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1

30.05.2008, 15:21

Reparatur von Moks

Ich habe mir ein Paar Moks jeweils aus einem Stück genäht. Bevor nun durch den Gebrauch die ersten Löcher in der Sohle auftreten, wollte ich jetzt einfach neue Sohlen unter die schon etwas angegangenen nähen, also einfach drunter setzen, annähen und fertig.

Funktioniert das so oder spricht da was dagegen? Ist es vielleicht günstiger, die alte Sohle doch vorher abzuschneiden und quasi nachträglich zweiteilige Moks daraus zu machen? Gibt es sonst etwas bei der Sohlenreparatur zu beachten? Gibt es eigentlich Museumsstücke, an denen man eine derartige Sohlenreparatur erkennen kann?

Kiowa_Reenactor

unregistriert

2

31.05.2008, 00:01

niels
diese art von sohlen waren damals der verkaufsschlager,wenn dich die ganze geschichte interessiert dann bekommste sie,hier nun ne kurzfassung.

ein weißer wollte indianische schuhe verkaufen udn gab den stämmen den auftrag die sohlen herauszuschneiden,neue dransetzen udn teilweise sogar die ränder besticken-im wispering wind magazin wurde diese art von moks mit einem "welt" bezeichnet.
diesen "welt" gab es in wirklichkeit garnicht,er endstand durch das abschneiden/herausschneiden der sohle

skizze zeigt den angeblichen "welt"
»Kiowa_Reenactor« hat folgende Datei angehängt:
  • Nähen0001.jpg (80,32 kB - 297 mal heruntergeladen - zuletzt: 04.06.2015, 10:30)

3

02.06.2008, 14:30

Kio, so richtig schlau werde ich jetzt daraus nicht.

Ist das Sohlen abschneiden (und Annähen der neuen) zur Reparatur jetzt besser, als die neue Sohle einfach auf die alte schon ausgedünnte draufzunähen?

4

02.06.2008, 18:07

Hallöchen Niels ,

also wir haben Sohlenleder über die alte Sohle genäht und haben damit keine Probleme . Aber ob es früher auch so gemacht wurde weiß ich nicht und ist mir aber eigentlich auch wurscht .

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5

02.06.2008, 18:44

Also das Rohhautsohlen unter Sideseam Moks( einteilige) genäht wurden haben Lewis und Clark schon mitbekommen, auch Herr Wied war so nett gleich einen nach Berlin ins Museum zubringen, Das von Kio reingestellte ist mir zu abstruss ums zu glauben, da diese Welt bei den Cheyenne eine Bedeutung haben könnte!!! Will ich aber nicht näher drauf eingehen. Zum anderen glaube ich näht sich ein noch intakter Mok leichter als ein loser (eigene Erfahrung da ich seit 20 Jahren einteilige trage)
Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.
Karl Valentin (1882 - 1948 ) Münchner Querdenker und Wortkünstler

Und für das komische bin ich verantwortlich :D

Kiowa_Reenactor

unregistriert

6

02.06.2008, 21:26

ohoho obercoy
na da bin ich aber erstaunt,den dieses was ich schrieb betraf hauptsächlich die südlichen cheyenne :D
eventuell solltest du dir auch mal etwas über Reese Kinkaid reinziehen.
dieses welt (übersetzt keder/köder genannt) also auch näherei auf rahmen,war ursprünglich die erfindung dieses menschen um die jahrhundertwende,vornehmlich südliche cheyenne,südliche arapaho,kiowa und comanche,diese art war.
hier einmal die übersetzte version meiner anfrage vor ein paar jahren:

Hallo Francesco,

Vergiß das mit dem "welt" bitte ganz schnell!!! Diese "Näherei auf Rahmen", wie es dieser "welt" tatsächlich darstellt, ist eine "Erfindung" und Forderung eines weißen Händlers ( Reese Kinkaid mit Namen) um die Jahrhundert- wende gewesen. Dieser hatte vor allem die Frauen der südlichen Cheyenne dadurch mit "Geld verdienen" beschäftigt, indem er ihnen "Moccasin Aufträge" aus dem Osten der USA (Museen, Privatsammler und Tourismus)vermittelte.

