würde zu bewahren sich entschlossen haben um jeden Preis, und es tut seiner erhabenen Größe keinen Abbruch, ihn einen Totentanz zu nennen. Beobachter bin ich nunmehr, zu grau und steif geworden, mein müdes Tanzbein länger zu schwingen als ein viertel Stündchen, dennoch zieht mich der Grastanz in seinen Bann und trägt mich davon in ferne Welten, in der die versunkene Welt wiedererstandene Natur ist und der rote Mensch ein Teil von ihr.

Mit nackten muskulösen Oberkörpern tanzen die Männer, das sakrale Kleid ersetzt ein roter Lendenschurz mit weißem Streif am unteren Rand, den alle gleichermaßen tragen vom rüstigen Alten bis zum Knaben, üppige Federbüschel zieren ihre Häupter, um den Hals geknüpft leuchtet ein großes weißes oder rotes Tuch, zusätzlich zu ihren bunten Ketten, schmucken Amuletten und edlen Fellwürsten. Unter den Knien haben sie Schellen und Glöckchen um die Waden gebunden und ebenso um die Knöchel, die zum Rhythmus ihrer Schritte klingen und eine unwirklich anmutende Melodie erzeugen, mit Schnüren miteinander verknotete Krummstäbe tragen sie und schließen sie zum wippenden Kreis. Die Frauen und Mädchen sind in fein gewebte und kunstvoll bestickte, eng anliegende knöchellange Kleider gehüllt, sie tanzen gemeinsam und singend mit bloßem Haupt und offen wallendem Haar, wiegen sich stundenlang in anmutigen und grazilen Schritten, werden wilder und unbeherrschter in ihren Bewegungen und steigern sich zu den Verrenkungen hemmungslos wirbelnder Ekstase, die Gesichter aufgelöst von entrückter Verzückung, die den Zuckungen eines Todeskampfes gleicht.

Nur vier Monate später sollte niemand von ihnen mehr am Leben sein.

Ani'qu ne'chawu'nani'
Ani'qu ne'chawu'nani'
Awa'wa biqana'kaye'na
Awa'wa biqana'kaye'na
Iyahu'h ni'bithi'ti
Iyahu'h ni'bithi'ti



Geisterhafte Grüße :)
Desperado

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Desperado« (16.11.2017, 10:48)


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