Es gab zwar auch bei den "Indianern" schon früher so etwas, wie ein "welt" (zu Deutsch Köder oder auch Keder genannt), der aber entsprang einer Reparatur einer durchgelaufenen Sohle, wenn eine komplett neue angenäht wurde. Man schnitt quasi die alte Sohle bis auf den Rand weg und nähte nun die neue an den stehen gebliebenen Rand der alten an.

Da aber dieser Reservations-Indianeragent und Händler nicht nur für die südl. Cheyenne zuständig war, vielmehr sich sein Zuständigkeitsgebiet auch auf die in dieser Reservation ansässigen (gezwungenermaßen!) südl. Arapaho, Kiowa, Kiowa-Apachen und Comanchen erstreckte, diese auch in die "Moccasin-Produktion" teilweise einbezogen wurden, kommt es, daß etwa ab 1900 bis in die 30er Jahre (1939 noch tätig) vermehrt moccasins aus dieser Region mit "welt" (Köder, Keder, Rahmen) gefertigt worden waren.
Du selber mache bitte "normale" Kiowa mocs!!

Herzliche Grüße

ps. ich laß mich auch gerne eines besseren belehren da ich noch nicht so lange im hobby bin ;)

7

02.06.2008, 23:27

Zitat

Original von Kiowa_Reenactor

[...]

ps. ich laß mich auch gerne eines besseren belehren da ich noch nicht so lange im hobby bin ;)


:D :D :D :D :D

PRUST, Jens
Fragt man einen Mandan, so sind Orcas jenseits der Berge....!

Kiowa_Reenactor

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8

03.06.2008, 08:50

Zitat

Original von Quillshirt78

Zitat

Original von Kiowa_Reenactor

[...]

ps. ich laß mich auch gerne eines besseren belehren da ich noch nicht so lange im hobby bin ;)


:D :D :D :D :D

PRUST, Jens


:D
na stimmt doch.
ich hab mir eben weitaus vorher infos eingeholt bevor ich ein stück erstmal angefangen habe udn da es wenige infos gab mußte ich eben mal spezielle menschen drauf ansprechen die sich besser mit der wissenschaft auskennen,nicht nur in der theorie,auch praxis.

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9

03.06.2008, 11:01

Es gibt aber speziell bei den Cheyenne Moks schon um 1850 die diese " Welt" als lange Fransen gehabt haben, zu DDR Zeiten gerne als Dog Moks bezeichnet was Blödsinn ist, im Prager Museum ist ein Suthaio Mok ca. 1830 der dies auch hat, aber in kurze Fransen, in der Penney coll. gibt es einen den ich ebenalls den Suthaio zuordne, dort ist die "Welt allerdings überstickt. Die Funktion könnte ich mir nur mit Verwischen von Spuren erklären ähnlich dem Gebammsle von Kiowa oder Comantschenmoks an der Ferse.

So und nun Ihr alle wieder, :rolleyes:
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10

03.06.2008, 11:10

Danke für die Info.
Also werde ich mir schlicht neue Sohlen auf die fast durchgelaufenen drauftackern (cih meine damit natürlich nähen) und gut ist. Genau das war auch mein Gedanke, dass es sich doch eigentlich leichter nähen lassen müsste, wenn der einteilige Mok noch intakt ist. Gut nun zu wissen, dass es funktioniert und das es sogar historsiche Beispiele für diese Reparatur gibt.

Kiowa_Reenactor

unregistriert

11

03.06.2008, 11:15

obercoy
meine damalige frage bezog sich auf das wispering wind,ich konnte mir nicht vorstellen das es welche gab die "extra" einen lederstreifen (welt) zwischen sohle und oberleder nähten,das erschien mir einfach zu kompliziert.
wenn du den kopierten text richtig gelesen hast dann wäre dir auch aufgefallen das dort steht das es schon früher indianerinnen gab die diesen welt einbezogen,was sich aber aus dem herausschneiden der sohle ergab.

wenn du eben meinen kopierten text oder meine aussage als "abstruss? ansiehst dann wäre es doch ein gutes mir etwas anderes darzulegen.
keiner erwähnte-besonders ich nicht-das dieses welt nicht auch verziert,in fransen geschnitten wurde

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12

03.06.2008, 11:27

Kio ich will Dir nicht auf die Füsse treten aber der Gedanke mit einem weissen und Indianer kann ich mir nicht vorstellen, aber die Moks die ich aufführte sind wenig getragen!!!!! fast neu und von reparierter Sohle kann keine Rede sein, für bestimmte Moks die im Schnee benutzt wurden konnte/ wurde auch schon von Anfang an eine Rohhautsohle drunter genäht Beispiel Berlin und Moks in Weissenfels Schuhmuseum----> Wintermoks . Ich habe sogar schon Moks gesehen die einfach ein Stück Leder in das Loch genäht haben, also wirklich repariert, geht wunderbar habe es schon selbst gemacht
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13

03.06.2008, 12:25

nils, wenn du dir ne sohle drauftackerst *grins*, dann streiche sie vorher noch mit aquarium silikon ein, ...kein witz.... dann sind sie etwas dichter und wärmer habe ich auch gemacht

lothar

Kiowa_Reenactor

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14

03.06.2008, 15:28

aber ohne die aquarium-glasscheiben,sonst knirscht das immer so beim gehen,an den schmerz gewöhnt man sich ja

15

03.06.2008, 15:32

wie ohne scheiben...uppssss...konntest du es nicht eher sagen....nein im ernst ich habe solche mokks an ostern ausprobiert und die haben genauso funktioniert wie ich es wollte...shith authentik hauptsache trockene und warme füsse

lothar

16

03.06.2008, 17:30

Danke Lothar für den netten Tipp. Ich kann das gut nachvollziehen, wenn es für warme Füße sorgt. Allerdings werde ich es wohl nicht machen, weil mein eigener Ansatz da eben wahrscheinlich leicht schräg ist. Ob etwaige Verzierungen (die ich eh nicht dran habe) der historischen Vorlage entsprechen, ist mir nicht so arg wichtig. Aber wichtig ist mir schon, dass ich natürliche Materialien der Zeit anhabe, um zu sehen, wie man damit so klar kommt etc.. Ich habe bei meinen Moks fürs erste bereits Zugeständnisse gemacht (sämisch gegerbtes Leder, Kunstsehne), jetzt auch noch Silikon dazwischen zu machen, wäre mir einfach zuviel des künstlichen. Aber wer weiss, vielleicht habe ich meine Meinung dazu nach dem nächsten Matschwinter auch völlig geändert. ;) :D :D :D

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17

03.06.2008, 17:43

@ Niels

Hast Du Hufbalsam für deine Pferde? Dann nimm das ist genauso gut.


@ Kio

Deine Geschichte ist war, nur wer Cheyenne macht kann auch für die Zeit vor 1900 schon so eine Welt dran machen, ist auch ok
Ich glaub ich habe dich da falsch verstanden/gelesen

Mea culpa
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18

03.06.2008, 18:37

Mmhh, Hufbalsam klingt schon interessanter. Sowas habe ich natürlich da. Muss ich doch direkt mal nachlesen, woraus das Zeug eigentlich genau besteht und dann werde ich weitersehen. Danke für den Hinweis.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »niels« (03.06.2008, 18:37)


hexlein

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19

04.06.2008, 11:10

Hufbalsam bzw Huffett haben wir zu "DDR - Zeiten" selber gemacht - war oft nicht zu kriegen ... haben einfach Schweinefett ausgelassen und mit Lorbeersalbe gemischt. Fertig war das Huffett ;)
hex hex

dye
dye
dye
dye